Yoga ist gesund – aber nur bei richtigem Training

Yoga ist gesund - aber nur bei richtigem Training
Yoga ist gesund – aber nur bei richtigem Training

Um es gleich vorwegzusagen: Unser Blog ist kein medizinisches Fachforum, wir sind keine Ärzte. Daher finden sich hier allgemeine Mitteilungen in komprimierter, allgemein verständlicher Form. Dass Yoga gesundheitsfördernd ist, bescheinigt inzwischen offiziell der überwiegende Anteil der Wissenschaftler, und die Erforschung dauert an. Privatpersonen, die Yoga trainieren, geben in Umfragen ebenfalls an, sie seien damit nicht nur fitter, sondern insgesamt auch gesünder. Yoga ersetzt allerdings keinen Arzt!

Der orthopädische Check

Tatsächlich kann fast jeder Yoga trainieren. Trotzdem solltest du dich als Anfänger nicht ungeübt und unreflektiert auf deine Gymnastikmatte setzen, nur weil du von den positiven Gesundheitswirkungen gehört hast. Je älter du bist (ab dem 30. Lebensjahr), umso eher ist der vorherige Besuch bei deinem Hausarzt und eventuell bei einem Orthopäden ratsam. Das gilt vor allem, wenn du ansonsten kaum Sport betreibst.

Wer unter Wirbel-, Hals- und Rückenerkrankungen oder Nervenschäden leidet, kann je nach ärztlichem Rat durchaus vorsichtig trainieren, sollte aber beispielsweise auf Schulter- und Kopfstand sowie auf Übungen verzichten, die das Eigengewicht zeitweise auf wenige Körperpunkte wie Handgelenke oder Knie fokussieren. Bist du insgesamt wenig stabil und untrainiert? Dann fange mit Muskelkräftigungen an oder baue diese zumindest parallel ein. Es bietet sich ein gezieltes Krafttraining im Studio an, damit der Körper die kraftvollen Übungen durchführen und halten kann. Gerade die Körpermitte ist häufig zu schwach, um beim Training lange aus eigener Kraft in der Luft zu schweben. Wird die Übung deswegen falsch ausgeführt, können andere Bereiche Schaden nehmen, beispielsweise Wirbelsäule, Hüfte und der empfindliche Halsbereich. Vorerkrankungen wie Bandscheibenschäden sollten ebenfalls beachtet werden.

Andere Vorerkrankungen

Zusätzlich sollten Fachärzte gefragt werden, wenn du beispielsweise Probleme mit der Atmung (Asthma, Lungenleiden) hast oder psychisch erkrankt bist (Depressionen, Schizophrenie). Augenerkrankungen sowie Blutdruck, Stoffwechselprobleme, der Gleichgewichtssinn und andere Faktoren sollten ebenfalls berücksichtigt werden. Viele Übungen sind nur mit einem sehr guten Gleichgewichtsgefühl und der korrekten Koordinationsfähigkeit deiner Glieder ausführbar. Deshalb muss nicht auf das Training verzichtet, sondern dieses nur umgestellt werden. Wir haben bereits über Yoga für geistig wie körperlich Behinderte berichtet, auch gibt es so viele unterschiedliche Übungen, dass wirklich für jeden ausreichende Trainingseinheiten erstellt werden können. Vielleicht kann dein Arzt einen geeigneten Kurs empfehlen.

Körper und/oder Geist trainieren

Yoga ist eine der individuellsten Bewegungsformen. Ebenso gehören Meditationsübungen ins Programm, die selbst bei vielen Geisteserkrankungen durchgeführt werden können. Bei Fieber solltest du nicht meditieren, gerade höheres Fieber führt schon per se häufig zu merkwürdigen Träumen und Fantasien; das nur für die ganz Ehrgeizigen. Hier ist der Schlaf die einzig wahre Alternative.

Ansonsten kannst du auf einem Stuhl, eine weiche Baumwolldecke über den Knien, mit deinen Übungen beginnen; wenn du Spaß daran findest, auf dem Boden sitzen oder dieses dickere Kissen auf einen tieferen Sitz legen kannst, lässt du dir vielleicht bald ein schickes Meditationskissen schenken. Verwandte freuen sich immer über konkrete Tipps, also denke schon heute an deine Wunschliste für Geburtstag und Weihnachten!

Achte jeden Tag auf dich!

Es gilt also, beim Yoga sowohl die eigene Verfassung als auch die Wirkungen der Übungen zu beachten. Je extremer die Asanas sind und je länger sie gehalten werden, umso eher solltest du abschätzen, ob du sie überhaupt und dann vielleicht eher kürzer ausführen willst. Du trittst hier nicht in Wettstreit um die größte Perfektion einer tollen Yoga-Figur, sondern möchtest deinen Körper und Geist nach deinen Möglichkeiten fordern und fördern.

Achtsamkeit ist in diesem Zusammenhang vielleicht das wichtigste Stichwort: Achte auf deine Tagesform, deine Bedürfnisse, dein Können und deine Möglichkeiten. Bleibe bei dir, nicht bei der Frage, ob andere etwas besser können oder ob sie andere Ansichten als du vertreten. Das ist ihr gutes Recht, aber sie sind nicht du, sie leben nicht in deinem Körper!

Bild © alien185

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