Ayurvedische Kräuter: 4 Heilpflanzen, die Du selber anbauen kannst

Ayurvedische Kräuter: 4 Heilpflanzen, die Du selber anbauen kannst

Ayurvedische Kräuter: 4 Heilpflanzen, die Du selber anbauen kannst

Gärtnern macht große Freude und die Ernte nach getaner Arbeit umso mehr. Dabei kommen uns wohl meistens frisches Obst, knackiges Gemüse und aromatische Küchenkräuter in den Sinn. Doch hast Du Dir schon mal überlegt, Heilkräuter anzupflanzen? Die Ayurveda Naturheilkunde kennt viele gesunde Kräuter, die bei verschiedenen körperlichen Beschwerden helfen. Wir stellen Dir hier 4 ayurvedische Heilpflanzen vor, die Du im Garten, auf der Terrasse oder am Balkon anbauen kannst.

Was ist eigentlich Ayurveda?

Ayurveda ist eine traditionelle indische Heilkunst, die noch heute in vielen asiatischen Ländern praktiziert wird und immer mehr in unserer westlichen Kultur Einzug hält. Seit Jahrtausenden lehrt uns Ayurveda von der heilenden Kraft der Natur, die für ein ganzheitliches Wohlbefinden sorgt. Sie untersucht die unterschiedlichen Typen von Menschen und behandelt deren Erkrankungen nach einem individuellen Konzept.

Dieses Konzept ist die Lehre von den sogenannten Doshas – der drei Lebenskräfte Vata, Pitta und Kapha, die vorgeben, wie wir uns körperlich, geistig und emotional fühlen. Jeder Mensch kommt mit einer ganz individuellen Kombination aus diesen drei Energien zur Welt:

Vata: Menschen mit besonders starkem Vata-Dosha sind aufgeschlossen, enthusiastisch und kreativ. Sie sind aktiv und bewegen sich gerne – meistens beim Tanzen zu schwungvoller oder sanfter Musik. Sie sind entweder sehr klein oder groß und ihre Statur gleicht der eines Marathonläufers.

Pitta: Personen mit sehr ausgeprägtem Pitta-Dosha sind praktisch veranlagt, arbeiten strukturiert und können Projekte hervorragend leiten. Sie sind für gewöhnlich voller Tatendrang, haben eine mittelgroße Statur und sind muskulös.

Kapha: Menschen mit überwiegendem Kapha-Dosha überzeugen mit ihrer liebenswerten Art, sind geduldig und verständnisvoll. Nichts und niemand scheint sie aus dem Gleichgewicht zu bringen. Größtenteils besitzen sie eine stattliche Figur.

Das Verhältnis der drei Doshas sollte ausgeglichen sein. Falls die Lebenskräfte nämlich aus dem Gleichgewicht geraten, entstehen gesundheitliche Beschwerden. Die Ayurveda-Naturheilkunde versucht dabei, Vata, Pitta und Kapha wieder in Balance zu bringen.

Ayurvedische Heilpflanzen

Mit einer großen Auswahl an verschiedenen Pflanzen in der Ayurveda kann gegen ein mögliches Ungleichgewicht zwischen den drei Doshas angekämpft werden. Ob Blätter oder Wurzeln – nahezu alle Bestandteile der ayurvedischen Pflanzen wirken sich positiv auf den menschlichen Organismus aus. Wir empfehlen die folgenden 4 ayurvedischen Heilpflanzen für das eigene Fleckchen Grün.

1. Ashwagandha – indischer Ginseng

Ashwagandha – auch als Schlafbeere und indischer Ginseng bekannt – gehört zu den am häufigsten eingesetzten und verträglichsten Heilkräutern in der Ayurveda. Die Pflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse empfiehlt sich besonders bei erhöhtem Vata und Kapha. Zudem wirkt die Pflanze entzündungshemmend und hilft z. B. bei chronischer Erschöpfung, Vergesslichkeit, Schwindel und Zittern.

Wenn Du die Ashwagandha selbst anbauen möchtest, darfst Du wissen, dass die Pflanze äußerst pflegeleicht ist. Sie wächst sowohl an halbschattigen als auch vollsonnigen Plätzen und muss nur selten gegossen werden. Sie ist nämlich ein wahrer Trockenspezialist, sodass sie mehrere Tage bis Wochen vollkommen ohne Wasser auskommt.

2. Aloe Vera – exotische Schönheit

Die Aloe Vera ist eine echte Alleskönnerin – sie besticht mit ihren vielen gesundheitsfördernden Eigenschaften. Die frischen Blätter senken Pitta und Kapha wohingegen sie in getrocknetem Zustand den Pitta-Typ an Bedeutung wachsen lassen. Außerdem hilft Aloe Vera zum Beispiel bei Entzündungen und Hautproblemen, wie Sonnenbrand und Verbrennungen.

Die Aloe Vera-Pflanze ist sehr einfach zu züchten. Dazu brauchst Du noch nicht einmal eine Grünfläche – sogar auf der Fensterbank ist die Anzucht möglich. Du musst genauso wenig ein Gartenprofi sein, denn die Heilpflanze stellt nur geringe Ansprüche. Sorge nur für einen warmen und sonnigen Standort und gieße die Aloe Vera alle ein bis zwei Wochen.

3. Brahmi – wirksame Gedächtnispflanze

Brahmi – besser bekannt als kleines Fettblatt – ist eines der am meisten erforschten ayurvedischen Heilpflanzen. Sie reduziert die Doshas Vata und Kapha und gilt in Indien sogar als heilig. Weil das kleine Fettblatt die Lernfähigkeit verbessert und den Geist stärkt, wird es oft als Gedächtnispflanze bezeichnet.


Für den Eigenanbau brauchst Du einen warmen und hellen Standort. Brahmi ist eine tropische Pflanze, weshalb die Temperaturen nie unter 20°C sinken dürfen – sie ist also eine perfekte Zimmerpflanze. Darüber hinaus ist sie recht anspruchslos, aber ihr Substrat sollte stets feucht sein. Brahmi-Blätter können z. B. sehr gut zum Würzen von Salaten verwendet werden. Allerdings schmecken die Blätter sehr bitter – deshalb solltest Du sie nur sparsam einsetzen.

4. Kurkuma – gelber Ingwer

Die Kurkuma ist vor allem als Gewürz bekannt. Mit ihrer leuchtend gelben Farbe sieht sie Curry zwar zum Verwechseln ähnlich, doch sie schmeckt deutlich milder. Sie ist ein Ingwergewächs und wird deshalb gelber Ingwer genannt. Die Kurkuma überzeugt mit ihren zahlreichen positiven Eigenschaften: Sie reduziert alle drei Doshas, stärkt das Immunsystem, hilft bei kleinen Wunden und wirkt gegen Atemwegserkrankungen.

Wenn Du Kurkuma selbst anbauen möchtest, besorgst Du Dir einfach ein Stück im Supermarkt und lässt es erst einmal keimen – dazu musst Du nichts tun als abzuwarten. Dann setzt Du das gekeimte Stück in einen Topf mit Blumenerde. An einem halbschattigen Standort, mit feuchter Erde und bei Zimmertemperatur wächst die Kurkuma am besten.

Die Kraft der ayurvedischen Heilmedizin

In der Ayurveda schwört man auf die heilende Kraft der Pflanzen und ihre positive Wirkung auf Körper, Geist und Seele. Vertraue auch Du darauf und suche Dir eine unserer 4 empfohlenen ayurvedischen Heilkräuter aus. Egal, für welche Du Dich entscheidest: Wir wünschen Dir viel Spaß beim Anbauen und Ausprobieren!