Yoga im Alter

Yoga im Alter
Yoga im Alter

Um es gleich vorwegzusagen: Yoga ist in jedem Alter möglich. Wer glaubt, er sei zu alt dafür, darf sich auf seniorengerechtes Yoga freuen: Das meist praktizierte Hatha Yoga bietet uns Meditationen, Atemübungen und sehr unterschiedliche Asanas (Körperübungen). Zusätzlich lassen sich Mudras einüben.

Altersgerecht üben

Meditationen, Mudras und Atemübungen sind altersunabhängig und lassen sich auch mit körperlichen Beschwerden üben. Vielleicht schaffst du nicht jedes Mudra, weil du Gicht oder Rheuma hast; eventuell macht dir manche Atemübung anfangs Beschwerden, weil du unter Asthma oder bronchialen Erkrankungen leidest. Doch probiere es aus. Du wirst feststellen, dass sich bei regelmäßigem Training meist auch deine Beschwerden verbessern.

Wie sieht es nun aber mit den Asanas aus, den Körperübungen? Viele lassen sich als einfachere Variante ausführen.

Nehmen wir als Beispiel den herabschauenden Hund. Die Grundübung sieht so aus: Du gehst auf deiner Matte in den Vierfüßlerstand, setzt den Po auf den Beinen und den Oberkörper auf den Schenkeln ab, der Blick ruht auf der Matte. Du streckst die Hände mit gespreizten Fingern weit nach vorn und drückst dann deine Mitte nach oben, dein Steißbein (nicht der Po) führt die Bewegung an. Nun stehen die Füße hüftbreit fest auf dem Boden, nach Möglichkeit drückst du die Beine ganz durch. Der Kopf hängt in der Verlängerung der Wirbelsäule, du schaust auf die Matte. Der Rücken ist gerade.
Für jeden Menschen, der damit Probleme hat – also nicht nur Senioren -, lässt sich die Übung vereinfachen, indem die Hände auf einem standsicheren Stuhl aufgelegt werden (dann gehst du auch nicht in den Vierfüßlerstand, sondern beginnst gleich in der angegebenen Position). Mit der Zeit kannst du Hand-Ablagen wählen, die tiefer liegen, beispielsweise hältst du dich an deinem Couchtisch oder später an einem kleinen Tritt fest, ganz so, wie es dein Bewegungsradius zulässt. Dazwischen versuche immer mal wieder (sofern du magst), ob du aus dem Vierfüßerstand zumindest ein Stück nach oben kommen kannst. Wichtig ist, dass du dich bei den Übungen immer wohlfühlst und eine sichere Position einnehmen kannst.

Professionelle Unterstützung

Wie immer geht es natürlich nicht um Leistung in einem vergleichenden Wettkampf, sondern darum, dich beweglicher zu machen und deine Gelenke fit zu halten. Yoga ist Training für den ganzen Körper, auch die Organe werden fitter, die Verdauung macht keine Schwierigkeiten mehr und das Herz-Kreislauf-System bleibt gesund.

Falscher Ehrgeiz ist für Yoga ebenso schädlich wie bei anderen Sportarten. Wer schon etwas älter ist und manche Beschwerden hat, sollte darum zunächst mit seinem Arzt darüber sprechen. Weiterhin lassen sich Übungen im Stehen, im Sitzen und im Liegen ausführen. Dabei solltest du genau in dich hineinhören, welche Stellung noch angenehm ist und welche nicht. Meist ist es für Senioren besser, Übungen öfter zu wiederholen und dafür die jeweilige Stellung nicht so lange zu halten, denn das bereitet Schwierigkeiten, vielleicht auch Schmerzen. Natürlich wird manche Dehnung zunächst nicht so optimal ausfallen wie bei jüngeren Personen, doch auch hier macht die Übung den Meister; es dauert nur etwas länger, bis du so weit bist. Geduld gehört also unbedingt zu deinem Yogaprogramm dazu. Bekanntermaßen lautet ein Sprichwort von Konfuzius: Auch die weiteste Reise beginnt mit dem ersten Schritt.

Als Anfänger oder absoluter Neuling hast du vielleicht wenig Körpergefühl, noch nie Sport gemacht und von Yoga bisher nur gehört. Dann empfiehlt es sich, einen Yoga-Seniorenkurs zu besuchen. Unter der Anleitung eines erfahrenen Trainers bist du vor Überlastungen und Fehlstellungen geschützt. Normalerweise wird der Trainer eine Probestunde anbieten, um zu sehen, in welcher Gruppe du am besten aufgehoben bist. Auch kann er dir den richtigen Gebrauch der Hilfsmittel zeigen. Unter Gleichgesinnten und Menschen, die auf demselben Level trainieren, macht das Ganze sicher viel mehr Spaß.

Bild © markusgann / 123rf.com

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