Baby-Yoga: Wellness für Mutter und Kind

Baby-Yoga: Wellness für Mutter und Kind
Baby-Yoga: Wellness für Mutter und Kind

Ist ihr Baby einige Wochen alt und etwas Routine in den neuen Alltag eingekehrt, möchten viele junge Mütter ihren Körper nach der Schwangerschaft wieder in Form bringen. Weil sie sich gleichzeitig nur schwer von ihrem kleinen Schatz trennen können, kommt ein Besuch im Fitness-Studio oft nicht in Frage. Auch ausgedehnte Jogging-Touren stellen keine Alternative dar: Zum einen würde dabei der noch geschwächte Beckenboden zu stark belastet, zum anderen der zarte Rücken des Babys im Kinderwagen zu heftig durchgerüttelt.

Sanft zur alten Stärke zurückfinden und gleichzeitig wertvolle Zeit mit dem Baby verbringen – das können Mütter beim Baby-Yoga. „Erfunden” hat diese besondere Form des Yogas die englische Anthropologin und Yoga-Lehrerin Francoise Barbara Freedman. Sie erforschte, wie Yoga es Eltern ermöglicht, ein noch ausgeprägteres Einfühlungsvermögen für ihre Kinder zu entwickeln. Gleichzeitig stellte sie fest, dass Baby-Yoga die Motorik sowie die Körperwahrnehmung und den Gleichgewichtssinn von Säuglingen fördert. Die Kinder sind insgesamt ausgeglichener und schlafen in der Folge auch besser.
Die Mütter stärken mit den Übungen ihre Nacken-, Schultern- und Rückenmuskulatur und beugen damit Beschwerden vor, die durch häufiges Tragen des Kindes hervorgerufen werden können. Ebenso liegt das Augenmerk auf der Straffung des Bindegewebes und der durch Schwangerschaft und Geburt geschwächten Beckenbodenmuskulatur. Baby-Yoga verbindet so ein wirksames Rückbildungstraining mit dem langsamen Aufbau von Kraft und Fitness, der Mütter stark macht für neue Herausforderungen. Der enge Körperkontakt intensiviert die Bindung zwischen Mutter und Kind. Die emotionale Beziehung profitiert insbesondere vom spielerischen Charakter des Baby-Yogas.

Abhängig vom Verlauf der Geburt und des Wochenbetts eignet sich Baby-Yoga bereits für Kinder ab einem Alter von etwa sechs Wochen. Kurse bieten sowohl Yoga-Schulen als auch Hebammenpraxen und Gymnastik-Studios an. Dabei haben Mütter Gelegenheit, sich auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Benötigt werden lediglich bequeme Kleidung sowie eventuell eine Yogamatte oder Decke.

Bei manchen Übungen wie der Brücke oder der Bauchwelle liegt das Baby einfach auf der Decke und beobachtet. Vielleicht möchte es aber auch lieber schlafen oder spielen … Andere Übungen beziehen das Baby mit ein: Beim „Schiff” beispielsweise liegt die Mutter auf dem Rücken und stellt die Beine an. Dann legt sie das Baby auf ihre angewinkelten Schienbeine und hält es an beiden Händen gut fest. Beim Ausatmen hebt die Mutter den Oberkörper leicht an und zieht gleichzeitig die Knie in Richtung ihres Gesichts: So kann sie ihrem Kind einen leichten Nasenstüber oder einen Kuss geben.

Zur Stärkung der Bauchmuskeln eignet sich die „Brücke” sehr gut. Dabei liegt das Baby auf dem Bauch der am Boden sitzenden Mutter – das Gesicht ihr zugewandt. Die Mutter stellt die Beine an und hält das Baby an beiden Händchen. Dann lässt sie sich langsam – Wirbel für Wirbel – nach hinten abrollen, bis sie flach auf der Unterlage liegt. Während sie ihr Baby weiterhin gut festhält, hebt sie langsam das Gesäß an und hält diese Position für etwa zehn Sekunden. Dabei sollte sie ganz entspannt weiteratmen.

Ein gutes Training für Arme, Beine, Rücken und Bauch mit hohem Spaßfaktor für das Baby stellt der „Krieger” dar. Für diese Übung steht die Mutter mit hüftbreit platzierten Füßen auf einer rutschfesten Unterlage. Das Baby hält sie mit beiden Armen am Körper und stützt dabei eventuell das Köpfchen. Dann macht sie mit dem linken Fuß einen großen Schritt nach hinten, um anschließend das rechte Bein zu beugen, so dass sich das Knie über dem Knöchel befindet. Nun hebt sie das Brustbein, beugt auch das linke Bein und zieht die Hüfte nach unten, bis die Hüftknochen zueinander parallel sind. Beim Einatmen streckt die Mutter die Arme und hebt damit das Baby nach oben. Verspürt sie den Impuls zum Ausatmen, nimmt sie das Baby auf Augenhöhe herab und zieht den Bauchnabel ein. Für ein intensives Erlebnis sollte der Blickkontakt währenddessen nicht abreißen. Diese Übung wird fünfmal wiederholt. Dann folgt ein Seitenwechsel.

Bild © oksun70