Mahamudra – das große Siegel

Mahamudra - das große Siegel
Mahamudra - das große Siegel
Mahamudra – das große Siegel

Bei Mahamudra ist eine fortgeschrittene Hatha Yoga Übung. Mudra heißt im Sanskrit Siegel. Mahamudra bedeutet Großes Siegel. Es sind kraftvolle Handgesten, denen verschiedene gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben werden. Zudem sollen die Fingerhaltungen die Körperenergien und Stimmungen positiv beeinflussen. Was Mahamudra genau ist, wie es ausgeführt wird, welche Vorteile damit einhergehen können und was es zu beachten gibt, erfährst Du nachfolgend.

Was ist Mahamudra?

Maha bedeutet großartig und Mudra “Energie erweckende” Stellung. Mahamudra findet in vielen tibetisch-buddhistischen Schulen Anwendung. Die Methode dient dazu, unseren Geist wahrhaft zu verstehen und somit eine innere Erleuchtung zu erfahren. Das Hauptziel besteht darin, unserem Leben einen Sinn zu geben. Bei der fortgeschrittenen Yogaübung Mahamudra werden drei große Bandhas (Körperverschlüsse) trainiert: Mula-, Uddiyana– und Jalandhara Bandha. Es werden somit alle Vorteile der drei unterschiedlichen Bandhas in dieser Haltung vereint. Die Übung wird auf dem Boden durchgeführt. Dabei kommt die Pose Janu Sirsasana zum Einsatz. Die Wirbelsäule ist in alle Richtungen verlängert: vorwärts, aufwärts, seitlich, verdreht, rückwärts und umgedreht. Dies unterstützt den optimalen Fluss der Lebensenergie, was auch als Prana bezeichnet wird. Jeder hat mal mehr und mal weniger Prana. Allgemein heißt es dann: “Heute habe ich eine Menge Energie” oder eben “Heute habe ich keine Energie.”

Wie funktioniert Mahamudra?

Strecke Dein rechtes Bein nach vorn aus und das linke Knie beugst Du. Die Ferse kommt zwischen Geschlechtsorgan und Anus. Fasse mit den Händen an Deinen vorderen Fuß und greife die rechten Zehen. Halte die Wirbelsäule dabei möglichst gerade und beuge Dich nach vorn. Atme tief ein und halte die Luft an. Das Kinn liegt auf der Brust. Atme dann wieder aus. Dies wiederholst Du. Bring die Zungenspitze beim Luftanhalten nach hinten zur Kehle. Schaue dabei mit geschlossenen Augen zum Punkt zwischen Deinen Augenbrauen. Um aus der Pose zu kommen, löst Du alle Verschlüsse und kommst beim Einatmen wieder hoch. Danach wechselst Du die Seite: Du streckst also Dein linkes Bein nach vorn aus, beugst das rechte Knie und gibst die rechte Ferse wieder zwischen Geschlechtsorgan und Anus. Führe alles so fort, wie Du es bereits auf der anderen Seite gemacht hast. Mit dem Anhalten des Atems wird die Energie stets stärker.

Was kannst Du durch Mahamudra erreichen?

Bei Mahamudra wird das Muladhara Chakra effektiv angeregt. Hierbei handelt es sich um unsere Wurzel, die uns stärkt, wenn wir die Bodenhaftung verlieren. Sie gibt uns Erdung. Wenn Du den Körper nach vorn beugst, wird die Energie in den Energiezentren aktiviert. Durch die Zungenstellung wird die Energie zum Punkt zwischen Deinen Augenbrauen geschickt. Der Kinnverschluss sorgt dafür, dass die Energie nicht nach außen strömt. Da der Geist beruhigt wird, ist es eine optimale Übung vor der Meditation. Mit der Haltung kannst du die Schultern und Lendenmuskeln stärken und der gesamte Organismus wird mit Energie versorgt. Mahamudra soll zudem verschiedene gesundheitliche Beschwerden lindern oder heilen können, beispielsweise Husten, Hämorrhoiden, eine vergrößerte Milz, Verdauungsprobleme, Magenschleimhautentzündung, Reizdarmsyndrom, Bauch- und Unterleibserkrankungen, Diabetes, Menstruationsschmerzen, Hautausschläge und Fieber. Damit sich die positiven Wirkungen voll entfalten können, solltest du die Übung regelmäßig wiederholen.

Zusammenfassung

Mahamudra gilt in yogischen Schriften als eine der besten Yogaübungen, da sie alle drei Bandhas einschließt. Dies kann sowohl die körperliche als auch mentale Verfassung positiv beeinflussen. Die fortgeschrittene Übung kann viele physische Vorteile haben (insbesondere hinsichtlich verschiedener Bauchkrankheiten), den Geist ins Gleichgewicht bringen und ihn von negativen Gedanken befreien. Der Körper und Geist können im Allgemeinen eine gute Gesundheit erreichen. Wer unter zu hohem Blutdruck und Herzbeschwerden leidet, sollte diese Übung vermeiden, denn es kann zu Atemstillstand kommen.

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