Nicht kleckern, sondern klotzen – was Yogaklötze alles können

Nicht kleckern, sondern klotzen - was Yogaklötze alles können

Anfänger, die zum ersten Mal einen Yogaraum betreten, staunen meist (Bau-)Klötze. Dass man den herabschauenden Hund, die Kobra und den Krieger sowie den Sonnengruß auf der Matte übt, ist den meisten ja noch klar. Viele bringen sogar schon zur ersten Yogastunde ihres Lebens ganz stolz die eigene Yogamatte mit. Doch was aus den Schränkchen und Truhen der Yogastudios alles an Utensilien quillt, verblüfft den Yoga-Einsteiger zunächst. Das Sitzkissen als klassisches Rund, die weiche Decke, das Bolster – nein, nicht Polster! -, der Gurt, manchmal die Faszienrolle und eigentlich immer die …

Blöcke oder Klötze?

Die einen nennen sie Yogaklötze. Die anderen Yogablöcke. Doch alle meinen dieselben Klassiker – naturfarbene Quader aus Bambus oder Kork, die in jedem Yogastudio vorhanden sind und auch in den privaten vier Wänden von passionierten Yogis einziehen dürfen. Der Basisblock, mit dem viele ihre Yogaasanas schon praktiziert haben, ist etwa 23 cm lang, 12 cm breit und 7,5 cm hoch. Er hat abgerundete Kanten, eine samtige Haptik und er ist eine rutschfeste Basis. Und – für viele Yogis ebenfalls wichtig – er ist ein echtes Naturprodukt. Doch das Wichtigste: Sowohl dem Anfänger als auch den Profis leistet er variable Unterstützung.

Effiziente Dehnung

Der Yogablock wird besonders häufig im Yin Yoga eingesetzt, in dem intensive Dehnungen das wichtigste Element sind. Diese Dehnung kann durch die Klötze optimal reguliert werden. Ein Beispiel ist das Dehnen der Hüftbeuger in der Leiste und der Muskeln der Oberschenkelinnenseite, der Adduktoren. Dies ist besonders gut möglich, wenn der Übende in Rückenlage auf der Matte die Fußsohlen zueinander führt und die angewinkelten Knie nach außen fallen lässt. Bei vielen Übenden sind die Dehnbereiche verkürzt, sodass sie nicht richtig loslassen können. Werden Blöcke unter die Knie gelegt, können sich die Yogis oft besser entspannen – und die Dehnung wird effektiver.

Optimale Ergonomie

Im Yoga ist die korrekte und somit gesunde Ausführung der Asanas unverzichtbarer Teil der Philosophie. Die Yogablöcke können in diesem Zusammenhang einen wertvollen Beitrag leisten. Das gilt beispielsweise für die angenehme und physiologische Stellung der Halswirbelsäule in Rückenlage. Die griffigen Blöcke haben oft genau die richtige Höhe, um dem Kopf eine solide Basis zu schenken, in der die HWS ergonomisch geformt ist. Das ist für die Yogis mit zwei positiven Effekten verbunden: Zum einen ist der Nacken erfreulich entspannt. Zum anderen kann der Übende seine Achtsamkeit nun ganz auf die eigentliche Asana und ihre wohltuenden Wirkungen richten.

Korrektes Alignment

Alignment bezeichnet die korrekte und vom Yogalehrer unterstützte Ausführung von Asanas. Yogablöcke sind dabei ein häufig eingesetztes Hilfsmittel. Auch das lässt sich an einem Beispiel gut erklären. In Trikonasana, dem Dreieck, sind eine ganze Reihe wertvoller Dehnungen möglich. Auch Herz und Hüfte werden in dieser Asana geöffnet. Für viele weniger bewegliche Yogis ist es schwierig, die untere Hand bei gestrecktem Bein am Boden zu platzieren. Das hat zur Folge, dass der Oberkörper nicht gut nach oben aufgedehnt werden kann. Auch der Nacken verkrampft oft. Wird die untere Hand auf einem Yogablock aufgesetzt, kann die Rückdehnung wirksam umgesetzt werden.

Mehr Balance

Es wackelt. Bei bestimmten Asanas ist das im Yoga auch keine Seltenheit. Der Krieger III ist so eine Herausforderung in Sachen Balance. Im einbeinigen Stand den Oberkörper bei gestreckten Armen horizontal zu halten, ist nicht für jeden Yogi leicht. Doch glücklicherweise gibt es ja die Blöcke. Sie werden schulterbreit aufgestellt und bieten dem Übenden eine passgenaue Unterstützung. Passgenau deshalb, weil sie in drei unterschiedlichen Höhen genutzt werden können. So kann jeder den Krieger III individuell aufbauen, indem er die Yogablöcke als anfängliche Stütze einsetzt. Wer sich sicher ist, löst die Hände und hebt ab zu seinem persönlichen Kriegererlebnis.

Wohltuender Ausgleich

Viele Beschwerden, die wir in unserem Leben haben, können dadurch entstehen, dass in unserem Körper ein Ungleichgewicht vorhanden ist. Manchmal nur temporär, zum Beispiel durch eine Verletzung, es kann aber auch eine angeborene Einschränkung sein. Es zeichnet die Yogapraxis – und auch die flexiblen Eigenschaften der Yogablöcke – aus, dass immer ein Ausgleich möglich ist, der eine individuelle Übungsausführung erlaubt. Wer beispielsweise in der klassischen Vorbeuge Uttanasana eine unterschiedliche Dehnfähigkeit in den Oberschenkelrückseiten hat, kann diese passend ausgleichen, indem er eine Hand auf einen Block setzt. Auch dies ist ein Beispiel, wie mit Yoga-Zubehör jedem die persönliche Asana möglich wird.

Nicht kleckern, sondern klotzen - was Yogaklötze alles können

Asanas richtig aufbauen

Die Yogablöcke sind auch eine ideale Unterstützung dabei, wenn eine Asana erst erlernt werden soll. Eine faszinierende Übung, die anfangs nicht für jeden leicht ist, kommt in Vogelform daher: Bakasana, die Krähe, ermöglicht es uns, in der Yogastunde zu schweben. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist es, dass die Füße von der Matte gelöst werden können, während die Hände fest geerdet sind. Mit den Yogablöcken als Unterlage für die Hände hat der Yogi eine komfortable Erhöhung und das Abheben der angewinkelten Beine ist leichter. Der perfekte Start für die Krähe, die nun sorgsam für den Übenden angeleitet werden kann.

Yogablöcke individuell nutzen

Der Yogaklotz hat viele Vorteile. Aber besonders wertvoll ist die Eigenschaft der drei Höhen. So kann er wirklich flexibel genutzt werden. In diesem Zusammenhang ist auch die rutschfeste Oberfläche der Blöcke wertvoll. Damit sind die Yogablöcke eine sichere Basis – egal, ob sie auf dem Boden oder der Matte zum Einsatz kommen. Die leicht raue Haptik sorgt auch dafür, dass die Blöcke problemlos gestapelt werden können und den Yoginis und Yogis dennoch eine stabile Unterstützung sind. Wenn also ein Yoga-Utensil wirklich flexibel nutzbar ist – dann der Yogablock. Mindestens zwei – besser vier – sollten also in Mattennähe griffbereit sein.

Kork oder Bambus?

Der Stoff, aus dem die Yogablöcke sind? Kork und Bambus stehen zur Wahl. Die frohe Botschaft: Beides sind natürliche Materialien, die mit solider Haltbarkeit punkten. Sie sind stabil und damit für die Yogapraxis eine zuverlässige Unterstützung. Sie können gut gereinigt und auch desinfiziert werden. Der Klassiker ist der Klotz aus Kork. Ihn gibt es mittlerweile in vielen Varianten. Mit dem Bambus verbindet ihn übrigens eine Eigenschaft, die besonders von Yoginis geschätzt wird: Der Yogablock mit seiner einzigartigen Struktur ist ein gut aussehender Begleiter im Yogaleben. Kein Grund also, die Unikate zwischen den Yogasessions im Schrank zu verstecken!

Sandra Buchwald

Sandra ist freie Autorin und praktiziert seit vielen Jahren Yoga - zwischendurch sogar im Arbeitszimmer. Ihr Lieblingsstil ist das Ashtanga Yoga.

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