Mythen und Legenden? – Yoga unverkrampft

Mythen und Legenden? - Yoga unverkrampft
Mythen und Legenden? – Yoga unverkrampft

Yoga ist Massenphänomen und Modetrend – nur war das in der Form, wie es teilweise praktiziert wird, sicher nicht im Sinne des Erfinders. Entsprechend wird manche Werbetrommel derart gerührt, dass sich jeder, der nicht Yoga betreibt, abgehängt, unmodern, unsportlich, uncool und wenig gesundheitsbewusst vorkommt. Dabei wird Yoga als Sport eingruppiert, unter Zwang gestellt und damit mit vielen Muss- und Soll-Bestimmungen verbunden. Die Massen pilgern in Kurse, einige betreiben Yoga zu Hause. Schicke Kleidung, tolle Matten, Meditationskissen und Zubehör gehören mehr oder weniger als Equipment dazu – doch solltest du dir selbst ein Bild machen.

Was ist nun dran an den ganzen Mythen? Musst du dich verändern, innerlich und äußerlich verbiegen? Musst du stundenlang trainieren? Und wie steht es mit vegetarischem Essen oder dem derzeit ebenfalls allgegenwärtigen Vegantrend?

Folge deinen Vorlieben

Du musst weder gegen dein Naturell leben noch bist du auf dem falschen Weg, wenn du nicht die ganze Yoga-Lebensphilosophie in deinem Alltag umsetzt. Zeit, innere Einstellungen, körperliche Voraussetzungen und vieles mehr bestimmen deine persönliche Yogakultur.

  • Du kannst Yoga vorwiegend sportlich betrachten.
  • Du kannst dich auf Meditation und/oder Atemübungen konzentrieren.
  • Es gibt viele Meinungen zu Yoga. Höre dir alles an und bilde dir eine eigene Meinung.
  • Du musst weder vegetarisch noch vegan leben.

Nie wieder Ärger und Aufregung?

Yoga steht für Ruhe und Gelassenheit. Diese Aussage stimmt, aber nicht immer. Du solltest möglichst für Ruhe beim Training sorgen. Das heißt jedoch nicht, dass du dich jedes Mal ruhiger und gelassener fühlst; es kommt auf deine Tagesform und innere Haltung an. Ist der Stresspegel sehr hoch, wird das Ziel heute vielleicht nur teilweise erreicht. Übst du unter Zeit- und Leistungsdruck, wirst du sicher weniger Erfolg haben, als wenn du dir Zeit nimmst und jede Vorstellung von Leistung aus deinen Gedanken verbannst. Gelassener wirst du dann, wenn du dir klarmachst, dass auch das Ziel, unbedingt Gelassenheit erreichen zu müssen, eine Art Leistungsdenken darstellt. Lass es einfach laufen und nimm an, was das Training dir bringt.

Der Gesundheitsaspekt

Yoga ist gesund. Auch diese Aussage stimmt größtenteils. Wer allerdings nicht aufgewärmt, also mit kalten Muskeln und Bändern, trainiert, riskiert Verletzungen. Das ist auch der Fall, wenn du unter Leistungsstress stehst und dir mehr abverlangt, als dein Körper an diesem Tag zu geben bereit ist. Zu bedenken sind ebenfalls körperliche Einschränkungen. Manche Übungen solltest du dann bleiben lassen. Berate dich eventuell mit einem Arzt oder starte einen Kurs bei einem erfahrenen Trainer, der dich berät.

Kompliziert und schweißtreibend

Yoga bedeutet Verrenken und Anstrengung. Der Satz beinhaltet Wahres, ist aber nicht per se richtig. Viele Übungen sind anstrengend. Ein längeres Training wird dich gehörig aufwärmen. Doch entscheidest du, ob dir eine Viertelstunde ausreicht und ob du im Sommer in den kühleren Morgen- oder Abendstunden trainierst. Außerdem suchst du dir deine Übungen zu Hause selbst aus; niemand zwingt dich, einen anstrengenden Kurs von eineinhalb Stunden zu besuchen.
Zudem kannst und sollst du dir nur Übungen aussuchen, die du bewältigen kannst. Der Begriff Verrenkung ist also relativ. Regelmäßiges Training macht auch im Yoga den Meister. Probiere neue Übungen aus, zunächst im Anfängermodus, später die schwierigeren Varianten, beispielsweise mit Yogablöcken. Du wirst deine Möglichkeiten und Grenzen kennenlernen; sie sind bei jedem anders. Und denke daran: Yoga ist kein Wettbewerb oder Konkurrenzkampf.

Ein neues Leben?

Mit Yoga ändert und verbessert sich mein Leben. Dies kann, muss aber nicht eintreffen. Integriere deine persönlichen Yoga-Favoritenübungen und versuche ein regelmäßiges Training. Starte einmal wöchentlich und höre auf, wenn du keine Lust mehr hast. Yoga soll Freude machen und nicht in Stress ausarten. Dann hast du gute Chancen, auf deiner Lieblingsmatte einen neuen Lieblings „sport“ zu entdecken.

Bild © Artecke