Mulabandhasana: Kraft schöpfen aus Deinen Wurzeln

Mulabandhasana: Kraft schöpfen aus Deinen Wurzeln
Mulabandhasana: Kraft schöpfen aus Deinen Wurzeln

Mulabandhasana hat schon beim Anblick etwas Faszinierendes. Die Haltung, mit den einander zugewandten und sich berührenden Fußsohlen wirkt auf uns unnachahmlich, ja fast unglaublich. Dennoch kannst Du Dich, wie jeder Pose im Yoga, auch der Wurzelverschlusshaltung nähern. Hier erfährst Du, worauf es bei dieser Asana ankommt, welche Wirkungen sie mit sich bringen kann und wie Du die Übungspraxis vorbereiten kannst.

Aus dem Ashtanga

Mulabandhasana ist eine Asana, die aus der vierten Serie des Ashtanga Yoga stammt. Das Sanskritwort erklärt Dir, wie bei Yogaübungen so oft, worum es geht. Vielleicht hast Du schon einmal von den Bandhas gehört? Es sind Energieverschlüsse, die Du im Körper ganz aktiv setzen kannst, indem Du bestimmte Muskeln anspannst. Auf diese Weise kannst Du den Fluss von Prana in Deinem Körper ganz gezielt leiten. Mulabandha ist ein Verschluss, der ganz gezielt das Wurzelchakra anspricht. Muladhara steht für Stabilität und Sicherheit, was wir immer dann spüren, wenn wir auch unsere Wurzeln fühlen können. Zudem ist es das unterste Chakra und damit Grundlage für den aufsteigenden Energiefluss hinauf zu den senkrecht darüberliegenden Chakren.

Wirkungen der Wurzelverschlusshaltung

Im körperlichen Bereich verbessert Mulabandhasana die Flexibilität in Deiner Hüfte. Die Übung ist ein großartiger Hüftöffner. Gleichzeitig stärkst Du die Kraft in Fuß- und Zehengelenken. In Mulabandhasana beruhigst Du den Geist, stärkst Dein Selbstvertrauen und Dein Bewusstsein in Deine Wurzeln und die Erde, die Dich trägt. Auch die inneren Organe und Deine sexuelle Energie können in dieser Pose gestärkt werden.

Wie Du diese Asana korrekt einnimmst

Setze Dich auf Deine Matte. Gut geerdet winkelst Du beide Beine stark an, als wolltest Du Dich in den Schneidersitz begeben. Tatsächlich legst Du aber Deine Fußsohlen aneinander und sorgst auf diese Art und Weise für eine intensive Öffnung Deiner Hüften. Die Knie fallen dabei zur Seite und ziehen Richtung Boden. Je näher sie der Erde kommen, umso mehr dehnst Du die Innenseite Deiner Oberschenkel und erreichst eine deutlich spürbare Hüftöffnung. Nun werden die Füße nach hinten gezogen, sodass Du auf den stark gebeugten Zehen sitzt.

Mulabandhasana gut vorbereiten

Die Beschreibung der Pose zeigt Dir bereits, was Du üben musst, um die Fähigkeiten zu lernen, die Du für die Wurzelverschlusshaltung brauchst. Dazu gehört vor allem die Hüftöffnung, die Bestandteil vieler Yogaposen ist. Zum anderen benötigst Du Kraft in den Zehen, die Du durch Barfußlaufen und gezieltes Training ebenfalls erzielen kannst.

Gegenanzeigen beachten

Wie bei vielen anderen Yogaübungen ist auch Mulabandhasana nicht immer die geeignete Position. Wenn Du Probleme mit den Knie- oder Hüftgelenken hast, kann die Beanspruchung in Mulabandhasana womöglich nicht das Richtige für Dich sein. Besprich dies am besten mit Deinem behandelnden Arzt und lass Dir dann eventuell Alternativen von Deinem Yogalehrer zeigen. Auch wenn Du gerade eine gebrochene Zehe oder eine Fußverletzung hattest, solltest Du etwas warten, bis Du die Wurzelverschlusshaltung in Deine Übungspraxis beim Yoga aufnimmst.

Hilfen für die korrekte Ausführung

Wie bei anderen Yogaposen wirst Du auch in Mulabandhasana bei Deiner aktuellen Leistungsfähigkeit abgeholt und überschreitest keine Grenzen, die Dich überfordern könnten. So kannst Du Dir beispielsweise zu beiden Seiten Blöcke unterlegen, wenn Deine Knie bei aneinandergelegten Fußsohlen nicht den Boden berühren können. Auch ein erhöhter Sitz auf einem Block kann Dir helfen, Dich nach und nach an die ungewohnte Haltung von Mulabandhasana zu gewöhnen. Unter den Fußrist kannst Du zum Beispiel auch eine zusammengerollte Decke platzieren, um Dir in dieser Asana anfangs ein wenig mehr Komfort zu verleihen. Dein Yogalehrer führt Dich Schritt für Schritt an die Wurzelverschlusshaltung heran und kann Dir immer eine Erleichterung oder Hilfe an die Hand geben. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass Du ihn immer informierst, wenn etwas unbequem für Dich ist.

Bild © paffy / 123rf.com

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