Dhyana: der vollendete Zustand der Meditation

Dhyana: der vollendete Zustand der Meditation
Dhyana: der vollendete Zustand der Meditation

Wenn Du schon etwas Yogapraxis gesammelt hast, weißt Du, dass Yogastunden oft aus vier Bestandteilen bestehen, die in veränderlichen Anteilen immer wieder vorkommen. Das sind die Körperübungen – Asanas, die Atemübungen, die Tiefenentspannung in Shavasana und die Meditation – Dhyana. Diese Anteile wirken auf unseren Körper, den Geist und die Seele und sind Grundlage dafür, dass Yoga ganzheitlich auf unser Wohlbefinden wirkt. In diesem Beitrag erfährst Du Wissenswertes über die Meditation Dhyana.

Meditation als Bestandteil des achtgliedrigen Pfades

Dhyana hat in einer klassischen Yogastunde oft den geringsten Anteil. Das liegt daran, dass es sich um eine Praxis handelt, die Anfängern kaum gelingen kann und selbst von Fortgeschrittenen nur mit viel Übungen zu bewältigen ist. Die Rahmenbedingungen, zum Beispiel eine komplett ruhige Umgebung, sollten auch stimmen, sodass Dhyan in der Yogapraxis eines Kurssystems schwer zu realisieren ist.

Wie anspruchsvoll die Meditation Dhyana ist, zeigt ein Blick auf den achtgliedrigen Pfad, wie er im Yoga Sutra von Patanjali beschrieben ist. Auf den acht Stufen, die bis zur Erleuchtung von einem Menschen zu bewältigen sind, steht Dhyana auf Platz 7 nach Yamas (Haltung nach außen), Niyamas (Haltung nach innen), den Asanas, Pranayama, dem Rückzug der Sinne (Pratyahara) und der Konzentration (Dharana). Nach Dhyana kommt nur noch Samadhi, die Freiheit, sodass Du ersehen kannst, wie hoch Dhyana in der Stellung auf dem Weg zur Erleuchtung angesiedelt ist.

Den Zustand des Glücks erleben

In Dhyana erlebt ein Yogi eines Zustand der Glückseligkeit, der mit Worten denen, die ihn noch nicht erlebt haben, kaum beschrieben werden kann. Es geht um einen Bewusstseinszustand, der einem Menschen, der sich mit Meditation nicht befasst hat und der sich darin nicht geübt hat, nicht zu erreichen ist. Der Zustand ist weder mit Wachsein noch mit Schlafen oder einer Traumwelt vergleichbar und damit eine Stufe auf dem Weg zum Erleuchtetsein, was das Ziel vieler Yogis ist.

Stufen der Meditation kennenlernen

Um der Dhyanaerfahrung wenigstens näherzukommen, bieten Dir viele Yogalehrer Meditationssequenzen in ihren Stunden an. Manchmal werden in Yogastudios auch spezielle Meditationsstunden angeboten, die den Rahmen dafür, sich auf solche Erfahrungen einzulassen, besonders gut bieten können.

Das beginnt bei kleinen Übungen, die oft nur fünf Minuten dauern. Denn für viele Menschen, die Yoga machen, um der Hektik und dem Stress des Alltags zu entfliehen, ist es bereits schwierig, einmal für fünf Minuten in der Stille zu sitzen. Erster Schritt von Meditationstechniken ist es nämlich, in diesen Minuten Gedanken, die Dir in den Kopf kommen, vorübergehen zu lassen, ohne sie zu bewerten. Der Gedanken daran, dass eine Sitzposition nicht zu 100 Prozent bequem ist. Der Gedanke, ob der Nachbar im Yogakurs vielleicht die Augen öffnet und Dich beobachtet. Der Gedanken, an den Stress, den Du in den Yogakurs mitbringst oder der Dich nach dem Yogakurs wieder erwartet. All dies schaltest Du aus. Das ist etwas, was Du erst nach und nach lernen kannst. Dein Yogalehrer hilft Dir dabei, indem er Dir Atemtechniken zeigt oder auch Zählen als Meditationshilfe einsetzt.

Shakrenmeditation als Weg

Auf dem Weg zu Dhyana kann auch die Meditation stehen, in der Du Dich auf Deine Shakren konzentrierst. Dies ist eine Form der Meditation, bei der Du Dich bereits von äußeren Einflüssen zurückziehen kannst und in Verbindung mit den Energien Deines Körpers stehst.

Dhyana selbst ist eng mit einer Gottheit verknüpft. Es ist eine Art Andacht, ein Versunkensein, die reine Form der Meditation, die dich über die Grenzen der realen Welt hinaus ins Spirituelle führt. Du konzentrierst Dich auf die Kraft einer Gottheit, die Du Dir für Dhyana gewählt hast. Das kann zum Beispiel Krishna oder Shiva sein, der Deine Vorstellung ausfüllt und keinen anderen Gedanken mehr in Dir zulässt.

Bild © nilanewsom / 123rf.com

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