Ujjayi Pranayama – Die „siegreiche“ Atmung

Ujjayi Pranayama – Die „siegreiche“ Atmung
Ujjayi Pranayama – Die „siegreiche“ Atmung

Die Ujjayi-Atmung ist eine der wichtigsten Atemtechniken im Yoga, die sowohl bei den Körperübungen als auch als eigenständige Meditationstechnik Bedeutung hat. Bei der Ujjayi-Atemtechnik wird die Stimmritze leicht verengt und dadurch der Atem verlangsamt und kontrolliert.

Atemübungen (Pranayama)

Die Pranayamas (Atemübungen und Atemtechniken) dienen dazu, Körper und Geist zusammenzuführen. Sie sind eigenständige Übungen, aber auch zu den Körperübungen gehört die richtige Atemtechnik unabdingbar mit dazu. Die Atmung soll durch regelmäßiges Ausführen der Pranayamas ganz bewusst vertieft und reguliert werden. Ziel ist es, den Fluss des Prana – der Lebenskraft oder Lebensenergie – anzuregen, zu harmonisieren und gezielt zu steuern. Bei den Pranayamas kennt man acht besonders wichtige Atemübungen, die acht Mahakumbhakas. Eine davon ist das Ujjayi Kumbhaka. Kumbhaka steht dabei für die Technik, den Atem anzuhalten. Solange der Atem sich bewegt, bewegt sich auch der Geist. Das Anhalten des Atems soll deshalb den Geist fixieren. Geübte Yogi beschreiben diesen Zustand zwischen zwei Atemzügen als Begegnung mit der Leere, in der der Geist zur Ruhe kommt.

Wie funktioniert die Ujjayi-Atmung?

Die Ujjayi-Atmung ist eine spezielle Atemtechnik. Die Luftröhre wird dabei etwas zusammengezogen. Du kannst das ganz einfach selber ausprobieren: Atme sehr langsam, mit wenig Luft aber etwas Druck durch die Nase ein und aus, sodass die durchströmende Luft ein Geräusch erzeugt. Man bezeichnen Ujjayi deshalb auch als „die Atmung mit dem Reibelaut“, als „Engeatmung“ oder als „Ozeanisches Atmen“. Der entstandene Zischlaut soll leise und gleichmäßig sein. Gelingt das nicht sofort, dann hauche bei offenem Mund beim Ein- und Ausatmen „Haaaaa“. Dadurch entsteht die Verengung der Luftröhre. Nach und nach kann der Mund geschlossen werden, sobald du ein Gefühl dafür bekommen hast, wie sich die Verengung anfühlt.

Angewendet wird die Ujjayi-Atmung häufig beim Ausüben der Körperübungen (Asanas). Doch sie wird auch als alleinige Atemübung (Pranayama) durchgeführt. Dabei steht oft der meditative Charakter im Vordergrund. Das in der Kehle durch den Atem entstehende Geräusch dient dabei als Fokus für die Meditation, indem der Übende sich allein auf den Klang des Ujjayi-Atems konzentriert.

Ujjayi Pranayama: Die Übung

Ausgeführt wird die die Ujjayi Pranayama Übung oft sitzend im Lotussitz (Padmasana) oder in der Vollkommenen Haltung (Siddhasana). Die Hände können entweder auf den Schenkeln oder auf dem Boden abgestützt werden. Die Ujjayi-Atemtechnik kann aber auch im Stehen, Gehen oder auf einem Stuhl sitzend durchgeführt werden. Es kann durch beide Nasenlöcher geatmet werden oder je ein Nasenloch verschlossen werden.

Eine typische fortgeschrittenere Ujjayi-Übung ist folgende: Atme durch beide Nasenlöcher ein, halte dann die Luft an. Verschließe ein Nasenloch und atme langsam durch das andere Nasenloch aus. Halte wieder kurz die Luft an, beginne dann von vorne. Im nächsten Durchgang wird durch das andere Nasenloch ausgeatmet. Beim Ein- und Ausatmen wird der Atem mit der Kehle gesteuert. Es sollte ein durchgehendes, sanftes Geräusch zu hören sein.

Was das Ujjayi Pranayama in Körper und Geist bewirkt

Der Begriff Ujjayi bedeutet „siegreich“ (von Jaya = Sieg). Deshalb wird die Ujjayi-Atmung auch als die „siegreiche Atmung“ bezeichnet. Durch das Zusammenziehen der Stimmritze wird der Atem kontrolliert. Das Prana – die Lebenskraft – wird über den Atem im Körper verteilt. Das bedeutet, wer die Ujjayi-Atmung beherrscht, der kontrolliert, beruhigt, stärkt und harmonisiert seine Lebensenergie im Körper. Siegreich bedeutet in diesem Fall: Der Sieg über die Unruhe. Der Sieg über den unregelmäßigen, alltäglichen Atem. Ujjayi soll sanft, leise und gleichmäßig sein. Niemals ein lautes Rasseln oder Keuchen. Der Ujjayi-Atmung werden in der Yogalehre zahlreiche Wirkungen zugeschrieben. Sie soll den Kopf frei machen und den Geist beruhigen. Ujjayi Pranayama soll auch das Lungenvolumen erhöhen und kann sich positiv bei Asthma, Lungenkrankheiten und Verdauungsbeschwerden auswirken.

©iStock.com/fizkes

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