Yoga als Trend: echte Lebensanschauung, reiner Sport oder angesagte Lifestyle-Idee?

Yoga als Trend: echte Lebensanschauung, reiner Sport oder angesagte Lifestyle-Idee?
Yoga als Trend: echte Lebensanschauung, reiner Sport oder angesagte Lifestyle-Idee?

Betrachten wir die vier Stichworte der Überschrift, trifft wohl jedes von ihnen zu: Es hängt immer auch von dem Yogafan selbst ab, wie er sein Hobby sehen will – womit wir unversehens schon ein viertes Stichwort eingeführt haben. Es gibt viele Attribute, die man Yoga zuschreiben kann. Betrachten wir mit einem Augenzwinkern die unterschiedlichen Ansätze.

Lifestyle-Trend Yoga

Natürlich ist Yoga ein Lifestyle-Trend. Betrachtet man sich die Menschen, die mit ihrer schicken Yogamatte unter dem Arm in die Volkshochschulkurse und Yogastudios eilen, so scheinen es bei Nachfragen im privaten Umfeld mehr zu sein als beispielsweise die Fitnessstudio-Befürworter.

Frauen stellen die Hauptklientel unserer westlichen Yogawelt – interessanterweise stellt sich dies übrigens, aus der östlichen Tradition gesehen, eher gegenteilig dar. Man spricht von männlichen Yogis, aber meist treffen wir bei uns nicht nur auf weibliche Yogafans, sondern auch auf weibliche Trainer in Kursen, Büchern, auf DVDs, auf weibliche Meditationsstimmen auf CDs. Manche Studios bieten daher das komplette Programm, um mehr Kunden zu erreichen: Gerätetraining, Zumba, Pilates, Yoga und mehr.

Zumbakurse haben ebenso wie klassische Rückentrainings viel Zulauf, aber Yoga hat einen anderen Stellenwert. Es bezieht seinen Ruf aus seiner uralten Tradition, aus dem Anspruch, gesund, sportlich, aber auch besonders und gehobenes Lebensgefühl zu sein; dazu kommt der ruhige, meditative Aspekt. Diese außergewöhnliche Kombination erfüllt offenbar viele Bedürfnisse und jeder ist frei in seiner Definition, kann sich Themen nach dem persönlichen Geschmack heraussuchen.

Es ist zudem einfach schick, Yoga zu betreiben. Wer dies in einer Runde äußert, erfährt eine besondere Form der Anerkennung: Da hat offenbar jemand zu einem andersartigen, besseren Stil gefunden. Ob wahr sein oder auch nicht, es ist die Einstellung, die Yoga in diesen Olymp erhebt. Zu diesem anderen Stil gehören beispielsweise auch spezielle Bekleidung und der Wunsch nach etwas Besonderem.

Yoga als Sport

Mancher hat mit dem ganzen als „esoterisch“ bezeichneten Hintergrund von Yoga als Lebensgefühl gar nichts am Hut. Ihm reichen die Körper-, vielleicht noch die Atemübungen, die ebenfalls direkter und sichtbarer organisch wirken (dass Yoga über die Psyche ebenfalls auf den Körper wirkt, ist eine Tatsache, wird aber hier vernachlässigt). So übt er nach Büchern oder DVDs, besucht Kurse aller Art oder hat mit den Jahren sein eigenes Yogagefühl entwickelt: Diszipliniert werden jeden Tag gewisse Trainingseinheiten anstelle eines Sportprogramms absolviert. Dabei bleiben alle Aspekte des ganzheitlichen Lebensgefühls ausgespart.

Keine Frage, das ist für den Körper trotzdem sehr bekömmlich, denn Yoga dehnt die Muskeln, bringt die Organe ins Gleichgewicht, sorgt für einen ausgeglicheneren Blutdruck und eine tiefere Atmung. Wer es intensiv betreibt, kommt schon innerhalb einer halben Stunde ins Schwitzen, zumindest wird der Körper angenehm aufgewärmt, das Drüsensystem arbeitet. Wie bei sportlichen Übungen anderer Art sollte nicht mit vollem Magen trainiert werden. Die Zeiten bleiben dir selbst überlassen: Es gibt Verfechter des Morgentrainings und andere, die aus Zeitmangel oder Vorliebe abends üben.

Praktischerweise lassen sich kleinere Übungseinheiten mitnehmen auf Geschäfts- und Urlaubsreisen, denn sie können in jedem noch so kleinen Raum ausgeführt werden. Yoga kann durchaus erfolgreich auf diese Weise betrieben werden.

Yoga – (d)eine Lebenseinstellung

Bleibt noch die Frage der Lebenseinstellung. Yoga ist Jahrhunderte alt. Die körperliche Ertüchtigung wird von einem respektvollen Umgang mit allen Lebeweisen begleitet, es wird eine fleischfreie Ernährung mit biologisch einwandfreien Lebensmitteln empfohlen; Genussmittel werden vermieden, Wasser steht dagegen ganz vorn auf der Positivliste. Ziel der Übungen sind unter anderem Gelassenheit, innere Einkehr, ein neues Lebensgefühl und neue Lebensinhalte, die dich näher zu dir selbst bringen. Dazu gehört unbedingt auch die Meditation.

Manchen Menschen ist dies alles zu viel. Doch es lassen sich Einzelaspekte ausprobieren. Starte doch einfach mal mit einem Kissen und einer einfachen Meditation – und finde dann deinen eigenen Weg!

Bild © qilli

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