Sattva – das Prinzip der Yoga-Küche

Als Yogi merkt man schnell, dass ein freier Geist und gesunder Körper nicht nur durch das fleißige Üben von Asanas entsteht. Unsere Ernährungsweise hat großen Einfluss auf unser Körpergefühl, unsere Psyche und Seele. Ernähren wir uns unachtsam und haben oft Fast Food oder verarbeitete Gerichte auf dem Teller merken wir schnell, dass sich der Körper gar nicht darüber freut. Essen wir bewusst und ausgewogen fühlen wir uns leicht und unterstützen ein gesundes Körpergefühl und einen ruhigen Geist.

Die Einheit von Körper, Geist und Seele

Sattva Ernährung hilft Dir dabei Dich voll und ganz auf Yoga und Meditation zu konzentrieren. Sie enthält, wie beim Ayurveda besonders viel Prana, also die universelle Lebensenergie. Vor Deiner Yoga Einheit solltest Du mindestens 2 Stunden keine schwere Kost mehr zu Dir nehmen. Das Essen liegt sonst im Magen, macht Dich müde und erschwert das Üben schweißtreibender Asanas. Da lädt die Yogamatte eher zum Ausruhen als zur Yoga-Praxis ein. Ernährst Du Dich nach Sattva, bleibt Dein Geist wach und der Körper leicht.

Was ist Sattva?

Sattva bedeutet übersetzt so viel wie Reinheit, Klarheit, Güte und Harmonie. Es zählt neben Rajas und Tamas zu den drei Gunas, die die Prakriti (Natur/Urmarterie) der Welt charakterisieren. Sattva beschreibt einen Zustand, den jeder Yogi im Leben anstreben sollte. Der Mensch ist dabei in völligem Einklang und Harmonie mit sich selbst. Es ist die völlige Balance und Ausgeglichenheit in allen Lebensbereichen. Ein sattviges Leben ist, wie im Ayurveda, geprägt von bewusster, reiner Nahrung, dem Befolgen ethischer Werte und der Ausübung von Yoga und Meditation.

Alle guten Dinge sind 3: das yogische Ernährungssystem nach den Gunas

Beschäftigt man sich mit Yoga und eine gesunde Ernährungsweise, trifft man schnell auf die Philosophie des dreigeteilte Ernährungssystem nach den Gunas. Auch Ayurveda orientiert sich hieran. Die Nahrung wird in drei verschiedene Arten von Lebensmitteln eingeteilt. Sie richten sich nach den drei Gunas, den Grundeigenschaften der Natur (Prakriti) aus denen alles auf der Erde besteht. Auch wir Menschen haben die drei Gunas in uns. Je nachdem welches der Gunas stärker ausgeprägt ist, sind wir unruhig, träge oder in vollkommener geistiger und körperlicher Harmonie.

Die 3 Gunas im Überblick:

  • Rajas Nahrung – hier werden z.B. Unruhe und Leidenschaft zugeordnet
  • Tamas Nahrung – bezeichnet u.a. Trägheit
  • Sattva Nahrung – steht für Leichtigkeit, Reinheit, Harmonie

Da das große Ziel eines Yogis ist ein reines Leben zu führen, hilft die ayurvedische Ernährung nach Guna Sattva es zu erreichen. Essen wir aber hauptsächlich nach Tamas oder Rajas merken wir schnell die Konsequenzen und das Ziel der Ausgeglichenheit und Reinheit rückt in weite Ferne.

Mehr zum dreigeteilten Ernährungssystem erfährst Du übrigens in unserem Artikel “Yoga und ausgewogene Ernährung“.

Wie wirkt Sattva auf meinen Körper?

Sattva unterstützt uns Menschen auf dem Weg zur körperlichen und geistigen Reinigung. Schnell wirst Du die positive Wirkung dieses Gunas in Deinem Leben spüren. Dein Körper wird mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt und nicht mit zu viel Zucker, Alkohol oder ungesundem Fett belastet.

So kann sich Sattva bzw. Ayurveda Ernährung auswirken:

  • Geist ist ruhig
  • fördert eine gesteigerte Gelassenheit
  • Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens
  • Stärkung des Immunsystems
  • Sattva wirkt beruhigend auf Magen und Darm
  • kein Völlegefühl mehr
  • Gefühl von positiver Energie

Sattva Lebensmittel: so sorgst Du für Reinheit

Frisch und gesund kochen wird bei dieser Lebensweise großgeschrieben. Mit Sattva Nahrung kannst Du aus einer großen Vielfalt an gesunden und leckeren Lebensmitteln wählen. Um geistig und körperlich fitter und ausgeglichener zu werden, helfen Dir u.a. diese Nahrungsmittel auf dem Weg zum “reinen Ich”:

  • Hülsenfrüchte
  • Naturjoghurt
  • Nüsse
  • Trockenobst
  • Obst
  • Gemüse
  • Wasser
  • Vollkornprodukte

Ein gesunder Lebensstil nach Sattva muss keineswegs Verzicht bedeuten. Um einen guten Überblick über sattvige Nahrungsmittel zu erhalten, kannst Du Dir Yogakochbücher oder ayurvedische Kochbücher kaufen. Sie bieten oft eine übersichtliche Zusammenstellung mit Lebensmitteln nach Sattva. So hast Du direkt einen guten Überblick und bekommst Inspirationen für leckere Sattva und Ayurveda Rezepte.

Tamas und Rajas: diese Lebensmittel sorgen für Unruhe

Anregende oder schwere Nahrung sollte bei der Ernährung nach dem Sattva Gunas eingeschränkt werden. Doch ganz darauf verzichten musst Du nicht. Wenn Du das Gefühl hast, auf viel verzichten zu müssen, wird Dein Geist durch Sattva allein nicht zur Ruhe kommen. Versuche Sattva soweit in Dein Leben zu integrieren, wie es Dir guttut und Freude bereitet. Du wirst sehen, mit der Zeit wird Dein Speiseplan immer mehr sattvige Nahrung enthalten. Sattva hat übrigens Ahmisa als oberstes Prinzip, also absolute Gewaltlosigkeit allen Lebens gegenüber. Deshalb sollte auf Fleisch und Fisch ganz verzichtet werden.

Diese rajasigen und tamasischen Lebensmittel solltest Du u.a. meiden:

  • Fertiggerichte
  • verkochtes Essen
  • Fleisch
  • Koffein
  • Alkohol
  • Süßigkeiten
  • Knoblauch
  • Chili

Sattvige Ernährung leicht gemacht: gib Deinem Körper Zeit

Du möchtest Deine Ernährung umstellen und Dein Sattva Gunas stärken? Es ist schön, dass Du so motiviert bist. Aber gib Dir die nötige Zeit für eine nachhaltige Umstellung auf das sattvige bzw. ayurvedische Essen. Wenn Du bisher eher fettiges und zuckerreiches Tamas bzw. Rajas Essen bevorzugt hast, solltest Du Deinen Körper langsam an die Sattva Ernährung heranführen. Ein plötzlicher Koffein- oder Zuckerentzug bedeutet erst einmal Stress und Du kannst darauf mit Kopfschmerzen und schlechter Laune reagieren.

Damit Du lange Freude an der Sattva hast, solltest Du nach und nach immer mehr Lebensmittel dieses Gunas in Deinen Speiseplan integrieren. Schnell wirst Du die positive Erkenntnis haben, wie sich die neue Lebensweise auf Deine Gesundheit, aber auch auf Yoga und Meditation auswirkt. Vielleicht verspürst Du mit der Zeit auch eine immer größere Achtsamkeit und Liebe Dir und anderen gegenüber.