Das Upavesasana – Die Hocke als Alltagshaltung und Beginner-Pose

Das Upavesasana - Die Hocke als Alltagshaltung und Beginner-Pose
Das Upavesasana – Die Hocke als Alltagshaltung und Beginner-Pose

Das Upavesasana ist eine Pose, die schon Anfänger ausführen können und die Du am besten ganz schnörkellos mit Hocke übersetzt. Natürlich geht es auch blumiger, da die Pose ebenfalls als Malasana bekannt ist. Hier wird Mala üblicherweise zu Girlande oder Gebetskette übertragen, womit wir es mit der Girlandenpose zu tun haben. Bei Ausführung und Anblick des Upavesasana oder der Hocke zeigt sich nur so gar nichts Girlandenhaftes.

Pose des einfachen Lebens

Vielmehr werden viel ursprünglichere Assoziationen wach, auf die auch eine alternative Übersetzung von Mala hinweist. Hier nimmt es nämlich die Bedeutung Kot oder Überrest an. Tatsächlich wird mit Upavesasana oder Malasana die Haltung eingenommen, die auch bei uns vor Einführung des Sitzklosetts beim Toilettengang üblich war. In Indien und vielen weiteren Teilen der Welt ist das bis heute der Fall. Außerdem ist das Upavesasana die Pose, die dort bei der Feldarbeit, der Gartenpflege und oft auch beim Spielen, dem Schwätzchen auf der Straße oder dem Kochen eingenommen wird. Im Westen hingegen hat das Sitzen auf dem Stuhl die Rolle der Alltagshaltung übernommen. Das ist der Grund dafür, weswegen das Malasana obgleich eine Anfängerpose hierzulande vielen Menschen zunächst Schwierigkeitet und Schmerzen bereitet. Doch keine Sorge: Mit ein wenig Übung gelingt das Upavesasana ganz schnell ohne jegliche Mühe.

Voraussetzung für das Malasana

Das Mala-Motiv, hier als Reinheit von Abfallstoffen, spielt auch bei der Vorbereitung auf das Upavesasana eine Rolle. Im Vorfeld sollte nämlich für mindestens sechs Stunden auf die Nahrungsaufnahme verzichtet werden, damit Magen und Darm nicht durch Verdauungsaktivitäten belastet sind. Am besten wird das Malasana also am Morgen ausgeführt – oder am Abend nach einem Fastentag.

Die Grundzüge des Upavesasana

Zunächst gehst Du in die Hocke. Achte darauf, dass sich Deine Füße parallel zueinander befinden sowie mit ihrer ganzen Fläche inklusive Ferse auf dem Boden aufliegen. Halte Deinen Oberkörper bei eingezogenem Bauch und nach oben gezogenen Schultern im 90-Grad-Winkel. Verweile für ein paar Atemzüge in dieser Haltung. Öffne nun Deine Oberschenkel, sodass zwischen ihnen ein Freiraum entsteht. Beim Ausatmen beugst Du Dich nach vorne und bringst Deinen Oberkörper in den entstandenen Freiraum. Führe Deine Hände jetzt vor dem Herzen zusammen (Anjali Mudra) und presse Deine Ellenbogen gegen die Innenseite Deiner Oberschenkel, während diese Gegendruck ausüben. Du nimmst dabei eine stabile Position ein, in der Du wiederum etwas verweilst. Strecke danach Deine Arme aus, bringe sie hinter Deine Oberschenkel und umfasse Deine Knöchel oberhalb der Ferse. Nach weiteren 15 bis 20 Sekunden Innehalten ist die Upavesasana-Übung abgeschlossen.

Hilfe, die Hocke einzunehmen

Falls Du anfangs Schwierigkeiten hast, die Hocke einzunehmen, kannst Du einen hochkant aufgestellten, großen Backstein oder ein Yogablock als Sitzhilfe verwenden. Sobald Du mit dieser Unterstützung problemlos die Hocke halten kannst, legst Du den Backstein quer. Gelingt auch dabei die Hocke, ist es Zeit, die Hilfe wegzulassen.

Wirkung des Upavesasana

Mit dem Malasana kannst Du Deine Hüften, Oberschenkel, Knie, Waden und Knöchel stärken. Neben einer Kräftigung der Muskulatur kannst Du eine Verbesserung der Durchblutung Deiner Beine erreichen. Dazu kann die Übung die Beweglichkeit im Schulter- und Brustbereich fördern. Unter anderem die Stärkung der Bauchmuskulatur kann darüber hinaus mit einer verbesserten Verdauung verbunden sein. Bei Frauen ist es zudem möglich, dass das Upavesasana Menstruationsschmerzen im Rückenbereich lindern kann.

In diesen Fällen solltest Du auf das Malasana verzichten

Das Malasana solltest Du jedoch nicht praktizieren, wenn Du an einer Verletzung im Knie- oder Knöchelbereich leidest. Auch bei akuten oder chronischen Rückenleiden sollte das Upavesasana vermieden werden. Übrigens auch dann, wenn Dein Körper gerade beispielsweise nach dem Sport stark belastet ist, solltest Du auf das Malasana verzichten. Die Gefahr von Knie- und Knöchelverletzungen ist zu hoch. Außerdem ist das Upavesasana während der Schwangerschaft nicht geeignet.

Bild © dolgachov / 123rf.com

Malasana – Girlanden-Haltung – Tiefe Hocke

Malasana - Girlanden-Haltung - Tiefe Hocke
Malasana – Girlanden-Haltung – Tiefe Hocke

Malasana wird auch als Girlanden-Haltung oder tiefe Hocke bezeichnet. Die Yoga-Übung bietet verschiedene Vorteile, die Du im folgenden Ratgeber erfährst. Zudem erhältst Du nützliche Tipps, wie Du sie am besten ausführt. Für Pränatal Yoga, also Schwangerschaftsyoga, ist die Asana ebenfalls geeignet.

Wie wird Malasana ausgeführt?

Zunächst einmal solltest Du Dich vorher aufwärmen. Bring deine Hände in die Gebetshaltung (Anjali Mudra) vor dein Herz. Atme ein und komm anschließend in eine tiefe Hocke. Die Füße sind dabei hüftbreit voneinander entfernt, die Hüften und Leisten etwas mehr geöffnet und das Becken hängt mit dem gesamten Körpergewicht herunter. Falls es Dir nicht gelingt, dass die Fersen den Boden berühren, kannst Du auch ein gerolltes Handtuch darunter legen, damit sie nicht in der Luft sind. Obwohl Du die Füße flach hältst, halte das Körpergewicht nach Möglichkeit auf den Zehen. Bringe die Ellenbogen vor die Knie und die Hände vor die Brust. Den Oberkörper führst Du nun in Richtung der Beine. Dabei schaust Du geradeaus. Nimm etwa fünf ruhige Atemzüge, bevor Du zurück in den Stand kommst.

Welche Wirkungen kannst Du mit Malasana erzielen?

Vor allem für Schwangere ist Malasana eine optimale Übung, um die Mobilität des Beckens zu fördern und den Bereich besser zu durchbluten. Bei einer regelmäßigen Übung kann die Entbindung erleichtert werden. Doch auch nicht schwangere Frauen und natürlich ebenso Männer profitieren davon. Die Fußgelenke, Knöchel, Waden und der untere Rücken können gedehnt werden. Letzterer entspannt zudem. Des Weiteren trägt die Asana zur Stärkung der Bauchmuskeln sowie zur Öffnung und Beweglichkeit der Hüften und Leisten bei. Die tiefe Hocke bringt außerdem den Stoffwechsel in Schwung, sodass die Verdauung angeregt und Verstopfung vorgebeugt wird. Die Gedärme können wieder in den idealen Rhythmus gebracht werden, sodass der Stoffwechsel optimiert wird. Auch das Gleichgewicht kannst Du durch die Girlanden-Haltung stärken. Die energetische Wirkung der Asana wird ebenfalls sehr deutlich. Da Malasana ein Gefühl von Ruhe verleiht, ist es wichtig, dass Du Dich auf die tiefe Hocke wirklich einlässt.

Worauf solltest Du bei Malasana achten?

Die korrekte Ausführung der Übung ist sehr wichtig, um von den positiven Wirkungen auf die Gesundheit zu profitieren, allerdings gibt es einige Tipps. Wenn Du zum Beispiel in der Haltung müde wirst, kannst Du Dein Körpergewicht auf die Fersen verlagern und im Anschluss wieder auf die Zehen. Die tiefe Hocke hat verschiedene positive Wirkungen, doch die Asana eignet sich nicht für jeden. Menschen, die unter schlimmen Knieverletzungen leiden, sollten auf diese Pose verzichten. Bei leichten Problemen mit den Knien ist es auch möglich, sich auf mehrere Blöcke zu setzen, um die Knie zu entlasten. Die Füße kannst Du etwas weiter oder enger aufstellen und auf diese Weise den Abstand finden, der am besten passt. Bei Beschwerden im unteren Rücken sollte Rücksprache mit dem Arzt oder Yogalehrer gehalten oder mit Letzterem die Asana versucht werden.

Fazit

Dies waren die wissenswerten Informationen und Tipps rund um Malasana. Nicht nur für Schwangere ist die Yoga-Übung aufgrund der zahlreichen Vorteile, die bei einer richtigen und regelmäßigen Ausführung eintreten können, ideal. Um die tiefe Hocke optimal nachwirken zu lassen, ist es empfehlenswert, sich zum Schluss auf den Rücken zu legen, die Füße aufzustellen und die Knie zusammenfallen zu lassen. Schließe die Augen, lege die Hände auf Deinen Bauch und atme. Du wirst merken, wie gut dies tut. Anfängern sei gesagt: Üben lohnt sich. Es ist wichtig, sich die Zeit zu nehmen, den eigenen Körper kennen zu lernen und sich an solche Positionen wie die tiefe Hocke zu gewöhnen.

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