Parvatasana – der Yoga Berg

Parvatasana - der Yoga Berg
Parvatasana – der Yoga Berg

Yoga ist eine indische Wissenschaft, die Jahrtausende alt ist und mittels Körper-, Atem-, Meditations- und Konzentrationsübungen dabei helfen kann, mehr Beweglichkeit, Entspannung, innere Ruhe und Gelassenheit sowie Gesundheit zu erlangen. Zu den beliebten Übungen gehört Parvatasana, der Yoga Berg. Das Wort “parvatasana”, das aus dem Sanskrit stammt, bedeutet “Haltung des Berges”. Diese Yoga Übung dient dem Ziel, Gleichgewicht, Körperbeherrschung, Mut und Entschlusskraft zu entwickeln. Bei Parvatasana handelt es sich um eine fortgeschrittene Asana. Jeder kann diese Übung durchführen, unabhängig vom Alter, der körperlichen Voraussetzungen sowie des kulturellen oder religiösen Hintergrunds.

Der Berg – Parvatasana – wie wird die Übung ausgeübt?

Für Parvatasana wählst Du zunächst einmal eine Sitzposition aus, wobei die Ausgangsstellung der Schneidersitz ist. Erweitere Deine Beine nach vorn, sodass die Fersen und Knie zusammengelegt werden. Der Rücken ist völlig gerade, der Oberkörper sollte dennoch in einer bequemen Position sein. Die Handflächen legst Du vor der Brust zusammen und presst sie aneinander. Du streckst Deine Arme senkrecht über dem Kopf und atmest dabei tief ein. In dieser Stellung verharrst Du 5 bis 30 Sekunden und hältst den Atem an. Die Sekunden kannst Du im Laufe der Zeit steigern. Schließe dabei am besten die Augen, denn dies erhöht den positiven Effekt. Wenn Du wieder ausatmen möchtest, senkst Du die Arme. Wiederhole diese Yoga Übung, den Berg, bis zu fünf Mal im gleichmäßigen Rhythmus. Eine regelmäßige Wiederholung der Übung sorgt dafür, dass Du tiefer atmest, was mehr Sauerstoff in das System bringt und Du somit aktiver wirst. Die tiefe Atmung entspannt den gesamten Körper und trägt zum positiven Umgang mit Anspannung, Druck und Stress im Alltag bei.

Welche Wirkungen und Vorteile hat Parvatasana, der Yoga Berg?

Der Yoga Berg kann die Nerven und das Gemüt beruhigen, die Muskulatur der Schultern und des Nackens entspannen. Die Wirbelsäule, Schultern und Bauchmuskulatur werden gestärkt. Der gesamte Oberkörper wird gedehnt. Die Haltung entwickelt zudem verschiedene Muskeln der Arme, beispielsweise Bizeps und Trizeps. Zudem können arthritische Schmerzen in den Schultern gelindert werden. Dank der tiefen und gleichmäßigen Atmung werden die Lungen gekräftigt. Somit profitieren auch Menschen, die unter Erkrankungen der Atemwege leiden, zum Beispiel unter Asthma. Die Lungen werden gleichmäßig mit viel Luft befüllt und die verbrauchte Luft wird dann vollständig ausgeatmet. Die Berührung der Handinnenflächen bringt eine Zentrierung und hilft bei der Balance. Diese meditative Methode hilft dabei, bei sich, also in seinem Zentrum, zu landen und dabei Ruhe und Klarheit zu erlangen. Dies bietet die Möglichkeit, den notwendigen Halt und Abstand zu haben, um sich von irgendwelchen Gefühlen oder Ängsten nicht überwältigen zu lassen. Gleichzeitig wird durch Parvatasana die Konzentrationsfähigkeit verbessert. Die Verdauung kann ebenso gefördert werden.

Fazit

Parvatasana entwickelt das Gleichgewicht und die Körperbeherrschung. Der Yoga Berg ist des Weiteren eine ideale Übung, die das Nervensystem beruhigt, zum verbesserten Stressmangement beiträgt, die Muskeln im Rücken stärkt, sich optimal auf den Atmungsapparat, das Herz sowie den Nacken und die Schultern auswirken kann. Besonders zu beachten ist während der Ausführung der Yoga Übung, dass Du die Schultern nicht hoch ziehst und den Schultergürtel breit lässt. Die Schultern werden beweglich gemacht sowie der Nacken und die oberen Rückenmuskeln entlastet. Wenn Du anfangs ab und an das Gleichgewicht verlierst, dies ist kein Problem. Du solltest jedoch den Schneidersitz, die Ausgangsposition des Yoga Bergs, leicht beherrschen. Wiederhole die Übung einfach. Bei einer regelmäßigen Anwendung wirst Du die Erfolge innerhalb kurzer Zeit spüren.

Bild © belitas / 123rf.com

Die Berghaltung – aufrechter Stand (Tadasana)

Die Berghaltung - Tadasana
Die Berghaltung – Tadasana

Tadasana ist eine Asana im Hatha Yoga. Tada bedeutet so viel wie der Berg, Asana ist die Stellung/Haltung, also die Berghaltung. Es geht darum, innere Ruhe zu finden, unverrückbar stark wie ein Berg zu sein und mit beiden Füßen fest im Leben zu stehen.
Mit der Berghaltung sollen wir die Gegebenheiten annehmen, die uns das Leben vorgibt. Uns nicht den Träumereien hingeben und Verantwortung für uns selbst übernehmen. Es ist gewollt, unseren moralischen Grundsätzen treu zu bleiben, auch in schwierigen Zeiten aufrecht zu stehen und die alltäglichen Aufgaben zu erfüllen. Wir müssen in der Lage sein, für die Folgen unseres eigenen Handelns geradezustehen.

Die geistige Haltung

Mit der Berghaltung wird unsere innere aber auch unsere geistige Haltung beeinflusst. Wenn wir durch ständige Übung die Berghaltung in uns aufnehmen, dann kann uns auch kein stürmischer Alltag verunsichern. Wir stehen stark wie ein Berg in den Stürmen unseres Lebens.
Wir regenerieren und trotzen den Stimmungen und Launen unserer Umwelt. Durch Tadasana erfahren wir die unendlichen Dimensionen unseres Körpers und unserer Seele. Wir erkennen unsere geistige Haltung zu unserem und zu dem Leben unserer Mitmenschen.
Tadasana ist für viele andere Asanas eine gute Ausgangslage. Die ruhige und gestreckte Haltung kommt auch unseren inneren Organen zugute. Die Atmung, die Verdauung und der Blutkreislauf arbeiten viel entspannter.

Wie wirkt Tadasana?

  • Ausgleichend: Das Körpergleichgewicht horizontal wie auch vertikal wird tariert, die Fuß- und Beinmuskulatur wird ausgeglichen, das Nervensystem beruhigt.
  • Kräftigend: Das Becken wird entlastet, die Rückenmuskulatur gekräftigt, die Körperhaltung verbessert.
  • Stärkend: Stress wird reduziert, das Selbstbewusstsein gesteigert und die innere Stabilität gestärkt.
  • Beruhigend: Die Atmung wird ruhig und ausgeglichen, die Konzentration gefördert, die Spiritualität angeregt.
  • Revitalisierend: Körper und Geist werden in Einklang gebracht, wir erhalten mehr Energie.

Tadasana – Anleitung

  • Du stellst Dich aufrecht hin, beide Füße fest auf dem Boden, sodass Du nicht schwankst, sondern ruhig und gelassen stehst. Die großen Zehen berühren sich fast.
  • Nun hebst Du alle Zehen kurz an, um sie dann fest auf den Boden zu stellen. Fühle den Boden unter Deinen Füßen und verteile Dein Gewicht gleichmäßig auf die Ferse, den Mittelfuß, den Vorfuß und die Zehen.
  • Schließe Deine Augen und knicke die Beine ein wenig ein. Kippe das Becken etwas nach vorne, spanne leicht Dein Gesäß an und drücke es vorsichtig weiter nach vorne.
  • Hebe kurz Deine Schultern an und lasse sie dann nach hinten und unten fallen.
  • Die Wirbelsäule sollte mit Deinem Nacken in einer Linie sein.
  • Auch wenn Deine Augen geschlossen sind, führe Deinen Blick nach vorne und halte Dein Kinn parallel zum Boden.
  • Stelle Dir nun vor, an der höchsten Stelle Deines Kopfes ist eine Schnur befestigt, die Dich sehr sanft nach oben zieht.
  • Spüre nun in Deinen Atem hinein. Erkenne, wie er ganz ruhig und völlig natürlich fließt.
  • Mit jeder Einatmung nimmst Du Energie aus Sonne, Licht und Sauerstoff auf.
  • Bei jedem Ausatmen lässt Du nun jegliche Anspannung, die in Dir ist, los.
  • Verweile einige Minuten in dieser Stellung, öffne dann Deine Augen und atme ruhig ein und aus.

Tadasana, die wunderbare Berghaltung, kann als Stellung der vollkommenen Konzentration und Ruhe bezeichnet werden.
Die symbolische Verbindung zwischen Himmel und Erde und der Fluss des Lebens werden Dir bewusst.
Durch Tadasana lernst Du achtsam mit Deiner Seele und Deinem Körper umzugehen, denn durch Achtsamkeit mit sich selbst, können zum Beispiel Selbstheilungskräfte geweckt werden.

Verschiedene Variationen

Wer sich mit Yoga beschäftigt, merkt schnell, wie vielfältig diese Lehre ist. Die verschiedenen Variationen, wie die Lunar oder die Solare Version haben ein großes Potenzial Ruhe und Frieden in den eigenen Alltag und das eigene Leben zu bringen.
Die Solare Variation ist in der Lage den Willen zu beeinflussen, persönliche Energien zu aktivieren und die Atmung zu verbessern.
Unsere Atmung wird oft vernachlässigt, was zu schweren Erkrankungen führen kann.
Deshalb sind die Atemübungen besonders wichtig und sie fördern sowohl unsere Gesundheit wie auch unsere Konzentration.

Ein kleiner Tipp:

Wenn Du Dich mit Yoga und der Berghaltung/Tadasana befasst, setze Dich ganz ruhig an Deinen Lieblingsplatz, nimm eine Dir angenehme und entspannte Stellung ein, atme tief ein und aus und konzentriere Dich auf Deine Atmung. Du kannst Dir zum Beispiel einen gelben Ball vorstellen, der sich im Uhrzeigersinn dreht, das bringt Dir Ruhe und Gelassenheit. Deine Atmung ist ausgeglichen und im natürlichen Rhythmus.

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