Candra Bhedana, die Mondatmung

Candra Bhedana, die Mondatmung
Candra Bhedana, die Mondatmung

Die Mondatmung ist eine beliebte Yoga Übung, die Dir hilft, Dich zu entspannen. Sie gehört also zu den beruhigenden Atemtechniken. Das Wort Chandra bedeutet übersetzt Mond. Das Wort Bhedana kann mit “ausbrechen” oder “durchbrechen” übersetzt werden. Der Yoga Begriff für Atemtechnik lautet Pranayama. Die korrekte Bezeichnung für die Mondatmung ist daher Chandra Bhedana Pranayama.

Wir atmen durch zwei Nasenlöcher, im Yoga werden die beiden Nasenlöcher Nadi genannt. Das rechte Nasenloch heißt Surya Nadi, das linke Nasenloch wird Chandra Nadi genannt. Das linke Nasenloch steht also im Zentrum der Mondatmung, schließlich wird es im Yoga als Mond Nasenloch bezeichnet.

Vorteile von Chandra Bhedana Pranayama

Chandra Bhedana Pranayama ist die einfache und effektive Entspannungstechnik. Der Mond ist das Symbol für Kühle und Ruhe, er ist der Gegenspieler zur Sonne, die für Feuer, Wärme und Energie steht. Im Ayurveda wird die Mondatmung immer dann empfohlen, wenn Pitta reduziert werden muss. Wenn Du also aufgewühlt bist und zu viel Feuer in Dir hast, kann Dir die Mondatmung helfen, Dich wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die Atemtechnik wird empfohlen bei emotionalen Erregungszuständen, zum Beispiel, wenn Du wütend, gereizt oder frustriert bist. Die Mondatmung kann natürlich zu jeder Tageszeit durchgeführt werden, sie wird aber besonders gerne am Abend zur Entspannung eingesetzt. Falls Du Einschlafprobleme hast, probiere Chandra Bhedana vor dem Zubettgehen aus. Die Übung kann Dir helfen, besser einzuschlafen. Viele Menschen nutzen die beruhigende Wirkung auch in besonderen Stresssituationen zum Beispiel vor einer Prüfung. Die Mondatmung kann Dir helfen, Dich zu konzentrieren, wenn Du nervös bist. Die Vorteile von Chandra Bhedana Pranayama im Überblick:

  • Die Mondatmung reduziert Pitta.
  • Sie hilft Dir, Deinen Geist und Deinen Körper zu beruhigen und Dich zu entspannen.
  • Wenn Du Stress hast, wütend, angespannt oder gereizt bist, kann Dir die Übung helfen.
  • Du kannst Dich mit Chandra Bhedana auf eine Prüfung vorbereiten oder ausprobieren, ob Dir die Technik hilft, Dich besser zu konzentrieren (beispielsweise beim Lernen).
  • Die Atemübung soll die Körperwärme reduzieren und wird daher auch bei Fieber empfohlen.
  • Im Ayurveda wird die Mondatmung gegen Bluthochdruck und zur Reduzierung des Galleflusses angewendet.

Wichtige Hinweise:

Chandra Bhedana Pranayama kann von den meisten Menschen praktiziert werden. Menschen, die unter Asthma oder niedrigem Blutdruck leiden, sollten die Übung aber nicht ohne Absprache mit ihrem Arzt durchführen. Wenn Du erkältet bist, kannst Du die Übung nicht durchführen.

Anleitung: So führst Du die Mondatmung aus

Wie die meisten Atemübungen, kann auch die Mondatmung in jeder Sitzposition durchgeführt werden. Empfehlenswert ist der Yogasitz oder alternativ der Schneidersitz. Ist das nicht möglich, kannst Du Dich auch ganz einfach auf einen Stuhl oder Hocker setzen. Achte aber darauf, dass Du aufrecht und mit geradem Rücken sitzt. Bringe die Finger Deiner rechten Hand in die Pranayama Mudra Position, drücke dafür Deinen Zeige- Mittelfinger in die Richtung Deiner Handflächen. Führe die rechte Hand nun zum Gesicht und verschließe mit dem rechten Daumen Dein rechtes Nasenloch. Atme langsam und tief durch das linke Nasenloch ein, bis Deine Lungen maximal mit Luft gefüllt sind (etwa 4 Sekunden). Halte den Atem für eine kurze Zeit an. Etwa 4 Sekunden. Löse den Daumen vom rechten Nasenloch und schließe das linke Nasenloch mit dem rechten Ringfinger. Atme nun langsam durch das rechte Nasenloch aus. Die Ausatmung sollte länger dauern als die Einatmung. Wiederhole den gesamten Vorgang zehnmal.

Du kannst die Mondatmung ganz nach Bedarf ausüben beispielsweise am Abend, um Dich zu entspannen oder im Rahmen einer Yogastunde. Normalerweise wird Chandra Bheda nicht täglich, sondern nur bei Pitta Überschuss bzw. nervlicher oder geistiger Anspannung ausgeübt.

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