Ahimsa – was ist das und was hat es mit Yoga zu tun?

Ahimsa – was ist das und was hat es mit Yoga zu tun?

Wer nach Ahimsa Leben will, verschreibt sich einer respektvollen und friedlichen Lebensweise und strebt Gewaltlosigkeit in allen Lebensbereichen an. Es ist eines der höchsten Ziele, die sich ein Yogi setzt. In unserem Artikel erfährst Du was Ahimsa bedeutet, wofür es steht, was es mit Mahatma Gandhi zu tun hat und welche Bedeutung es für Yoga und Meditation hat.

Was heißt Ahimsa?

Ahimsa zählt zur Yama Sittenlehre die sich in 5 Stufen unterteilt. Es ist das erste der 5 Yamas. Aus dem Sanskrit übersetzt bedeutet es wörtlich übersetzt so viel wie “nicht-Gewalt”. Man kann es also mit dem Begriff Gewaltlosigkeit gleichsetzen. Ausgesprochen wird es “A-hin-sa”, also wird das m zu einem n.

Dafür steht Ahimsa

Gewaltlosigkeit und eine friedvolle Lebensweise ist das Ziel des Ahimsa-Prinzips. Es bedeutet das vollkommene Abstandnehmen davon, dass einem Lebewesen etwas zuleide getan wird. Sei es in Form von Worten, Gedanken oder Taten. Auch wer über einen Menschen schimpft oder Vorurteile hat bricht dessen Grundsätze.

Bedeutung von Ahimsa:

  • gesellschaftliche Regel zum respektvollen Umgang miteinander
  • religiöses Prinzip für eine friedfertige Lebensweise
  • Achtung vor allen Lebewesen
  • kein Mensch oder Tier darf verletzt oder getötet werden
  • friedvolle Worte, Taten und Gedanken

 

Was Gandhi mit Ahimsa verbindet

Vielleicht hast Du den Begriff schon einmal im Zusammenhang mit Mahatma Gandhi gehört. Denn durch ihn wurde Ahimsa Anfang des 20. Jahrhunderts der breiten Öffentlichkeit bekannt. Gandhi war der Inbegriff für einen friedlichen Lebensstil, denn er lebte das Prinzip der Gewaltlosigkeit in allen Lebensbereichen. Er war der festen Überzeugung, dass Ahimsa nur dann praktiziert werden kann, wenn man voller Mut und Willenskraft ist. Um die Unabhängigkeit Indiens zu erlangen und die politischen Ziele zu erreichen, setzten Gandhi und seine Anhänger auf Widerstand ganz ohne Gewalt. Auch wenn ihnen die britische Regierung Steine in den Weg legte und den Menschen mit Gewalt begegnete, hielt Gandhi an der Philosophie fest. Denn er war sich sicher, dass auch sie früher oder später von Ahimsa geleitet werden würden. Leider sollte Gandhi nicht recht behalten.

Ahimsa und die Bedeutung für Yoga

Was hat nun das Ahimsa-Prinzip mit Yoga und Meditation zu tun? Das kann man auf unterschiedliche Weise auslegen. Es beschreibt z. B. den friedvollen Umgang mit sich selbst. Praktiziere die Asanas so, dass es für Deinen Körper angenehm ist. Nimm ihn bewusst wahr aber überfordere ihn nicht. Denn das ist streng genommen auch eine Form von Gewalt Dir selbst gegenüber. Wenn Du ein Yoga Lehrer bist, kann die Philosophie auf die Schüler übertragen werden. Gehe behutsam auf die Bedürfnisse aller Yogis ein und schütze sie vor Überforderung. Gerade am Anfang ist es für Yogis schwer die eigenen Grenzen einzuschätzen und den Körper nicht zu überanstrengen.

Dasselbe gilt für Meditationen. An manchen Tagen fällt es Dir vielleicht besonders schwer Dich auf die Meditation einzulassen und ganz bei Dir zu sein. Sei dann gut zu Dir, ärgere Dich nicht, setze einen Haken und verschiebe die Einheit einfach auf einen anderen Tag. Lege Dich entspannt auf Deine Yogamatte oder setze Dich auf Dein Meditationskissen und Du wirst sehen, dass es dann gleich wieder viel besser klappen wird.

Ahimsa als Grundstein für ein veganes Leben

Wer streng nach dem Ahimsa-Prinzip lebt, verfolgt das Ziel der Gewaltlosigkeit in allen Lebensbereichen. Dazu zählt auch die Ernährung. Wer Fleisch isst, nimmt dabei in Kauf, dass für die eigene Ernährung Tiere getötet oder unter schlechten Haltungsbedingungen großgezogen werden. Das ist nicht mit einer gewaltfreien Lebensphilosophie vereinbar. Deshalb entscheiden sich viele Yogis für eine vegetarische Ernährung. In Indien, wo sehr viele Menschen nach dem Hinduismus leben, ernährt sich der Großteil deshalb vegetarisch. Wer es noch strenger sieht und auch auf das Ausnutzen von Tieren zum Verzehr von Milch oder Eiern verzichten möchte, entscheidet sich für eine vegane Ernährung.

Warum Ahimsa für jeden eine Bereicherung ist

Ist der Gedanke an eine friedliche Welt nicht wunderbar? Jeder möchte doch mit Respekt behandelt werden und nicht unnötigen Konflikten ausgesetzt sein. Auch wenn wir es nicht wollen, können unsere Worte und Taten andere Menschen verletzen. Durch die Lehre des ersten Yamas wird der Grundstein für ganzheitliche Harmonie und Frieden gelegt. Und das ganz ohne gläubig, religiös oder in irgendeiner Weise spirituell sein zu müssen. Ein achtsamer und friedvoller Umgang mit sich selbst und allen Menschen wirkt nach und beeinflusst auch das Umfeld positiv.

So kannst Du Ahimsa in Dein Leben integrieren:

  • gehe unvoreingenommen auf Mitmenschen zu
  • schenke Deinem Umfeld öfters ein Lächeln
  • löse Vorurteile auf und gehe der Wahrheit selbst auf den Grund
  • setze Dich für Schwächere ein, die sich nicht selbst helfen können
  • begegne allen Lebewesen mit großem Respekt

Starte jetzt in ein friedliches Leben

Du möchtest nach Ahimsa leben? Am besten fängst Du mit kleinen Schritten an. Niemand ist perfekt und Du solltest Dich vor allem am Anfang Deiner Reise nicht überfordern. Versuche Deine Gedanken zu fokussieren und nicht schlecht über andere oder Dich selbst zu denken. Sage immer behutsam die Wahrheit und sei gut zu allen Menschen und Tieren. Nur wenn Du unvoreingenommen auf andere zugehst und gut zu Dir selbst bist, kannst Du die friedvolle Philosophie auch nach außen tragen. Du wirst sehen, auch wenn es anfangs vielleicht etwas anstrengend ist. Mit der Zeit wird es Dir immer einfacher fallen und die gewaltfreie Lebensweise wird automatisch in alle Lebensbereiche übergehen.

Friedvolle Gedanken, Worte und Taten – wie definierst Du Ahimsa für Dich? Lebst Du Dein Leben nach diesem Prinzip? Berichte uns gerne darüber in den Kommentaren.