Kein Widerspruch: Übergewicht und Yoga

Kein Widerspruch: Übergewicht und Yoga
Kein Widerspruch: Übergewicht und Yoga

Obwohl wir es inzwischen eigentlich besser wissen müssten, haben wir beim Thema Yoga immer noch Menschen im Blick, die sehr schlank sind, nur vegetarisch leben, immer gelassen bleiben und überhaupt den ganzen Tag edle Werte vertreten und niemals vom Wege abweichen. Doch Yoga wird von ganz vielen und sehr unterschiedlichen Menschen betrieben. Die einen bringen mehr als nur ein paar Pfunde zu viel auf die Waage, den anderen sind die östlichen Inspirationen egal und die Dritten ernähren sich so, wie es ihnen gefällt, und essen gern Fleisch, Fisch und Fett.

Übergewicht und Yoga

Yoga ist grundsätzlich eine Lebenseinstellung, kein Sport – wenn auch sehr gesund, sofern individuell angepasst. Die Lebenseinstellung finden wir nicht nur in den östlichen Traditionen, sondern auch in der Konzentration auf uns selbst, während wir trainieren. Wichtig ist, dass wir uns dabei wohlfühlen. Yoga darf unsere Muskeln anstrengen und uns körperlich fordern, doch wenn wir nicht lieben, was wir tun, bedeutet Yoga nur noch widerwillige Überwindung. Das ist sicher nicht der richtige Weg. Yoga ist in der Ausrichtung für jeden Menschen geeignet, es ist nicht elitär oder an Voraussetzungen gebunden. Doch es kann sein, dass nicht jeder Mensch für Yoga gemacht ist, weil die innere Hürde zu hoch ist. Dies ist allerdings ein Thema, das wir an anderer Stelle vertiefen können, heute geht es um etwas anderes: um Übergewicht und Yoga.

Viele Wege führen zum Yoga-Ich

Derjenige, der die Übungen nur deshalb macht, um beweglich zu bleiben, seine Muskeln zu trainieren und dem Stoffwechsel auf die Beine zu helfen, profitiert auch ohne fernöstliche Weisheiten von dem Training. Yoga wird unter anderem deshalb gern praktiziert, weil jeder auch zu Hause auf einer Yogamatte trainieren kann und nicht unbedingt in einen Kurs gehen muss. Allerdings können wir Anfängern nur empfehlen, wenigstens einen Kurs zu besuchen, um einige Grundlagen zu erlernen; alternativ kannst du mit einer erfahrenen Freundin oder einem Freund anfangen. Es werden inzwischen diverse Kurse für Übergewichtige angeboten, vieles steht im Internet.

Wem das alles unangenehm ist, der nimmt sich ein gutes Buch vor und geht achtsam vor. Im März dieses Jahres wurde von Birgit Feliz Carrasco ein Werk mit dem Titel „Yoga X-Large“ herausgebracht und bereits das Cover verrät, worum es geht: Stark Übergewichtige können ebenfalls Yoga machen. Perfektion ist nicht gefragt, doch die angepassten Übungen tun dem Körper gut. Hier verrenkt sich niemand. Nun gibt es also keine Ausreden mehr, man sei zu dick oder ungelenkig. Kauf dir eine schicke Matte mit Stickmotiv oder lass dir eine weiche Yogadecke schenken und fang einfach an!

Mehr als eine Diät

Häufig ist es so, dass mit Yoga als einer Art Zusatzdiät begonnen wird. Dabei kommen meditative und Atemübungen zu kurz, aber es ist ein Anfang. Die Bewegungen fordern dich, aber sie überfordern dich nicht. Probiere auch die meditativen Übungen aus. Vielleicht gefällt es dir eines Tages, dich einmal ganz in dich selbst zu versenken, die Stille zu spüren und zur Ruhe zu kommen. Plötzlich bist du ganz bei dir: Kein Laut stört dich – daher brauchst du einen ruhigen Platz und keine Störungen; es gibt keine Ablenkung, schalte auch das Telefon aus, wenn du das Klingeln nicht ignorieren kannst; die Gedanken kommen zur Ruhe, und das führt dich tief in dein Inneres, das normalerweise vom Gedankenkarussell überlagert wird.
Davor fürchten sich manche Menschen, aber es kann dir nichts Schlimmes passieren. Oder ist es die Angst davor zu erkennen, was dir wirklich wichtig ist im Leben? Die Konsequenz wäre eventuell ein veränderter Lebensweg. Doch das ist ein anderes Thema. Heute bleiben wir bei der Frage, ob Yoga auch für Übergewichtige gut und richtig ist. Und unsere Antwort lautet: ja!

©iStock.com/CreativaImages

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