Laghu Vajrasana: Herzöffnung im kleinen Donnerkeil

Laghu Vajrasana: Herzöffnung im kleinen Donnerkeil
Laghu Vajrasana: Herzöffnung im kleinen Donnerkeil

Sie gehört zu den Yogaposen, die durch eine ausdrucksstarke Haltung und einen eindringlichen Namen punkten: Laghu Vajrasana zeigt schon von der Bezeichnung her, dass Yoga immer mit dem Höchsten verbunden ist und das Göttliche wie die Natur in eine ganzheitliche Betrachtungsweise einbezieht. Die Pose an sich ist eine einzige Öffnung an das Leben: Hüfte und Herz sind gleichermaßen offen, um der Welt in all ihren Facetten zu begegnen.

Die Asana ist leicht beschrieben: Der Übende begibt sich aus dem Fersensitz in eine intensive Rückbeuge. Dies geht soweit, bis die Kopfkrone auf der Erde aufliegt, sich also mit unseren Wurzeln verbindet. Somit ist Laghu Vajrasana eine der Übungen, die uns zeigen, dass wir sowohl die Wurzeln unserer Herkunft als auch den Kontakt zum Höchsten haben und nicht verlorengehen können. Für mehr Stabilität und harmonische Abrundung liegen die Hände in Laghu Vajrasana auf den Oberschenkeln auf.

Die Wirkungen von Laghu Vajrasana: wohltuend für Körper, Geist und Seele

Wie die meisten anderen Yoga-Asanas bietet Dir auch der kleine Donnerkeil ganzheitlich spürbare Effekte. Physis und Psyche sowie Deine Seele werden positiv beeinflusst. Im körperlichen Bereich werden Deine Bauch- und Brustmuskeln intensiv gedehnt. Das verleiht Dir eine aufrechte Haltung und schenkt Dir über die Weitung des Brustraums Luft zum Atmen. Die Last Deines Körpers liegt in Laghu Vajrasana auf dem Fersensitz, sodass diese Asana eine gute Möglichkeit ist, wenn Du Deine Beine gezielt stärken möchtest. Auch auf die Wirbelsäule hat die Übung einen positiven Effekt: Deine Wirbelsäule wird in ihrer Beweglichkeit verbessert und die Spinalnerven im Wirbelkanal angeregt.

Im seelisch-geistigen Bereich profitierst Du davon, Dich auch eine nicht ganz alltägliche und am Anfang auch nicht ganz komfortable Haltung einzulassen. Du gibst Dich durch die intensive Rückbeuge in eine quasi schutzlose Haltung, da Du Dein Herz öffnest, und lernst, dass Du von der Erde und vom Höchsten dabei dennoch getragen beziehungsweise geschützt wirst. Das reduziert häufig Ängste und kann auch hilfreich sein, wenn Du vielleicht ab und zu an einer depressiven Verstimmung leidest.

Schritt für Schritt zur Asana

Laghu Vajrasana gehört zur zweiten Serie der Asthanga-Asanas. Es handelt sich um eine körperlich fordernde Übung, an die Du Dich am besten schrittweise herantastest, wenn Du Dich nicht schon von Beginn an die nötige Kraft in den Beinen und die notwendige Beweglichkeit in der Muskulatur und der Wirbelsäule hast.

Für die Beinkraft eignen sich hier besonders die einzelnen Kriegerpositionen, die Dir mit jeder Übung Kraft und Stabilität verleihen. Die Flexibilität in der Wirbelsäule und der Vorderseite des Körpers verbesserst Du besonders bei allen Rückbeugen. Die Kamelhaltung ist dafür ideal geeignet, da Du Dich mit dieser Asana wirklich schrittweise in die Rückbeuge begeben und Dich auch mental auf diese Haltung einlassen kannst.

Wenn Du Dich dann fit genug fühlst, Dich in Laghu Vajrasana zu begeben, nimmst Du den Fersensitz ein. Bevor Du in die Rückbeuge gehst, streckst Du Deine Körper ganz bewusst in der Senkrechten und strebst mit Deinem Scheitel, der Krone, Richtung des Höchsten. Erst dann lässt Du Dich behutsam auf die Rückbeuge ein und umfasst dabei mit den Händen Deine Knöchel. Wenn Du mit dem Kopf am Boden angekommen bist, überstreckst Du Deine Kehle und schenkst Deiner Kopfkrone Erdung. Wenn Du diese Asana nach ein paar ruhigen Atemzügen wieder verlassen willst, unterstützt Du dies mit sanftem Zug Deiner Hände an den Knöcheln.

Hilfe bietet Dir bei der Bedarf der Block: Lege Dir einfach einen passenden Yoga-Block unter den Kopf, dann musst Du anfangs nicht so weit in die Rückbeuge gehen!

Kontraindikationen:

Wenn Du Probleme mit dem Nacken, dem Rücken oder den Knien hast, werden Dir Deine Yogalehrer gerne Alternativen zu Laghu Vajrasana empfehlen. Wenn Du an Kopfschmerzen oder Bluthochdruck leidest, gilt das Gleiche.

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Supta Vajrasana – schlafender Diamant

Supta Vajrasana - schlafender Diamant
Supta Vajrasana – schlafender Diamant

Supta Vajrasana, was auch als Paryankasana bezeichnet wird, bedeutet ins Deutsche übersetzt schlafender Diamant bzw. Diamantschlaf. Es handelt sich hierbei um eine sehr beliebte Meditationsstellung beim Yoga. Sie ist für Männer und Frauen gleichermaßen geeignet. Bei Supta Vajrasana handelt es sich um eine fortgeschrittene Rückbeuge. Die Yoga Asana kann beispielsweise nach Dhanurasana (Bogen), Kapotasana (Taube) oder Pflug (Halasana) geübt werden. Supta Vajrasana gehört zu den 84 Hauptasanas. Nachfolgend erfährst Du, wie die Übung ausgeführt wird, welche Vorteile sie mit sich bringt und wer sie vermeiden sollte.

Wie wird Supta Vajrasana ausgeführt?

Zum Ausführen der Yoga-Übung sitzt Du auf den Fersen in Vajrasana. Dies ist die Ausgangsposition. Dann lehnst Du Dich zurück und legst deine Ellenbogen langsam auf den Boden und Dich anschließend nach hinten. Die Unterarme und Ell­bogen können als Stütze bzw. Zwischenstation dienen. Die Arme streckst Du nach hinten aus. Lege zuerst den rechten und dann den linken Unterarm ab. Dabei bleibst Du jedoch in Vajrasana, sodass Dein Oberkörper immer noch auf dem Boden liegt und Deine Knie gebeugt sind. Die Fersen kannst Du neben die Pobacken und die Hände neben den Körper legen. Versuche, dass die Knie stets auf dem Boden bleiben. Sie dürfen lieber etwas auseinander gehen, als den Boden zu verlassen. Die Augen werden geschlossen, um eine Entspannung im gesamten Körper zu fühlen. Atme tief und langsam. So bleibst Du einige Minuten lang liegen. Den Körper drehst Du dann auf die linke Seite, kommst langsam nach oben und lässt die Energie bewusst fließen. In der Endhaltung ist es wichtig, tief, langsam und bewusst zu atmen.

Welche Wirkungen kannst Du durch Supta Vajrasana erzielen?

Supta Vajrasana stärkt und streckt die Oberschenkel und Bauchmuskeln. Die Wirbelsäule, Knie und Knöchel werden beweglicher und die Waden und Oberschenkel erhalten eine schöne Form. Auch auf die Gesundheit hat Supta Vajrasana verschiedene Vorteile. Diese Übung kann zum Beispiel bei Verstopfungen helfen, beim Ischias Syndrom, bei Rheuma, einer Gicht, Kolitis und bei Krampfadern Linderung bringen. Vor allem Menschen, die im unteren oder mittleren Rücken Schmerzen haben, profitieren von der Yoga-Übung, denn der Rücken und die Hüften werden optimal gedehnt.

Des Weiteren können die inneren Organe gestreckt und stimuliert werden, vor allem die im Bereich des Beckens, zum Beispiel die Bauchspeicheldrüse, Leber und Nieren. Die Haltung eignet sich daher insbesondere für Frauen, denn die Dehnung des Beckenbereichs beeinflusst die Eierstöcke und Eileiter positiv. Dadurch können Menstruationsschmerzen gelindert und vorgebeugt werden. Die Lungen können dadurch besser arbeiten, denn der Körper erhält mehr Sauerstoff. Somit kann Supta Vajrasana auch bei Asthma und einer Bronchitis hilfreich sein. Zudem kann die Übung die Schilddrüse aktivieren, also das hormonale Drüsensystem. Außerdem können Komplikationen in der Schwangerschaft verringert werden. Auch eine Erleichterung der Geburt ist möglich. Geistig sorgt Supta Vajrasana für mehr Offenheit und Lebensfreude.

Fazit

Die Effekte der Yoga-Übung Supta Vajrasana können sehr vielfältig sein: Auf der körperlichen Ebene wird die Flexibilität des Rückens und der Brust gestärkt. Die Bauch- und Beinmuskeln werden gedehnt und die Knie gekräftigt. Eine angenehme Dehnung ist grundsätzlich gewollt, allerdings gilt es, eine Überdehnung der Muskeln und Bänder zu vermeiden. Auch geistig kann die Übung Vorteile erzielen. Anfänger sollten ein Kissen unter ihren Rücken legen, Schwangere dazu noch unter die Hüften. Die Knie sollten sie nicht zu weit öffnen. Supta Vajrasana ist nicht geeignet, wenn Nacken- und Kniebeschwerden, Ischiasschmerzen, Kreuzbeinerkrankungen oder Bandscheibenvorfälle vorliegen. Bei einer Unsicherheit sollte ein Arzt befragt werden.

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Die vollendete Haltung – Siddhasana

Die vollendete Haltung - Siddhasana
Die vollendete Haltung – Siddhasana

Siddhasana ist eine bekannte Meditationsstellung im Hatha Yoga und wird auch als die Sitzhaltung der Vollkommenen bezeichnet. Die Stellung eignet sich allerdings ausschließlich für Männer. Interessierte Frauen können als Alternative die Stellung Siddha Yoni Asana durchführen. Bei Kreuzbeininfektionen und bei Ischiasproblemen solltest Du die Übung nicht durchführen.

So funktioniert die Meditationsstellung im Detail

Mache es Dir auf einer geeigneten Unterlage, wie zum Beispiel auf einer Yogamatte gemütlich und trage passende Kleidung. Setzte zuerst eine Ferse direkt an den Guda (Anusschließmuskel, die Hauptöffnung Deines Verdauungstrakts). Die andere Ferse sollte sich dann an der Wurzel Deines Geschlechtsorgans befinden. Arrangiere Deine Beine und Füße so, sodass sich Deine beiden Fußgelenke direkt berühren. Deine Hände kannst Du ohne Probleme ablegen. Von der Siddhasana gibt es auch noch 3 gängige Variationen. Bei der verdeckten Haltung, auch Guptasana genannt, platzierst Du Deine linke Ferse über Deinem Geschlechtsorgan. Deine rechte Hacke legst Du über Dein äußeres Fortpflanzungsorgan. Deine beiden Fußgelenke befinden sich zwar eng beieinander, sie dürfen sich jedoch nicht berühren. Deine rechten Zehen üben Druck in die Ausbuchtung zwischen dem linken Oberschenkel und dem linken Wadenmuskel aus.

Gupta heißt übersetzt versteckt und dies trifft auf diese Haltung hervorragend zu, denn in dieser sind Deine Geschlechtsorgane fast vollkommen verdeckt. Die zweite Variante von der Siddhasana wird als Diamantensitz oder als Vajrasana bezeichnet. In dieser Haltung setzt du Deine linke Ferse unter Dein Geschlecht während Du Deine rechte Ferse über Deinem Geschlechtsorgan platziert. Bei der dritten Variante, der Kshemasana, nimmst Du die normale Haltung der Siddhasana ein. In dieser hebst Du Deine beiden Hände bis zur Höhe Deiner Brust an. Deine Handflächen sehen sich dabei an.

Generell ist es in der Siddhasana vollkommen unerheblich, welches Deiner Beine sich oben befindet. Achte aber stets darauf, dass Du nicht in einer schiefen Haltung übst. Dadurch, dass Deine Fußgelenke aufeinanderliegen, entsteht ein starker Druck und dieser kann unter Umständen Schmerzen verursachen. Aus diesem Grund solltest Du einen Schwamm oder eine Decke verwenden. In der Anfangszeit kann der Druck auf Deinen Damm sich unangenehm an fühlen. Wenn Du eine Weile übst, dann wird der unangenehme Druck auf jeden Fall verschwinden.

Die Wirkung von Siddhasana

Aufgrund seiner Wirkung gehört die Meditationsstellung Siddhasana zu den beliebtesten Sitzhaltungen im Hatha Yoga. Die Meditationsstellung sorgt dafür, dass Lebenskraft (Prana) in den zentralen Energiekanal Sushumna gelangt. Da sich in dieser Haltung die Ferse am Schambein befindet, kann die Lebenskraft problemlos nach innen gelangen. Die Prana geht zum einen zur Wurzelknolle (Kanda) und zum anderen wird konsequent verhindert, dass die Energie über das Saraswati Nadi nach oben steigen kann. Somit wird die Energie direkt in das Muladhara Chakra geschickt. Die Ferse, welche sich zwischen dem Geschlechtsorgan und dem Anus befindet, leitet das Prana direkt in die feinstoffliche Wirbelsäule (Sushumna).

Meditierst Du in dieser beliebten Stellung, dann hilft Dir die Stellung dabei, dass Deine Energie direkt durch die feinstoffliche Wirbelsäule nach oben steigen kann und Du deshalb von einer sehr tiefen Meditation profitiert. Aus diesem Grund ist die Siddhasana auch eine hervorragende Sitzhaltung für tiefere Erfahrungen in der Meditation und Pranayama. Wie bei jeder anderen Haltung solltest Du diese natürlich nur durchführen, wenn Du Dich dabei angenehm und fest fühlst und Du die Stellung auch über eine längere Zeit lang halten kannst.

Mit der Siddhasana kannst Du Deine Fortplanzungshormone besser kontrollieren. Der Fluss der Prana wird durch diese Haltung harmonisiert und neu ausgerichtet. Kannst Du die Stellung mindestens 10 bis 15 Minuten lang halten, dann wirst Du ein Kribbeln spüren. Die Blutzirkulation wird direkt in den Unterleib und in die untere Wirbelsäule gelenkt und dadurch werden die Urin- und Bauchorgane und der Lumbarbereich der Wirbelsäule angeregt. Zusätzlich können mit der Siddhasana auch der Blutdruck und das Fortpflanzungssystem harmonisiert werden.

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Entspannt meditieren – Fünf verschiedene Yoga Sitzhaltungen

Entspannt meditieren - Fünf verschiedene Yoga Sitzhaltungen
Entspannt meditieren – Fünf verschiedene Yoga Sitzhaltungen

Asanas sind während einer Yoga-Session von entscheidender Bedeutung, denn nur durch diese ruhenden Körperhaltungen kann eine Tiefenentspannung und effektvolle Meditation erzielt werden. Für Anfänger, aber auch für bereits fortgeschrittene Ruhesuchende eignen sich vor allem die verschiedenen Yoga Sitzhaltungen, durch die eine stabile Position sowie körperliches Wohlbefinden einfach zu erreichen sind.

Dies solltest Du beachten

Begebe dich vor der Meditation in eine für dich angenehme Sitzposition, in welcher du dich wohlfühlst und die du durch Anspannung deines Körpers einfach aufrechterhalten kannst. Denke daran, dass es beim Yoga nicht darauf ankommt, besonders schwierige oder anstrengende Übungen zu vollführen oder sich vor anderen Personen gut darzustellen. Deine Sitzhaltung sollte dir vielmehr die Möglichkeit geben, dich ausschließlich auf dich zu besinnen und äußere Einflüsse wie Stress, Gruppenzwang oder körperliche Unzulänglichkeiten auszublenden und abzustreifen.

Wenn du eine bequeme Sitzhaltung gefunden hast, solltest du zudem darauf achten, dass deine Wirbelsäule gerade ist. Dies ist für viele Menschen in einer Sitzhaltung gar nicht so einfach. Hier hilft beispielsweise ein Sitzkissen, welches du unter deinen Po schieben kannst. So wird das Becken nach vorne gekippt und ein aufrechter Sitz ist leichter beizubehalten. Darüber hinaus solltest du deinen Kopf gerade halten und dir vorstellen, als würde er an einem unsichtbaren Band nach oben gezogen. Lasse deine Arme und Hände entspannt auf deinen Oberschenkeln liegen und schließe deine Augen, um alle Umwelteinflüsse auszuschließen. Atme bewusst ein und aus und führe so deinen Körper und Geist zueinander.

Daneben solltest du stets auf einer Yogamatte oder einem großen Handtuch sitzen. Ziehe dir außerdem bequeme Kleidung und warme Socken an, damit du dich hundertprozentig wohlfühlst, während du meditierst.

Die bekanntesten Yoga Sitzhaltungen

1. Der Schneidersitz (Sukhasana)

Der Schneidersitz ist eine Haltung, die vor allem für Anfänger oder Personen, die erst in fortgeschrittenem Alter mit dem Yoga anfangen, geeignet ist. Hierbei werden die Beine einfach und ohne Dehnung überkreuzt, so dass der rechte Fuß unter dem linken Unterschenkel liegt und umgekehrt. Auf Hindi heißt diese Sitzposition “Sukhasana”, was übersetzt angenehme Haltung oder Stellung voller Freude bedeutet. Dies kann sowohl auf die innere als auch die äußere Haltung einer Person bezogen werden. Wenn du die Sukhasana einnimmst, solltest du versuchen, in allem etwas Positives zu erkennen. Wenn sich dein Partner beispielsweise von dir getrennt hat, kannst du darin eine Möglichkeit sehen, wieder zu dir selbst zu finden, jetzt nur noch auf deine Wünsche und Bedürfnisse zu achten und offen für neue Begegnungen zu sein.

2. Der bequeme Sitz (Muktasana)

Der bequeme Sitz ist dem Schneidersitz sehr ähnlich. Jedoch kreuzen sich die Beine bei erstgenannter Stellung nicht, sondern liegen voreinander. Zudem liegt die Unterseite des rechten Fußes an deinem linken Oberschenkel und die Unterseite deines linken Fußes berührt dein rechtes Knie. Diese Haltung ist ebenfalls für Anfänger geeignet oder für Personen, die dazu neigen, in einer Position schnell einen Krampf zu bekommen oder der häufig die Beine einschlafen. Der bequeme Sitz wird von den Yogis “Muktasana” genannt – Die Stellung eines Befreiten. Dies ist verständlich, da die Beine in dieser Position weder gekreuzt noch gedehnt werden. Wenn du dich in dieser Haltung befindest, sollte auch dein Geist befreit sein und du solltest jeglichen Druck von außen sowie alle Fragestellungen, die vielleicht schon seit längerem in deinem Kopf kreisen, abschütteln.

3. Der (halbe) Lotussitz (Ardha Padmasana)

Die wohl bekannteste Sitzhaltung beim Yoga ist der sogenannte Lotussitz. Er ist dem Schneidersitz ähnlich, jedoch werden die Beine hierbei nicht einfach nur überkreuzt. Vielmehr wird der rechte Fußrücken auf den linken Oberschenkel gelegt und der linke Fuß wird dann darüber auf den rechten Oberschenkel gezogen. Da der volle Lotussitz ein hohes Maß an Dehnung verlangt, ist er für Anfänger oftmals schwer beizubehalten und häufig stellen sich nach einiger Zeit Krämpfe oder Schmerzen ein. Da dies beim Yoga auf keinen Fall passieren sollte, können Anfänger zunächst den halben Lotus ausprobieren. Hierbei wird eine schneidersitzähnliche Position eingenommen und nur ein Fuß wird auf dem gegenüberliegenden Oberschenkel platziert. Der Lotussitz wird auch “Padmasana” genannt und ermöglicht eine fortwährende stabile und aufrechte Körperhaltung. Außerdem wird ein vollkommenes Dreieck gebildet, die Energie kann ungestört fließen und dein Herz-Chakra wird stimuliert.

4. Der Kuhkopfsitz (Gomukhasana)

Um sich auf den Lotussitz vorzubereiten, kannst du beispielsweise den Kuhkopfsitz einnehmen. Dieser heißt so, da die Beinposition einem Kuhkopf ähnelt. Bringe dazu deine linke Ferse unter deine rechte Pohälfte. Positioniere dann dein rechtes Knie genau auf dem linken und schiebe deine rechte Ferse unter deine linke Pobacke.

5. Der Fersensitz (Vajrasana)

Eine weitere Sitzhaltung, die auch für Anfänger geeignet ist, ist der Fersensitz. Hierbei sitzt du nicht auf deinem Po, sondern auf deinen Unterschenkeln. Die Waden berühren die Oberschenkel, die geschlossen gehalten werden. Die Fußrücken zeigen Richtung Boden. In dieser Position kannst du dich besonders groß machen, musst aber darauf achten, dass deine Wirbelsäule gerade bleibt und dein Kopf sich gen Himmel zieht. Der Fersensitz wird auf Hindi “Vajrasana” genannt, was soviel wie Diamantensitz heißt. Diese Position steht für Stärke, Mut und Selbstbewusstsein.

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Yoga-Sitzhaltungen: der Kuhkopfsitz (Gomukhasana) und der Fersensitz (Vajrasana)

Kuhkopfsitz (Gomukhasana)
Kuhkopfsitz (Gomukhasana)

Bei den beiden Sitzhaltungen Gomukhasana und Vajrasana handelt es sich um Meditationshaltungen, die eine Tiefenentspannung unterstützen. Bei der Gomukhasana-Haltung, die auch gerne als Kuhgesicht oder Kuhkopfsitz bezeichnet wird, kommen deine Beine übereinander. Diese Asana erleichtert dir das Atmen und öffnet das Herz sowie das Becken. Gleichzeitig entspannst du die Muskeln deiner Schultern und dehnst jene an der Brust. Die Vajrasana-Haltung ist zu Deutsch auch als Fersensitz bekannt, bedeutet aber übersetzt eigentlich Diamantsitz. Diese Asana schafft perfekte Bedingungen für das Ausführen von Pranayama während der Meditation, da dein Rücken dabei besonders gut aufgerichtet ist.

Wie du den Kuhkopfsitz (Gomukhasana) korrekt ausführst

Beim Kuhkopfsitz kommen beide Beine so übereinander, dass deine Knie in einer vertikalen Linie übereinander zum Liegen kommen. Diese Sitzhaltung erreichst du am besten, indem du zuerst in den Vier-Fuß-Stand gehst. Führe dann das linke Knie hinter das recht und bringe beide Knie zum Boden. Deine beiden Unterschenkel befinden sich dann in einer V-Position. Komme nun langsam mit deinem Gesäß zum Boden hinunter. Wenn dir diese Position zu schwer ist, kannst du auch Hilfsmittel einsetzen, wie beispielsweise eine Decke, die du unter den Fußspann einklemmst. Im Gomukhasana-Sitz dürfen sich deine Knöchel dann ausruhen. Führe dafür die Zehen nach hinten und strecke sie entspannt aus. Zusätzlich zu dieser Sitzposition kannst Du auch die Arme am Rücken verschränken. Strecke dafür zuerst den linken Arm über den Kopf, beuge ihn, und bring die linke Handfläche zwischen deine Schulterblätter. Den rechten Arm führst du seitlich von unten nach hinten, ebenfalls in Richtung deiner Schulterblätter. Bringe dann deine beiden Hände am Rücken zusammen. Behalte den Nacken während dieser Übung aufrecht und richte deinen Blick gerade nach vorne. Atme in dieser Position gleichmäßig ein und aus. Löse anschließend zuerst die Hände vorsichtig und hebe dein Gesäß vom Boden, um wieder in den Vier-Fuß-Stand zurückzukommen. Wechsle danach die Seiten und wiederhole die Übung.

Fersensitz (Vajrasana)
Fersensitz (Vajrasana)

Worauf du beim Fersensitz (Vajrasana) achten sollst

Beim Fersensitz, auch Diamantsitz genannt, sitzt du eigentlich auf deinen Unterschenkeln. Die Schienbeine liegen komplett auf dem Boden auf, Unterschenkel und Oberschenkel berühren sich dabei. Deine Fußsohlen platzierst du rechts und links von deinem Anus, sodass sie an deinen Gesäßbacken anliegen. Achte beim Fersensitz darauf, dass sich die Last deines Körpers auf Knöchel und Knie gut verteilen. Viele Menschen empfinden diese Übung am Anfang als schmerzhaft, jedoch vergeht dies recht schnell. Du kannst deine schmerzenden Körperstellen mit beiden Händen massieren, um sie zu entkrampfen. Jedoch solltest du stets auf dein Körpergefühl achten und diese Sitzhaltung im Bedarfsfall wieder vorsichtig lösen. Im Diamantsitz legst du deine Hände am besten auf die Knie, möglichst nahe beieinander. Führst du die Vajrasana-Haltung korrekt aus, befinden sich Kopf, Hals und Rumpf in einer Linie. Diese Sitzposition erlaubt dir ein langes und entspanntes Sitzen während deiner Meditationspraxis. Ihr wird nachgesagt, dass man durch ein regelmäßiges Praktizieren eine stabile Körperhaltung erlangt. Auch fördert diese Übung deine Fähigkeit, standhaft zu bleiben und Durchhaltevermögen für schwierige Situationen des Alltags zu erlangen.

Die positiven Effekte der Sitzhaltungen Gomukhasana und Vajrasana

Bei der Gomukhasana-Asana wird deine Oberkörpermuskulatur gedehnt und deine Wirbelsäule optimal aufgerichtet. Während der Übung öffnet sich dein Brustraum und dein Herz. Dadurch wird eine verbesserte Brustatmung angeregt. Außerdem kräftigst du mit dieser Übung deine Schulter- und Armmuskulatur und deine Knie-, Hand- und Fußgelenke werden geschmeidig. Führst du die Vajrasana-Meditationshaltung etwa eine halbe Stunde nach dem Essen aus, so unterstützt sie die Verdauung der Nahrung. Diese Übung vermindert zudem Blähungen und andere Verdauungsbeschwerden. Diese Sitzhaltung stärkt aber auch die Muskeln und Nerven deiner Beine, was dazu führt, dass Schmerzen in Beinen und Füßen verschwinden. Zusätzlich eignet sich diese Asana, um Hüftleiden zu lindern.

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