Mit Kundalini Yoga sanft die inneren Energien erwecken und lenken

Kundalini Yoga
Kundalini Yoga

Kundalini Yoga setzen viele Menschen mit komplizierten tantrischen Lehren gleich, die zudem noch religiös angehaucht sind. Dabei ist diese Yoga-Richtung nicht nur etwas für besonders spirituell denkende Yogis, denn sie bezieht grundsätzlich Körper, Geist und Psyche gleichermaßen ein. Kundalini Yoga eröffnet dir einen Weg zur bewussten Freisetzung innerer Energien. Alle Übungen sind darauf ausgerichtet, deine Lebenskräfte als Kundalini-Kraft zu aktivieren.

Yogi Bhajan als Meister und Wegbereiter

In jedem Menschen schlummern körperliche, geistige und seelische Kräfte. Gelingt es, diese durch Kundalini Yoga zu vereinen, können Menschen gesund, glücklich – und im Sinne der ältesten indischen Religion auch heilig – leben. In der westlichen Welt hat sich diese Jahrhunderte alte Tradition mit Ursprung im Norden Indiens erst seit Mitte der 1960-er Jahre verbreitet. Großen Anteil daran hat Yogi Bhajan. Er setzte sich als praktizierender Sikh dafür ein, Weisheit im Alltäglichen zu finden und zu nutzen. Als Meister des Kundalini Yoga war Yogi Bhajan Wegbereiter für die heute weltweit mehr als 300 Kundalini-Yoga-Zentren.

Die systemische Lehre von Yogi Bhajan als umfassende (Selbst-)Schulung

„Zusammengerollt, gewunden“, so lautet die Bedeutung des Wortes „kundala“ im Sanskrit, der heiligen vedischen Sprache. Eine im unteren Wirbelsäulenbereich zusammengerollte Schlange versinnbildlicht die Kundalini-Kraft, die es zu erwecken und zum Aufstieg zu bewegen gilt. Das klingt esoterisch, aber im Grunde ist Kundalini-Yoga eine wunderbare, entspannende und meditative Mischung aus Atemtechniken (Pranayama), Klangkörpern (Mantras), Handgesten (Mudras) und dynamischen, aus dem Hatha Yoga bekannten Körperübungen (Asanas). Durch diese besondere Yoga-Praxis findest du zur inneren Ruhe, gewinnst Klarheit und stabilisierst die Gesundheit. Nur speziell ausgebildete Lehrer dürfen Kundalini Yoga unterrichten und Kurse geben, meist in ausgewiesenen Kundalini-Yoga Einrichtungen.

Die Wechselbeziehungen zwischen Körper, Geist und Psyche

Das Menschsein lässt sich weder auf körperliche noch auf geistige oder seelische Aspekte allein beschränken. Erst das Wechselspiel aller dieser Komponenten ist typisch „menschlich“. Kundalini Yoga schafft die Verbindung. In der Praxis ist dieser Yoga-Stil eine anspruchsvolle Herausforderung, die Übung, Kraft und Konzentration erfordert. Sich darauf einzulassen, lohnt in vielfacher Hinsicht wegen der positiven Veränderungen, die du erfährst. Sei aber darauf vorbereitet, dass es bei einigen Übungen – je nach persönlicher Empfindsamkeit – anfangs zu irritierenden Begleiterscheinungen und sogenannten Reinigungsreaktionen kommen kann. Solche Reaktionen sind beispielsweise eine vorübergehende leichte Übelkeit, Kälte- oder Hitzegefühl, innere Schwankungen, Gelenkschmerzen und Kopfschmerzen. Die angenehmen Empfindungen und Wirkungen überwiegen aber bei Weitem: Langfristig verbessert und stabilisiert sich die Stimmungslage und du findest zu einer aufrechten Haltung – innerlich wie äußerlich.

Ist Kundalini Yoga für dich der geeignete Yoga-Stil?

Es gibt nicht EIN Kundalini Yoga, sondern eine Vielzahl unterschiedlicher Formen, sodass du eigene Schwerpunkte setzen kannst. Allen Richtungen gemeinsam ist die bewusste Steigerung der körperlichen Kräfte, der Beweglichkeit und der Achtsamkeit gegenüber sich selbst und anderen. Der Stellenwert philosophischer und spiritueller Aspekte variiert je nach Lehrer und Schule stark. Kundalini Yoga nach Yogi Bhajan passt gut zu dir, wenn du bereit bist, deine Kraftquellen meditativ zu bestimmen und wenn du dich für körperlich anspruchsvolle Übungen mit schnellen fließenden Bewegungen begeistern kannst. Denn genau die sind typisch für diesen Yoga-Stil; statische Körperübungen kommen verglichen mit üblichen Hatha-Yogakursen beim Kundalini selten vor. Eine klassische Kundalini-Yogastunde beginnt mit der Begrüßung und der Aufwärmphase. Danach folgen Übungen, Kriyas genannt, die sich mit Entspannungsübungen abwechseln. Den Abschluss bilden Meditationsübungen.

Du hast schon Erfahrung mit Kundalini Yoga und möchtest mehr über die tantrische Chakrenlehre erfahren? Dann sind Yoga-Praktiken mit einem ganzheitlichen vedischen Ansatz geeignet, der auch eine Anpassung der Lebens- und Ernährungsweise sowie eine gesteigerte Körperwahrnehmung zum Ziel hat. Die Reinigung und das Spüren der Chakren als Energiezentren wird dort stärker betont , bis hin zu fortgeschrittenen Atemübungen wie dem „Feueratem“. Du lernst, die Kundalini-Kraft bewusst fließen und vom untersten Energiezentrum stufenweise aufsteigen zu lassen.

©iStock.com/velusariot

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