Karmapa Meditation

Karmapa Meditation
Karmapa Meditation

Die Meditation des Gyalwa Karmapa

Der Gyalwa Karmapa (Schwarzhut-Lama) ist der Titel des Oberhauptes einer bestimmten Schule innerhalb des tibetischen Buddhismus. Es handelt sich hierbei um den höchsten Lama beziehungsweise Buddha der Karma-Kagyü-Schule, eine der vier zentralen Traditionsschulen des tibetischen Buddhismus. Aktuell gibt es den 17. Karmapa, also das 17. Oberhaupt der Schule.
Die Karmapa Meditation geht zurück auf den 16. Karmapa namens Rangjung Rigpe Dorje. Er lebte von 1924 bis 1981 und hat der westlichen Welt und den tibetisch-buddhistischen Zentren im Westen eine Meditation hinterlassen, die besonders für die tägliche Anwendung hilfreich und gedacht ist.

Der Diamantweg

Die Karmapa Meditation wird als sogenannter Diamantweg bezeichnet, die zugehörigen Zentren entsprechend als Diamantweg-Zentren. Sie sind orientiert am Buddhismus der Karma-Kagyü-Linie und sind explizit für Personen des westlichen Kulturkreises gedacht, die für sich die buddhistische Lehre leben möchten. Bei der Übermittlung der Meditation und der zugehörigen Texte lag der Fokus auf einem tieferen Verständnis für Menschen, die in der westlichen Welt beheimatet und sozialisiert worden sind.
Diamantweg-Zentren werden ausschließlich von Laien unterhalten, und die buddhistische Lehre wird entsprechend von unterwiesenen Laien weiter gegeben.
Die Verschmelzung mit den Eigenschaften des Karmapa soll dazu führen in sich selbst zu ruhen und im Alltag die eigenen positiven Ressourcen nutzen und umsetzen zu können.

Die vier Grundübungen

Basis der Karmapa Meditation sind zunächst vier klassischen Grundübungen (Ngöndro). Sie sind seit mehr als tausend Jahren erprobt und basieren auf Erfahrung und den Traditionen des tibetischen Buddhismus. Die Übungen gelten als Grundlage für alle weiterführenden Meditationen, so auch der Karmapa Meditation.
Die Übungen basieren auf konkreten Meditationstexten und haben zum Ziel sich auf Werte zu besinnen, die im täglichen Leben eine zentrale Rolle spielen. Zu diesen Werten zählen vor allem die Fähigkeit zur Empathie, die Übernahme von Verantwortung, das Leben von Großzügigkeit und eine Verwurzelung in Unerschütterlichkeit.

Die Meditation auf den Lehrer

Die Karmapa Meditation wird auch als “Meditation auf den Lehrer” bezeichnet. Der Lehrer wird hierbei als erleuchtet verstanden, und die Meditation dient dazu, an den erleuchteten Eigenschaften teilzuhaben. Die persönlichen Erfahrungen, die bei jeder Durchführung der Meditation gemacht werden, gilt es in den eigenen Alltag zu übertragen und dort wirken zu lassen.
Die Karmapa Meditation ist die Hauptmeditation in allen Diamantweg-Zentren. Um sich für die Meditation bereit zu machen wird zunächst der eigene Atem beobachtet und eine tiefe und gleichmäßige Atmung praktiziert. Während der eigentlichen Meditation gilt es, sich den Lehrer, also den 16. Karmapa gezielt vorzustellen und sich mental mit ihm zu verbinden. Hierbei geht es nicht um die Person des Lehrers, sondern um dessen erleuchtete Eigenschaften. Der Meditierende stellt sich auf diese Eigenschaften ein mit dem Ziel, sie in sich selbst zu erkennen und sie daraus resultierend im Alltag anzuwenden und umzusetzen.

Die Umsetzung

Die Durchführung einer Karmapa Meditation wird in allen Diamantweg-Zentren angeboten. Wer noch keine Erfahrung mit dem tibetischen Buddhismus gemacht hat, ist mit einem einführenden Vortrag gut beraten, der in der Regel von allen Zentren offeriert wird. Die Lehrer der Zentren bieten immer auch Kurse und Meditationsveranstaltungen an, bei denen die Karmapa Meditation erlernt und durchgeführt werden kann.
Die Karmapa Meditation ist ausdrücklich für Menschen gedacht und geeignet, die aktiv im Leben stehen. Auch wenn du bisher noch keinen größeren Einblick in den tibetischen Buddhismus nehmen konntest, ist diese Meditationsform für dich geeignet. Sie wendet sich gleichermaßen an Anfänger und fortgeschrittene Meditierende und legt Wert auf Alltagstauglichkeit und unmittelbare Erfahrbarkeit. Die Einbindung in das tägliche Leben und den persönlichen Alltag gelten als wesentlich. Die Meditation ist ein Prozess, der Teil des persönlichen Unterwegsseins ist und für die täglichen Anforderungen Kraft und Energie geben soll.

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