Bhadrasana (Der Schmetterling) – Yoga Sitzhaltung

Bhadrasana (Der Schmetterling)
Bhadrasana (Der Schmetterling)

Der tiefsten Sehnsucht jedes Menschen entspricht es, in Harmonie zu leben: mit sich selbst und in harmonischen Lebensumständen. Doch das Leben ist wie die Gezeiten: immer in Bewegung. Ist Dir dieses grundsätzliche Lebensprinzip bewusst, fällt es leichter, mit den wiederkehrenden Hochs und Tiefs umzugehen. Eine harmonische Verbindung von Körper, Geist und Seele ist der Schlüssel zum Wohlbefinden, denn diese drei menschlichen Bereiche menschlichen Lebens sind untrennbar miteinander verwoben.

Die Übungen des Yoga sprechen alle Ebenen Deines Seins gleichermaßen an. Meditative Entspannung, bewusstes Atmen und bestimmte Körperpositionen bringen die Energie Deines Systems wieder in Fluss und machen den Körper geschmeidig. Körper, Geist und Seele verschmelzen zur Einheit. Aus diesem Zustand erwächst neue Lebenskraft, die Dir hilft, Herausforderungen des Berufslebens erfolgreich zu meistern und familiäre Belastungen auszugleichen.

Die Yoga-Stellungen (Asanas) dehnen und kräftigen Muskeln und Bänder. Sie halten die Wirbelsäule und Gelenke beweglich und wirken heilsam auf die inneren Organe, die Drüsen und das Nervensystem. Herz und Kreislauf werden angeregt, Spannungen lösen sich. Du fühlst, wie Dich neue Energie durchströmt.

Bhadrasana – der Schmetterling – steht in der Reihe der 84 Hauptasanas. Der Sanskritname Bhadrasana setzt sich zusammen aus „Glückverheißende“ (Bhadra) und Haltung (Asana). Eine andere Bezeichnung für diese Yogaübung ist „der Glückssitz“. Das Praktizieren von Bhadrasana wirkt sich positiv auf die gesamte körperliche Verfassung aus. Der Energiefluss durch das Wurzelchakra erweitert sich. Das gesamte Körpersystem wird besser mit Energie versorgt. Das Praktizieren von Bhadrasana ist eine sanfte Vorstufe zum Lotussitz.

Für die Grundvariante des Bhadrasana setzt Du dich als Anfänger am besten mit dem Rücken an die Wand. Diese Position hilft Dir, bei der Übung den Rücken gerade zu halten.

  • Setze Dich entspannt hin. Mit ausgestreckten Beinen und geradem Rücken. Die Hände liegen an der Seite des Körpers.
  • Umfasse mit den Händen Deine Füße und ziehe sie in der Mitte vor Dir zusammen, die Fußsohlen gegeneinander gelegt. Presse die Fersen fest gegen Dein Perineum.
  • Das Perineum (der Damm) ist der Bereich zwischen dem Anus und den äußeren Geschlechtsorganen
  • Bleibe eine Zeit lang in dieser Position. Dann strecke die Beine wieder aus und entspanne Dich.

Verschiedene Bhadrasana- Varianten:

  • „Fliegender Schmetterling“: Zum Aufwärmen wippe im Glückssitz mit den Knien 10 bis 20 Mal auf und ab. Drücke dann langsam Deine Knie mit den Händen seitlich bis auf den Boden. Beim Herunterdrücken nicht wippen!
  • Drehe nach Erreichen der Bhadrasana Grundposition Deine Fußsohlen nach oben.
  • Oder beuge Dich in der Position des Schmetterlings mit ausgestreckten Armen langsam nach vorn, bis Dein Kopf den Boden berührt.
  • Beuge Dich im Glückssitz mit hinter dem Rücken verschränkten Händen nach vorn.

Bhadrasana ist eine effektive Yogaübung um die Flexibilität der Hüftgelenke zu erhöhen und unentbehrliche Vorbereitung für alle, die mit gekreuzten Beinen zu meditieren bzw. den Lotussitz beherrschen möchten.

Wie alle Asanas besitzt auch Bhadrasana eine geistig/spirituelle Dimension. Der Schmetterling ist für Menschen ein Symbol der Leichtigkeit. Er flattert von Blüte zu Blüte und ernährt sich vom Nektar der Blüten, die er besucht. Ein flatterhaftes, leichtes Leben? Nur auf den ersten Blick. Gerade der Schmetterling durchläuft in seinem Leben mehrere sehr unterschiedliche Phasen, bis er zu seiner Leichtigkeit findet. Als Raupe muss er rastlos Nahrung aufnehmen, um seine Existenz zu sichern und ist vielen Gefahren ausgesetzt. Dann verbringt er im Stadium der Verpuppung in seinem Kokon eine Zeit völliger Abgeschiedenheit von der Welt, um schließlich in neuer Form aus seinem Kokon zu schlüpfen, die Flügel auszubreiten und das Leben zu genießen. Geistig steht deshalb die Yogaübung des Schmetterlings für die Bereitschaft, sich zu entwickeln und neu zu werden.

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