Urdhva Kukkutasana – die Hahnstellung nach oben

Urdhva Kukkutasana - die Hahnstellung nach oben
Urdhva Kukkutasana – die Hahnstellung nach oben

Vielleicht hast Du in einer Yogastunde schon einmal Kakasana, die Krähe, gesehen oder sogar geübt? Das Gefühl, nach einiger Zeit des Übens endlich die Füße vom Boden zu lösen und in der Luft schweben zu dürfen, ist für viele Yogis eine überwältigende Erfahrung. Etwas schwerer in der Ausführung fällt meist Urdhva Kukkutasana – eine Übung, die ebenfalls nach einem geflügelten Tier benannt ist: Beim nach oben blickenden Hahn werden die in der Luft befindlichen Beine und Füße im Unterschied zur Krähe zusätzlich im Lotos angeordnet.

Hier erfährst Du eine Menge über diese Übung für Fortgeschrittene, die zur dritten Serie des Asthanga Yoga gehört.

Bezeichnung aus dem Sanskrit

Wie die meisten Yogaübungen, leitet sich auch die Aufwärtsversion von Kukkutasana aus einer Sanskritbezeichnung für ein Tier ab. Wie immer endet das Wort für die Pose auf „asana“, dem Begriff für „Haltung“ oder „Position“. „Kukkuta“ ist der Hahn und „urdhva“ ist das Wort für „nach oben gerichtet“. Urdhva Kukkutasana ist also der Hahn, der nach oben gerichtet ist. Wie beim herabschauenden Hund erfahren wir bei der Bezeichnung einer Asana also, welches Tier dargestellt wird und was es tut.

Faszination des Schwebens

In Urdhva Kukkutasana bist Du nur mit Deinen gespreizten Händen auf Deiner Matte verankert. Der Rest Deines Körpers schwebt, durch Deine Arme in vollendeter Balance, in der Luft. Dort oben, in einer Haltung, die für den bewundernden Betrachter alle Gesetze der Schwerkraft aus den Angeln zu heben scheint, erlebst Du „Stira Bhaga“, die „erhabene Ruhe“ des Yogis.

Ganzheitliche Wirkung im aufwärts gerichteten Hahn

Natürlich ist diese Übung für viele Yogis nicht auf Anhieb zu praktizieren. Aber es lohnt sich aufgrund ihrer Wirkungen auf Körper, Geist und Seele, sie zu erlernen. Im körperlichen Bereich trainierst Du in Urdhva Kukkutasana die Kraft Deiner Arme sowie die Deiner Rumpfmuskulatur, also die von Bauch und Rücken. Zudem fördert das Ausbalancieren in dieser Position des aufwärts gerichteten Hahns Deine koordinativen Fähigkeiten, vor allem natürlich Dein Gleichgewicht.

Im geistig-seelischen Bereich profitierst Du ebenfalls von dieser fortgeschrittenen Hahn-Position. Urdhva Kukkutasana bringt Dich nämlich nicht nur äußerlich in Balance, sondern auch innerlich ins Gleichgewicht. Fortgeschrittene Yogis nutzen diese Positionen sogar zum Meditieren! Für die Entscheidung, letzendlich die Füße vom Boden zu lösen, brauchst Du eine Menge Entschlusskraft und Mut – alles Faktoren, die Dir auch im privaten und beruflichen Alltag nützen werden.

Körperliche Voraussetzungen

Für das Trainieren der Fähigkeiten für Urdhva Kukkutasana brauchst Du Asanas, die Dir die speziell für diese Haltung notwendige Kraft und Beweglichkeit vermitteln und Deine Balance verbessern. Für das Gleichgewicht, das hast Du andeutungsweise bereits weiter oben gelesen, ist die Krähe eine artverwandte Übung. Sie ist leichter durchzuführen und vermittelt Dir den Mut, Dich nur auf den Händen stehend mit dem Körper in die Luft zu begeben.

Die Kraft, die Du im Rumpf sowie in den Armen brauchst, kannst Du aus einer ganzen Reihe von Yoga-Übungen bekommen. Selbst einfache Übungen wie der herabschauende Hund oder das Brett trainieren die nötige Muskulatur. Die nötige Flexibilität, die Du für die im Lotos gekreuzten Beine brauchst, kommt vor allem aus Deiner Hüfte. Hier, auf Deinem Weg zu der aufwärts gerichteten Variante von Kukkutasana, zeigen Dir Deine Yogalehrer die vielen Möglichkeiten, die eine verbesserte Hüftöffnung begünstigen. Das können aktive Haltungen und Dehnungen sein, aber auch die passive Dehnung der Faszien in den Positionen des Yin Yoga.

Sicher in der Hahnstellung

Wenn Du die aufwärts gerichtete Hahnstellung übst, kannst Du Dir vor Deinen Körper eine Matte oder ein Kissen platzieren,um Dich weich abzufedern, falls Du die Balance nach vorne verlieren solltest. Um ohne Angst ein Gefühl für die richtige Haltung bekommen zu können, kannst Du auch einen Lehrer oder Mityogi bitten, Dir Hilfestellung zu leisten.

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