Bereits ab sechs Wochen: Spielerisches Yoga stärkt Kinder in jedem Alter

Bereits ab sechs Wochen: Spielerisches Yoga stärkt Kinder in jedem Alter
Bereits ab sechs Wochen: Spielerisches Yoga stärkt Kinder in jedem Alter

Ob Eltern bereits vor der Geburt selbst aktiv Yoga betrieben haben oder nicht: Wenn der Nachwuchs auf der Welt ist, können die ersten spielerischen Yogaübungen nicht nur beiden Seiten gut tun, sondern stärken durch die körperlichen Berührungen auch das Miteinander.

Yoga bereits mit sechs Wochen möglich

Abhängig von der Wohlfühlsituation von Mutter und Kind kann bereits sechs Wochen nach der Geburt begonnen werden. Dabei bekommt das Baby sanfte Massageeinheiten und vorsichtige Dehnübungen, die Mutter kümmert sich parallel um ihre eigene Beweglichkeit. Zu Hause können das ganz kurze Sequenzen sein, denn solche Yoga-/Spielmomente sollen der Entspannung dienen und nicht mit Übungsstress verbunden werden.

Gemeinsame Freude, kein Stress!

Zu dieser Yogazeit gehören Ruhe, Lachen, das Reden mit dem Kind, Kitzeln und Spielen. Dabei kann die Mutter (und der Vater) auf einer schönen Yogamatte trainieren (vielleicht mit Stickerei?), das Kind liegt auf einer superweichen, wärmenden Matte aus Schurwolle oder einer Decke direkt daneben. Yoga ist kein Leistungsprogramm, schon gar nicht mit Babys, Klein- und jüngeren Schulkindern. Das Baby freut sich über die Berührungen und Streicheleinheiten, die Mutter kann Atemübungen, Schulter- und Nackenübungen durchführen, Beinmuskeln dehnen und dabei auf den Blickkontakt mit dem Nachwuchs achten.

Vorsichtig üben

Ein sechs Wochen altes Baby ist herrlich beweglich und streckt beispielsweise problemlos seine Beinchen Richtung Kopf. Ganz vorsichtig kann in dieser Stellung weiter gedehnt werden, sowohl zum Kopf als auch zur Schulter hin. Besser ist es allerdings, zunächst einen Baby-/Kinder-Yogakurs zu besuchen, um am Anfang nichts falsch zu machen. Die Übungen lassen sich dann später zu Hause selbst durchführen. Vielleicht habt ihr auch beide so viel Spaß an fortlaufenden Kursen, dass ihr längere Zeit dabei bleibt. Solche Kurse werden von Yoga- und Gymnastik-Studios oder Volkshochschulen angeboten; im Zweifelsfall wirst du im Internet fündig. Eventuell kennt die Hebamme solche Angebote oder führt sie selbst durch. Frage aber nach, ob eine Kinder-Yoga-Ausbildung vorhanden ist.

Yoga für jedes Kinderalter

Eine solche Nachfrage lohnt sich auch in Kindergarten und Schule. Yoga als Entspannung und perfekte Trainingseinheit für bewegungsfreudige, ADHS- und eher bewegungsfaule Kinder hat sich vielfach bewährt und erobert als aktueller Trend auch diese Bereiche. Allerdings ist nicht jede Erzieherin und nicht jeder Sportlehrer dafür auch genügend vorbereitet. Dies sollten Eltern unbedingt mit den Betreffenden beziehungsweise mit der Institution abklären. Yoga darf nicht als reines Modeangebot für Kinder begriffen werden. Professionell aufgezogen, sodass es den Kleinen Freude macht, sind die Übungen allerdings sehr sinnvoll. Im Übrigen werden nicht nur Ausbildungen für Pädagogen, Hebammen und andere Personen, die beruflich mit Kindern zu tun haben, angeboten, sondern auch für Eltern. Mit diesem Wissen lassen sich zahlreiche Einheiten gut und sicher auch zu Hause durchführen.

Einige Grundsatzregeln, die auf lange Sicht Erfolg versprechen:

  • Wenn du dich nicht auskennst, informiere dich ausführlich.
  • Geh spielerisch vor: Geschichten erzählen und erfinden (lassen).
  • Motivation ja, Stress nein: Übe keinen zu starken Zwang aus, du darfst Körper und Psyche des Kindes nicht überfordern.
  • Entwickle Ehrgeiz für deine eigenen Übungen, lass deinem Kind aber seine eigene Motivationssuche.
  • Versuche, feste Zeiten einzuhalten, um Routine zu entwickeln; halte aber die Dauer für die Kinder variabel, vor allem bei kleinen Kindern.

Kleinkinder machen gern spielerisch mit, wenn Mutter oder Eltern trainieren, das muss dir reichen, wenn das Kind keine Lust hat. Ansonsten freue dich über jede gemeinsame Übung und ermuntere das Kind. Führe dein eigenes Programm aber immer unbeirrt weiter, das ist das beste Vorbild.

Fazit:

Yoga für Kinder führt zu starken Muskeln, einer gesunden Atmung und einer guten Körperhaltung, zu einer besseren Körperbeherrschung, mentaler Kraft, einem stärkeren Selbstbewusstsein und zu mehr Gelassenheit. Das Kind geht auch mit Alltagssituationen deutlich besser um; nicht von heute auf morgen, aber über längere Zeiträume gesehen. Der Versuch, deinen Nachwuchs zu Yoga zu bewegen, lohnt sich also auf jeden Fall. Wird das Kind älter, kannst du es in meditative Techniken einführen. Die Geschwindigkeit und das Ob überhaupt bestimmt allerdings das Kind selbst. Viel Spaß bei Üben!

©iStock.com/Rohappy

Einfache Yoga-Übungen für Kinder

Einfache Yoga-Übungen für Kinder
Einfache Yoga-Übungen für Kinder

Schon die Übungsnamen machen Kindern Spaß: Katze, Hund, Hase, Fisch, Kobra und Löwe regen die Fantasie an. Jedes Kind kann sich darunter etwas vorstellen und wird versuchen, das Typische in der Übung herauszuarbeiten. Auch der „tote Mann“ und die Embryostellung sind spannend. Die Übungen zeigen den individuellen Yogacharakter, denn es geht nicht um Perfektion, sondern darum, die Kinder aus ihrem oft streng terminierten, bewegungsarmen und stressigen Alltag durch möglichst viel gesunden Spaß herauszuholen. Ganz ohne Zwang natürlich. Die positiven Auswirkungen werden bald sichtbar werden.

Ist das Kind älter, kann natürlich stückweise auch an die Hintergründe des Yoga und ein tieferes Verständnis herangeführt werden. Doch ob Einstieg oder bereits Fortgeschrittener: Wichtig ist dabei, keinen Druck auszuüben, weder in Bezug auf die Übung selbst noch im Hinblick auf die Trainingsdauer insgesamt. Stattdessen kannst du dir mit dem Kind eine Geschichte zu der jeweiligen Übung einfallen lassen: Du erzählst und das Kind turnt. Oder ihr beide erfindet eine Story, die dann nachgeturnt wird, gern auch mit dir zusammen, also vielleicht eine Geschichte für ein kleines und ein großes Tier. Vielleicht hat das Kind nach der kurzen Yogaeinlage noch Lust, dazu etwas zu malen. Oder ihr turnt erst einige Übungen nacheinander und dann beginnt die Ruhephase. So wird das Rundumprogramm zur Erholung perfekt – aber bitte ohne Stress!

Wir stellen kurz einige kindgerechte Übungen vor:

– Kniet euch zusammen auf eine schöne Matte, beispielsweise eine Yogamatte aus Naturmaterialien. Es macht Spaß, wenn ihr euch gegenübersitzt und viel Platz zwischen euch lasst. Dann mit geradem (!) Rücken und lang ausgestreckten Armen nach vorn beugen, den Po dabei ein klein wenig heben; Fingerspitzen auf der Matte aufsetzen, die Arme liegen an den Ohren und bilden bis zu den Fingerkuppen ganz lange Hasenohren. Ihr könnt euch berühren oder Flüstergeschichten erzählen, das ist sehr lustig. Nur so lange verbleiben, wie es Freude macht, vorsichtig zurückkommen. Vielleicht rollt sich das Kind jetzt automatisch zusammen und auf den Rücken, dann ist das völlig in Ordnung und ihr legt eine kleine Kitzelpause ein.

– Hieran schließt sich eine schöne Schaukelübung an, die Kinder von sich aus gern machen: Auf der Matte auf den Rücken legen, Knie anziehen und mit den Armen umfassen. Leicht auf dem Rückgrat nach rechts und links rollen, das entspannt das Kreuz.

– Die Katze ist ebenfalls gefragt: auf alle viere, Katzenbuckel machen und wieder tief absenken. Mehrmals wiederholen.

– Der Hund: auf alle viere, dann Arme und Beine durchstrecken, Fersen weit zum Boden bringen, Steißbein nach oben recken (nicht unspezifisch nur den Po heben: Lege einen Finger sanft auf die Stelle, zu der das Kind hinspüren und die es speziell hochstrecken soll; aber immer spielerisch bleiben, nichts erzwingen!).

– Zur Entspannung und nach jeder Rückenübung umgekehrt in die Embryostellung: auf der Yogamatte knien, Rumpf nach vorn beugen, den Kopf Richtung Boden bringen (im besten Fall liegt der Scheitel auf), die Arme locker seitlich parallel zum Körper nach hinten legen; ganz locker werden und einen Moment verharren.

– Zum Abschluss aller Yogaübungen sehr gut geeignet: die Toter-Mann-Stellung. Rückwärts auf die Matte, beispielsweise eine warme Schurwollmatte legen, Beine und Füße locker auseinanderfallen lassen, Arme lang und locker hinlegen, Handflächen nach oben; entspannen; falls das Kind dabei einschläft, ist das kein Problem, lass es einfach schlafen. Am besten ist die Übung, wenn du das Kind dabei mit einer kuscheligen Kinderdecke zudeckst.

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Kinderyoga in der Schule

Kinderyoga in der Schule
Kinderyoga in der Schule

Weil sich einfache Yogaübungen hervorragend zur Einbindung in den Schulalltag eignen, nutzen Pädagogen Kinderyoga seit einigen Jahren verstärkt in der Schule. Ob im Rahmen des Bewegungs- und Sachunterrichts oder als optionales Angebot im offenen Ganztag: Mit Kinderyoga lassen sich Bewegung, Entspannung und Lernen wunderbar verbinden. Schulkinder – insbesondere Erst- und Zweitklässler – profitieren an langen Schultagen mit einem hohen Lärmpegel von entspannenden, leisen Yogaritualen. In vielen Grund- und Förderschulen werden Yogaelemente seit Längerem eingesetzt: Es gibt zahlreiche Unterrichtsmaterialien, anhand derer Lehrkräfte Yoga in den Unterricht integrieren können. Aber auch an Ganztagsschulen, wo neben der Vermittlung von Lerninhalten Erziehungs- und Betreuungsaufgaben neue Schwerpunkte setzen, nutzen Erzieher/innen Yoga, um Kinder ganzheitlich in ihrer Entwicklung zu unterstützen.

Yogarituale und Jahreskreis-Yoga im Grundschulunterricht

Im Anfangsunterricht kann Kinderyoga beispielsweise mit einem übergeordneten Thema wie „Jahreszeiten im Jahreskreis“ ganzjährig die Unterrichtsgestaltung bewegen und bereichern. Dazu gibt es bereits Materialien eines pädagogischen Fachverlags. Enthalten sind Bildkarten mit leichten Asanas, auf der unter anderem auch die korrekten Bewegungsabläufe für Blüte, Sonne, Blatt oder Haus (stellvertretend für die vier Jahreszeiten) beschrieben werden. Kleine Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Wintergeschichten können eine Rahmenhandlung für Yogapositionen, Spiele und Tänze vorgeben, die zwanglos zu den thematisch passenden Lerninhalten hinführen. Ebenso beliebt sind andere Naturthemen wie Tiere und Pflanzen oder Farben, die zu entsprechenden Übungen anregen.

Ganz nebenbei lernen die Kinder, ihren Körper besser wahrzunehmen. Bei Yoga findet ein Wechsel von Körperanspannung und -entspannung statt, was Kindern auch zu Hause und in anderen Situationen des Alltags hilft, Spannungen zu lösen und zur Ruhe zu finden. „Bewegter“ Unterricht schafft ein Lernumfeld, das die Konzentration fördert und zur Kreativität anregt. Auch zu diesen Aspekten finden Lehrer und Lehrerinnen Handreichungen mit Ideensammlungen für die Unterrichtspraxis.

Offene Ganztagskonzepte mit Yoga-Angeboten

Nach dem Unterricht verbringen Grundschulkinder in Ganztagsschulen auch den Nachmittag in der Schule. Yoga zur kreativen Freizeitgestaltung kann hier auch als außerschulisches Angebot von Sportvereinen oder Yogaschulen zur Verfügung gestellt werden. Yoga verbindet und überwindet Barrieren: Sprachbarrieren zwischen deutschen Kindern und Kindern mit Migrationshintergrund ebenso wie Barrieren durch Übergewicht und hohes Aggressionspotenzial. Gerade an Brennpunkt-Schulen, wo Gewalt bereits unter Grundschülern verbreitet ist, kann ein Yoga-Angebot Orientierungshilfen geben und Achtsamkeit und Respekt vor Mitmenschen fördern. Beispielhafte Erfolge von Berliner Ganztagsschulen haben auch andere Schulen aufhorchen lassen: Dort hat sich die Einfühlungskraft in die Bedürfnisse des Anderen durch Yogakurse so positiv entwickelt, dass alle davon profitieren: die Kinder ebenso wie Lehrkräfte und Erziehungspersonal. Letztlich kann Yoga sogar einen Beitrag zur Sprachförderung leisten, wenn in Eingangsritualen Geschichten erzählt und mit Bewegungen verknüpft werden. Kleine Machos, die Vorbehalte gegen „mädchenhafte“ Erzählungen und Bewegungsspiele haben, lassen sich oft mit Heldengeschichten und dazu passenden Heldenstellungen aus der Reserve locken.

Kinderyoga-Angebote an weiterführenden Schulen

Der pädagogische Ansatz, Defizite auszugleichen und dem schulischen Druck mit Yoga etwas entgegenzusetzen, erweist sich auch in der Sekundarstufe als hilfreich. Yoga verzichtet von seinem Wesen her auf jeglichen Leistungsdruck. Die Förderung von Wahrnehmungs- und Aufnahmefähigkeit erleichtert das Lernen, ohne dass Kinder das Gefühl haben „funktionieren“ zu müssen. In den Klassen 5 und 6 verliert Kinderyoga in der Schule dennoch den vornehmlich spielerischen Charakter. So wie sich die Unterrichtsschwerpunkte ändern, können auch die Übungen dem Alter der Schüler/innen und der sensomotorischen Entwicklung angepasst werden. Für höhere Klassen eignen sich die Grundlagen des Yoga als theoretischer und praktischer Gegenstand des Sportunterrichts, die auf die jeweiligen Lernplanziele abgestimmt werden können. Auf Aufwärm- und Achtsamkeitsübungen folgen Yoga-Positionen und Bewegungsfolgen mit den Zielsetzungen Aggressionsabbau oder Gelassenheits- und Kraftsteigerung. Pädagogikverlage bieten für die Schülerarbeit Arbeits- und Reflexionsbögen als Kopiervorlagen an. Außerhalb der Lehrpläne bieten viele Schule Yoga-AGs und Yoga-Workshops an, die auch für ältere Kinder und Jugendliche interessant sind, die zuvor noch nie Yoga praktiziert haben.

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Kinderyoga Übungen – Yoga für Kinder

Kinderyoga Übungen
Kinderyoga Übungen

In der modernen westlichen Welt leiden Kinder häufig unter Bewegungsmangel, Stress und den Folgen medialer Reizüberflutung. Spezielle Yoga-Übungen können helfen, mehr körperliche Aktivität und Entspannungsphasen in den Alltag von Kindern zu integrieren.

Wie Kinder von Yoga profitieren

Mit Yoga-Übungen können Kinder ihre Körper- und Sinneswahrnehmungen sowie ihre Balance verbessern. Sie werden kräftiger und beweglicher und verbessern so ihre Haltung. Meditations- und Achtsamkeitsübungen fördern zusätzlich die Konzentration. So helfen Yoga-Übungen den Kindern, Körper und Geist in Einklang zu bringen. Sie können leichter Stress ab- und Selbstbewusstsein aufbauen, wodurch es Familien leichterfällt, Probleme wie aggressives Verhalten oder Schulangst in den Griff zu bekommen. Erfreulich ist, dass Yoga keine kostspielige Ausrüstung erfordert: Bequeme Kleidung und warme Socken finden sich im Kleiderschrank Deines Kindes bestimmt. Zudem ist das Verletzungsrisiko im Vergleich zu anderen Sportarten relativ gering.

Unterschiede zum Erwachsenen-Yoga

Kinderyoga basiert auf derselben Lehre wie die Übungen für Erwachsene. Allerdings möchten junge Yoga-Anfänger kreativer und spielerischer an die verschiedenen Asanas herangeführt werden. Da Kinder außerdem über weniger Kraft und Ausdauer verfügen, sind die einzelnen Asanas in der Regel kürzer – zumal die Wirkung der Übungen bei Heranwachsenden aufgrund ihres kleineren Herz-Kreislauf-Systems rascher eintritt. Dafür werden die verschiedenen Stellungen im Kinderyoga öfter wiederholt. Weil junge Yogis und Yoginis sich auch schneller wieder erholen – und sich zugleich leichter langweilen – fallen auch die Entspannungs- und Meditationsphasen meist kürzer aus.

So macht Yoga Kindern Spaß

Dank ihrer angeborenen Neugierde und ihrem natürlichen Bewegungsdrang fällt es den meisten Kindern leicht, die verschiedenen Stellungen zu lernen. Schon Babys, deren Mütter Yoga praktizieren, ahmen die Übungen nach. Von richtigen Yogastunden profitieren Kinder etwa ab dem Kindergartenalter. Ob beruhigende, aktivierende oder allgemein harmonisierende Übungen – in kleine Geschichten verpackt machen sie Kindern am meisten Spaß – vor allem wenn die Asanas so kindgerechte Namen wie „Katze”, „Löwe” oder „Baum” haben.
Ihre Achtsamkeit auf die Atmung zu lenken, lernen die Kinder am besten nicht mit typischen Atemübungen, sondern mit Pustespielen oder dem Nachahmen von Tierlauten. Außerdem wirken Abwechslung und ehrliches Lob ungemein motivierend.

Yoga-Kurse für Kinder

Ob Dein Kind Spaß am Yoga hat, findet Ihr am besten im Rahmen einer oder mehrerer Schnupperstunden heraus. Yoga-Kurse bieten nicht nur spezielle Yoga-Schulen, sondern auch viele Sportvereine und Volkshochschulen an. In manchen Schulen und Kindertagesstätten finden Yoga-Einheiten sogar während der üblichen Betreuungszeiten statt. Im Allgemeinen trainieren Kinder etwa einmal pro Woche, wobei eine Kinderyogastunde abhängig vom Alter der Teilnehmer meist zwischen 30 und 60 Minuten dauert. Achte außerdem auf die Größe der Gruppe: Ab mehr als zehn Kindern wird es häufig sehr unruhig während der Yogastunden, worunter natürlich die Konzentration leidet. Der Kursleiter sollte am besten über die Zusatzqualifikation „Kinderyoga” verfügen.

Entscheidet sich Dein Kind für einen Yoga-Kurs, ist regelmäßiges Training natürlich wichtig: Denn nur wenn Kinder sich über Fortschritte freuen können, hält die Begeisterung für das neue Hobby auch über die Anfangsphase hinaus an. Damit Yoga jedoch all seine positiven Effekte entfalten kann, sollten Eltern, was die Trainingshäufigkeit sowie die -intensität anbelangt, keinen Druck aufbauen.

Mögliche Inhalte einer Yogastunde für Kinder

Am Beginn einer Kinderyogastunde könnte als motivierender Einstieg ein kurzes Ankommensspiel stehen. Danach folgt der „Sonnengruß” oder eine andere Aufwärmübung. Für die weitere Gestaltung der Yogastunde wählt der Yogalehrer/die Yogalehrerin klassische Asanas wie den Schulterstand, die „Kobra” oder die „Krähe” oder er integriert diese in ein Thema wie „Reise nach Indien” oder „Besuch im Indianerdorf”. Meditationen mit kindgerechten Texten sowie Stilleübungen – zum Beispiel mit einer Klangschale oder in Form einer Kerzenmeditation – haben ebenso ihren festen Platz in einer Yogastunde für Kinder.

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Warum Kinderyoga gut tut und Spaß macht?

Kinderyoga tut gut und macht Spaß
Kinderyoga tut gut und macht Spaß

Neulich beim Mutter-Kind-Turnen: Während die Mütter mit Rückbildungsgymnastik beschäftigt waren, bewies der Nachwuchs eindrucksvoll, wie selbstverständlich Kinder Yoga praktizieren. Marie, Lucia, Nikos und Finn lagen bäuchlings als Baby-Quartett auf einer riesigen Krabbeldecke – nicht etwa auf einer Yogamatte – und übten eifrig die Kobra. Sie stemmten sich auf ihre kleinen Händchen und hoben ganz langsam den Kopf. Dann streckten sie die Arme durch, spannten Schultern und Rücken an und begaben sich schließlich wieder in die Ausgangsposition, um die Übung unermüdlich zu wiederholen. Lucia und Nikos hatten neuerdings gelernt, sich zu drehen, und auf dem Rücken liegend gelang ihnen nun das Aufsetzen. Marie und Finn, die bereits selbstständig sitzen konnten, taten dies mit lässig gespreizter Beinstreckung. So natürlich sind manche Bewegungsabläufe beim Yoga, dass wir alle sie instinktiv üben, bevor wir laufen können – quasi von Geburt an.

Kinderyoga – Übungen für alle Sinne und gute Laune

Vom Kleinkind bis zum Teenie: An Yogaübungen können Kinder jeder Altersstufe spielerisch herangeführt werden. Yoga tut Kindern gut, weil dabei niemals Leistungsdruck aufkommt. Diesen Druck lernen manche Kinder bereits in der Krabbelgruppe kennen – und meist wächst er später im Kindergarten, in der Schule oder im Sportverein zu einer Last, die schwer wiegt. Yoga ist anders. Yoga schafft einen Ausgleich; Kinder lernen, ihrem Körper zu vertrauen und sich zu spüren. Die ruhige und konzentrierte, aber dennoch lockere Atmosphäre beim Kinderyoga unterscheidet sich wohltuend vom Stress, den immer häufiger schon Kleinkinder erleben. Wenn Mütter oder Väter zu Hause Yogaübungen durchführen, sind die Sprösslinge generell intere

ssiert und werden mitüben. Dieser erste Kontakt mit Yoga ist völlig in Ordnung. Wenn Kinder aber dauerhaft Interesse zeigen, empfiehlt sich die Anmeldung in einem Yogakurs für Kinder. Qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer achten auf die richtige Ausführung von Bewegungsabläufen und wählen kindgerechte Übungen aus. Sie verpacken die Yoga-Elemente zudem in kleine Geschichten und Spiele, abgestimmt auf die jeweilige Altersgruppe.

Wie ein Yogakurs für Kinder abläuft

Angebote gibt es in einigen Yogaschulen ab dem Kindergartenalter. Die Yogalehrerinnen und -lehrer sollten dann nach Möglichkeit eine zusätzliche frühpädagogische Ausbildung haben, damit sie die Bedürfnisse der Kleinkinder berücksichtigen und den Unterrichtsstil an deren körperliche und geistige Fähigkeiten anpassen können. Für Schulkinder werden auch Schnupperkurse im offenen Ganztag oder in Sportvereinen angeboten – eine Alternative, wenn die nächste Yogaschule zu weit entfernt ist. Eine Yogastunde für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter enthält beruhigende, harmonisierende und aktivierende Elemente. Die Stunde beginnt mit Begrüßungsspielen und einfachen Entspannungs- und Atemübungen, in die mitunter auch die Lieblings-Kuscheltiere von Kleinkindern einbezogen werden. Asanas in abgewandelter Form schließen sich an. Inspiriert von traditionellen Yogastellungen, unterscheiden sie sich häufig in der Bezeichnung und auch in der Ausführung. Viele Kinder lieben die Sequenzen des Sonnengrußes, besonders dann, wenn eine passende Geschichte über die Sonne als Quelle des Lebens erzählt wird. Meist klingen die Stunden mit Stilleübungen oder entspannenden Massagespielen aus. Jugendliche fühlen sich am wohlsten in speziellen Yogakursen für ihre Altersgruppe, denn Yoga zusammen mit Gleichaltrigen ist einfach cooler als ein normaler Kurs mit einem entsprechend höheren Altersdurchschnitt.

Kleine Yogis stellen besondere Anforderungen

Ob spielerisches Yoga mit vielen Zusatzelementen oder kindgerecht abgewandeltes Hatha Yoga: Mit verschiedenen, gut aufeinander abgestimmten Übungen kommt bei Kindern keine Langeweile auf. Auch meditative Übungen lassen sich gut integrieren, wenn das Drumherum spannend und für Kinder nachvollziehbar ist. Kinder ahmen gerne nach und erschließen sich so die Asanas. Lehrerinnen und Lehrer haben darum eine Vorbildfunktion im wahren Wortsinn, müssen sich auf die Kinder einlassen, Hilfestellung geben und Einfühlungsvermögen besitzen. Aufrichtiges Lob tut Kindern gut, aber nicht übertreiben: Kinder spüren nämlich instinktiv, wenn das Lob nicht ehrlich gemeint ist. Das Wichtigste ist, dass die Kinder aus eigenem Antrieb handeln und Freude an dem haben, was sie tun – so wie Babys, die durch ihre Bewegungen Geist und Körper zugleich entwickeln.

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