Pratyahara: das fünfte Glied im Raja Yoga

Pratyahara: das fünfte Glied im Raja Yoga
Pratyahara: das fünfte Glied im Raja Yoga

Pratyahara: das fünfte Glied im Raja Yoga

Für Menschen, die sich mit Yoga noch nicht grundlegend beschäftigt haben, besteht Yogapraxis vor allem aus Körperübungen, den Asanas. Doch Yoga ist natürlich viel mehr, wie jeder erkennt, der sich mit der Jahrtausende alten Tradition näher beschäftigt. Dass Yoga Körper, Geist und Seele gleichermaßen erfasst, wird beim Raja Yoga (Asthanga Yoga) besonders deutlich. Hier gibt es acht Glieder, die Patanjali in seinen Yoga Sutras bschreibt. Pratyahara ist das fünft Glied im achtgliedrigen Yoga. Hier erfährst Du mehr über dessen Einordnung, die Praxis und die Wirkungen.

Die acht Glieder des Raja Yoga

Das Raja Yoga besteht aus den folgenden Gliedern:

  1. Yama : der Umgang mit anderen
  2. Niyama: das Verhalten sich selbst gegenüber
  3. Asana: die Körperübungen
  4. Pranayama : die Atemübungen
  5. Pratyahara: das Zurücknehmen der Sinne
  6. Dharana: die Konzentration
  7. Dhyana: die Absorption beim Meditieren
  8. Samadhi: das Überbewusstsein

Die Stufen rund um Pratyahara sollen an dieser Stelle nicht weiter erläutert werden. Es geht nur darum, dass Du erkennst, wie Pratyahara eingeordnet ist und dass Yoga Körper, Geist und Seele in Ganzheitlichkeit betrachtet.

Pratyahara: der Rückzug der Sinne

Pratyahara kommt wie viele Bezeichnungen im Yoga aus dem Sanskrit. Das Wort bedeutet „Rückzug aus der Schlacht“. Auch wenn es um nichts Militärisches geht, passt das Bild aber zu einem gewissen Grad in die heutige Zeit. Wie häufig stürmen Sinneseindrücke und Gedanken auf uns ein. Der „Krieg“, der dann in unserem Kopf tobt, macht Stress. Daher ist Pratyahara ein wesentlicher Baustein, wenn es um unser Wohlbefinden geht. Denn wenn nichts mehr auf uns einprasselt, unsere „inneren Truppen“ sich einmal zurückgezogen haben, spüren wir häufig die Ruhe und Entspannung, die wir schon lange gesucht haben.

Merkmale von Pratyahara

Zu diesem fünften Glied im achtgliedrigen Pfad gehören mehrere Merkmale. Zum einen ist es das Zurückziehen von Sinnesobjekten. Im Yoga versteht man darunter alles, was wir mit den Sinnen erfassen können. Was wir sehen, hören, schmecken, riechen oder tasten können. Zum anderen ist ein Merkmal auch der Rückzug von unserer Wahrnehmung. Das bedeutet, dass wir Sinneseindrücke in diesem Zustand gar nicht erst zulassen. Das dritte Merkmal ist der Rückzug von der Anhaftung. Hier geht es darum, den Geist nicht aktiv werden zu lassen.

Pratyahara im Alltag und bei der Meditation

Im Alltag lässt Du das fünfte Glied des Raja Yoga immer wieder einfließen. Das ist natürlich erst dann möglich, wenn Du nach und nach ein Bewusstsein für diesen Zustand entwickelt hast. Auch in der Meditation kannst Du ihn einbinden. Hier erinnerst Du Dich vielleicht an Deinen ersten Stunden beim Yoga, wo Du in der Stille sitzen solltest und Gedanken, die aufkommen, unbewertet an Dir vorüberziehen lassen solltest.

Vorbereitung ist nötig. Pratyahara ist nicht ohne Grund das fünfte Glied im Raja Yoga. Du solltest erst dann beginnen, Dich diesen Übungen zu widmen, wenn Du mit den vorausgegangenen Stufen einigermaßen vertraut bist. Zudem ist ein Yogalehrer an Deiner Seite hilfreich, der über gute spirituelle Praxis verfügt. Disziplin und Ausdauer sind am Anfang sehr wichtig. Den je mehr Du versuchst, Dich auf etwas nicht zu fokussieren, umso mehr wirst Du es am Anfang mit hoher Wahrscheinlichkeit tun.

Die Sinne nacheinander zurückziehen

Alle Sinne auf einmal zurückzuziehen, ist nahezu unmöglich. Daher gibt es eine Art Faustregel, wie Du Pratyahara am besten erreichen kannst. Hier geht es um den wildesten Sinn. Es ist der, der bei Dir selbst individuell am aktivsten ist. Konzentrieren Dich darauf, diesen Sinn nach und nach zu zügeln. Gelingt Dir dies, kannst Du den nächsten Sinn in Deine Praxis hinzunehmen. Mit Gewalt geht dabei gar nichts. Wichtig ist, dass das Zurückziehen der Sinne auf sanfte Weise zu tun, um den Geist nicht darauf aufmerksam zu machen und wieder zu fokussieren.

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Dharana – entspannt fokussiert bleiben

Dharana - entspannt fokussiert bleiben
Dharana – entspannt fokussiert bleiben

Dharana, die sechste Stufe des achtstufigen Weges im Raja Yoga, wird meist mit „Festhalten“ oder „Konzentration“ übersetzt. Sie ist die erste Stufe der letzten drei, zu denen außerdem Dhyana und Samadhi zählen. Gemeinsam bilden die letzten drei Stufen Samyama, die Versenkung.

Was bedeutet Dharana?

Die Bedeutungen des Sanskritwortes sind vielfältig. Sie umfassen je nach Zusammenhang Gedächtnis und Erinnern ebenso wie Groll und Ärger. All diese Bedeutungen haben als gemeinsamen Nenner das Halten und Festhalten von etwas – und genau darum geht es im Yoga. Dharana bedeutet, die Aufmerksamkeit auf einen einzigen Gegenstand gerichtet zu halten und sich nicht davon ablenken zu lassen. Das klingt leicht, doch in der Praxis ist es oft sehr schwierig, den Geist so fokussiert zu halten, dass er nicht anfängt, sich mit etwas anderem zu beschäftigen. Viele Ablenkungen von innen und außen können dieses gerichtete Gewahrsein buchstäblich zunichte machen. Geräusche und Bewegungen in der Umgebung, Erinnerungen (zum Beispiel an unerledigte Aufgaben), Gedanken an Zukünftiges, Körperempfindungen,… die Liste möglicher Ablenkungen ist lang. Dharana zu praktizieren heißt zu lernen, die Aufmerksamkeit willentlich auf Dein Objekt der Versenkung gerichtet zu halten, ohne dass Ablenkungen dich davon abbringen. Es bringt die Ablenkungen nicht zum Verschwinden. Aber sie interessieren Dich nicht mehr. Dharana ist ein Zustand, den wir alle kennen, denn Kinder treten beim Spielen ganz spontan und natürlich in diese fokussierte Aufmerksamkeit ein. Wir verlernen ihn nur wieder – doch mit geeigneten Übungen können wir ihn uns wieder aneignen.

Wie praktiziert man Dharana?

Die fünfte Stufe, Pratyahara, hat Dich mit dem Rückzug der Sinne bereits auf Dharana vorbereitet – wie überhaupt die ersten fünf Stufen als Vorbereitung für die letzten drei Stufen gelten können. Dabei hast Du schon viele Übungsformen kennengelernt, die die Konzentration fördern, zum Beispiel im Pranayama bei der Konzentration auf den Atem. Um Dharana zu üben, wählst Du ein Objekt, das Du über die gesamte Dauer der Übung im Bewusstsein festhalten möchtest. Das kann eine Gottheit sein, ein Meditationsbild, ein Klang (auch ein vorgestellter), ein Mantra, ein Duft, ein materielles Objekt, ein Ameisenhaufen, eine Blume oder ein Baum oder ein Teil deines Körpers – wichtig ist nicht, worauf Du Deine Konzentration richtest, sondern dass Du dich über die gesamte Dauer der Übung nicht davon ablenken lässt. Damit ist nicht verbissene Konzentration gemeint, sondern ein entspanntes, zielgerichtetes Gewahrsein. Wenn Du damit beginnst, Dharana zu praktizieren, übst Du am besten nur einige Minuten – schon das ist für Anfänger eine echte Herausforderung – und verlängerst die Dauer der Übungen, wenn es Dir gelingt, das entspannte, aber fokussierte Gewahrsein über einige Minuten aufrechtzuerhalten, ohne dass Deine Gedanken unruhig von einem Thema zum anderen zu springen beginnen (Kshipta) oder müde und träge werden (Tamas, Mudha).

Du kannst grundsätzlich mit offenen oder geschlossenen Augen üben, etwas im Außen oder im Innen betrachten. Letztlich macht es keinen Unterschied, wie Du Dharana erlangst – nur das Ankommen zählt. Wenn dies geschieht, geht Dein Bewusstsein ganz mühelos, wie von selbst, in Dhyana über, die meditative Versenkung.

Tipps und Hilfsmittel

  • Sei Dir bewusst: Es ist völlig normal, wenn Dein Geist beim Üben anfangs Ablenkungen folgt. Nimm sie einfach gelassen hin, lasse sie los und kehre entspannt wieder zu deinem Konzentrationsobjekt zurück. Wenn Du Dich ärgerst, machst Du es nur schwieriger.
  • Um Fortschritte besser erkennen zu können, kannst Du eine Perlenschnur nehmen. Jedesmal, wenn Du abgelenkt wirst, schiebst Du sie eine Perle weiter. So merkst Du besser, wenn die Ablenkungen im Laufe der Zeit nachlassen.
  • Beginne im Alltag das, was Du gerade tust, mit voller Aufmerksamkeit und Konzentration zu tun – das fördert das Konzentrationsvermögen beim Üben ungemein!

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Raja Yoga – die acht Stufen des königlichen Yoga

Raja Yoga - die acht Stufen des königlichen Yoga
Raja Yoga – die acht Stufen des königlichen Yoga

Raja Yoga sind die acht Stufen des königlichen Yogas, welche sich wiederum vom achtgliedrigen Pfad ableiten. Niedergeschrieben wurden sie bereits vor rund 2.000 Jahren von Rishi Patanjali. Sie bilden die Grundlage für das Raja-Yoga und wurden im Westen erst im 20. Jahrhundert aus bis dato geheim gehaltenen Schriften offenbart. Alternativ werden die acht Stufen gern auch als Ashtangas bezeichnet. „Ashta“ steht stellvertretend für die Zahl acht, „Anga“ hingegen steht für Teile beziehungsweise Glieder. Sie spiegeln eine fortlaufende Kette von Disziplinen beziehungsweise Schritten wider, welche den Körper und Geist reinigen sollen. Das Ziel der acht Stufen ist es, am Ende die eigene Erleuchtung zu finden.

Die ersten vier Stufen mit ihrer Beschreibung im Überblick

Die erste Stufe YAMA enthält fünf Enthaltungen beziehungsweise moralische Verbote, darunter beispielsweise, dass niemand in böser Absicht töten oder jemanden verletzen soll. Außerdem sollen Unwahrheiten gemieden, kein Diebstahl begangen und Enthaltsamkeit geübt werden, während keine Geschenke anzunehmen sind. Im übertragenen Sinne widmet sich YAMA dem Verhältnis vom Mensch zu anderen Menschen und seiner Umwelt.

In der zweiten Stufe, als NIYAMA bezeichnet, werden fünf Verhaltensregeln aufgeführt, die alternativ auch als moralische Gebote verstanden werden können. In dieser Stufe geht es um das Verhältnis zu sich selbst, so beispielsweise über eine seelische, geistige und physische Läuterung und eine generelle Zufriedenheit. Weiterhin soll der Mensch eine geistige Disziplin erlangen und diese mit Strenge zu sich selbst Tag für Tag üben. Lehren bedeutet im Yoga zudem auch verstehen, weshalb eine weitere Facette das Studium und die Weiterbildung umfasst. Der eigene Egoismus soll aufgegeben werden.

Die dritte Stufe vom Raja Yoga ist das ASANA, auch als die rechte Meditationshaltung bezeichnet. Es gibt sehr viele verschiedene Asanas, an erster Stelle steht aber eine bequeme und stabile Haltung, die es dem Menschen erlaubt in sich zu gehen und seine eigene Tiefe zu erkunden. Gemeint sind auch die Reinigung beziehungsweise Schulung vom eigenen Körper, was wiederum durch verschiedene Yogastellungen erreicht wird. Die Stufe ASANA vom Raja Yoga ist mit Sicherheit die, die die meisten Menschen mit Yoga verbinden, da es sich hierbei um die Bewegungen und Übungen handelt.

Die vierte Stufe vom Raja Yoga ist zugleich die erste Stufe vom Kriya Yoga: PRANAYAMA. Hier geht es um die Beherrschung der eigenen Lebensenergie. Gemeint ist vor allem eine Atemkontrolle, welche bei allen Yogaübungen eine elementare Rolle einnimmt. Ziel einer kontrollierten Atmung ist die eigene Lebensenergie zu beherrschen und damit Geist und Körper durch ausgewählte Atemübungen zusammenzuführen. Durch Achtsamkeit und beständiges Üben soll die Atmung einerseits vertieft und andererseits reguliert werden.

Die weiteren vier Stufen vom Raja Yoga

Die fünfte Stufe wird als PRATYAHARA bezeichnet und steht stellvertretend für die Verinnerlichung. Die Sinne sollen sich zurückziehen, wodurch die Aufmerksamkeit auf das Selbst gelenkt wird. Man leitet seine Sinne also auf sich selber um, um näher in Kontakt mit seinem Körper und Geist zu treten. Auch das ist nachweislich bei vielen Yoga-Übungen und ihren Lehren ein elementarer Faktor, da es sich beim Yoga keinesfalls „nur“ um spezifische Übungen und eine kontrollierte Atmung handelt.

Als DHARANA wird die sechste Stufe vom Raja Yoga bezeichnet. Im übertragenen Sinne kann diese Stufe beziehungsweise Bezeichnung für die eigene Konzentration stehen. Ziel ist es die eigene geistige Energie auf einen spezifischen, im Vorfeld ausgewählten Punkt zu lenken und sich darauf für eine gewisse Zeit zu fokussieren. In den Schriften wird dieser Schritt vom Raja Yoga auch als die Sammlung beziehungsweise das Gebet bezeichnet. Schüler vom Yoga sollen ihre Aufmerksamkeit unter anderem auf das dritte Auge beziehungsweise das Herz-Chakra lenken.

Die siebte Stufe vom Raja Yoga wird als das DHYANA bezeichnet und steht für die Verbindung beziehungsweise die Meditation. Beim Yoga soll die Aufmerksamkeit in einen Fluss gelenkt werden, welcher im Hier und Jetzt, nicht in der Vergangenheit und nicht in der Zukunft stattfindet. So sollen sich Menschen beim Yoga auf das Aktuelle fokussieren und sich damit zugleich der Last des Vergangenen und des Künftigen entledigen.

Die letzte und achte Stufe vom Raja Yoga bezeichnet man als SAMADHI, was wiederum für die Verschmelzung steht. Das Alltagsbewusstsein, das Bekannte und das Typische soll abgelegt werden, um sich selber zu überwinden, in eine völlig neue Dimension des Seins einzutreten, welche fortan den Zustand ausmacht. Mit dieser Stufe sind die acht Stufen vom königlichen Yoga zugleich abgeschlossen.

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Der innere Weg: den Geist beruhigen

Der innere Weg: den Geist beruhigen
Der innere Weg: den Geist beruhigen

Fällt das Wort Yoga, denken viele Menschen sofort an die körperlichen Übungen, die Asanas. Sie haben in unserer westlichen Welt einen hohen Stellenwert erreicht, denn sie versprechen einen beweglichen Körper, eine straffe Figur und eine stabile Gesundheit. Wir kennen sie überwiegend aus dem Hatha Yoga oder aus extremeren, modernen Varianten wie dem Power Yoga (schnelle Übungen) und dem Bikram Yoga (Übungen in einem aufgeheizten Raum). Es wird dabei gern vergessen, dass der Königsweg des klassischen Yogas aus acht Teilen besteht: fünf für den äußeren Weg – darunter fallen die Asanas – und drei für den inneren Weg.

Diese drei Teile heißen:

Dharana: die vollkommene Konzentration
Dhyana: die Meditation
Samadhi: das Einssein mit dem Objekt der Aufmerksamkeit

Der individuelle Weg

Das hört sich für dich vielleicht fremd und schwierig an. Doch lass dich nicht entmutigen. Tatsache ist, dass der innere Weg ein sehr subjektiver ist: Nur du kannst ihn gehen. Du kannst ihn weder für jemanden anders durchführen, noch kann ein anderer dies für dich übernehmen. Es geht um die Suche nach der Erkenntnis deiner selbst, nach deinem eigenen Wesen. Darum gibt es auch keinen allgemein gültigen Weg als Allheilmittel für jedermann.

Indem du dich vollkommen konzentrierst, blendest du alles Störende aus. Hierhin passt auch die Achtsamkeit im Alltag: ganz bei dem zu sein, was du tust. So bändigst du das Gedankenchaos, das dir immer wieder zu schaffen macht, dich ablenkt und dich unkonzentriert und unsicher werden lässt.

Einfache Rituale

Zur Vorbereitung einer meditativen Übung brauchst du nur einen ruhigen Raum. Wenn du möchtest, atme einige Male tief durch und/oder suche dir einige einfache Atemübungen wie die Wechselatmung aus. Manchem hilft es, einige Asanas durchzuführen. Damit wird die Übung allerdings insgesamt deutlich länger.

Konzentration und Meditation lassen sich üben. Ein beliebtes Beispiel ist die brennende Kerze, die du auf eine Entfernung von etwa einer Armlänge so vor dir aufstellst dass dein Blick leicht nach unten gerichtet ist. Es kann aber auch eine Schale oder jeder andere Gegenstand sein. Du setzt dich bequem davor und konzentrierst dich ganz auf diesen Gegenstand. Diese Übung klingt leicht, aber sie ist es nicht. Immer wieder springen die Gedanken fort, du erinnerst dich an etwas, hast deinen Tagesplan im Kopf oder es fällt dir etwas Wichtiges ein. Die Kunst besteht nun darin, diese Gedankensprünge wahrzunehmen, die jeweiligen Gedanken aber ziehen zu lassen. Du kannst sie wie vorbeischwebende Wolken betrachten und innerlich loslassen. In diesem Moment ist nur das Sitzen und Konzentrieren wichtig, sonst nichts. Alles andere hat Zeit, bis du mit deiner Übung fertig bist.

Eine Alternative ist das Versenken, bei dem du die Augen geschlossen hältst und dich nur auf ein inneres Bild konzentrierst. Stelle dir beispielsweise einen Lieblingsort vor. Es sollte ein starkes, positives Bild sein. Diese Übung lässt sich überall und jederzeit durchführen.

Starte deine Übung mit einer Fünfminutensitzung – gerade als Anfänger wirst du feststellen, dass eine solche durchgehende Konzentration zunächst kaum möglich ist. Praktiziere diese Übung regelmäßig, am besten täglich: Du findest immer fünf Minuten, wenn du es wirklich willst.

Innerlich wachsen

Ziel aller Bemühungen ist eine Stärkung deines Ichs. Mit der Zeit wirst du gelassener, das Streben nach Reichtum und Materiellem – den äußeren Faktoren unseres Lebens – nimmt ab. Es ist deine innere Wirklichkeit, dein spirituelles Selbst, das wirklich wichtig ist. Du lernst eine Kraft des Herzens kennen, die dich zu einem besseren Menschen werden lässt: Eine der Grundaussagen der Yoga-Philosophie besteht darin, niemandem etwas zuleide zu tun; andere Menschen mit ihren Fehlern zu erkennen, aber ohne (Ab-)Wertung gelten zu lassen. Im besten Fall kannst du sie nicht nur tolerieren, sondern sogar fühlend verstehen.

Der innere Weg beruhigt deinen Geist und lässt ihn klar arbeiten. So bewältigst du deinen Alltag leichter und strahlst eine starke innere Kraft aus.

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