Yoga, Pilates, Gymnastik: Training nach individuellen Vorlieben

Yoga, Pilates, Gymnastik: Training nach individuellen Vorlieben
Yoga, Pilates, Gymnastik: Training nach individuellen Vorlieben

Selbstverständlich gibt es Unterschiede zwischen Yoga, Pilates und Gymnastik. Für ein sinnvolles Übungsprogramm ist das Wissen darum hilfreich, aber nicht unbedingt notwendig. Es lassen sich diverse Übungen in einem Training kombinieren. Diese selbst werden dabei nicht verändert.

Konzentration und genaue Ausführung

Grundsätzlich geht es bei allen drei Modellen darum, die Bewegungen sehr kontrolliert auszuführen. Die Verletzungsgefahr durch fehlendes Aufwärmen der Muskeln, falsche oder heftige Bewegungen besteht bei allen Übungen, egal aus welcher Kategorie. Ebenso gilt, dass die höchste Stufe immer eine Meisterleistung ist, die oft erst nach vielen Jahren erreicht wird.
Das ist aber nicht das Entscheidende, wenn du übst. Gymnastik hat den Grundsatzanspruch, kein Wettkampf zu sein, nicht so explizit wie beispielsweise Yoga, doch es läuft in deinem privaten wie in offiziellen Kurstrainings auf dasselbe hinaus. Im Rahmen deiner Möglichkeiten und Tagesform sollte das Beste versucht, aber nicht der Nachbar übertrumpft werden. Durch die Leistungen anderer kannst du dich jedoch jederzeit inspirieren und anspornen lassen, diese Sichtweise hat eine andere Nuance. Übrigens brauchst du für alle drei Trainingsvarianten eine gute Matte, wobei wir mehrere Modelle unterschiedlicher Art anbieten, wie du sie in Kursen sicher nicht finden wirst.

Zur Definition finden sich Einteilungen wie diese:

  • Gymnastik ist leicht, dient der Bewegung und Kräftigung der oberflächlichen Muskeln, wird gern schwungvoll betrieben und mit passender aktueller Musik diverser Stilrichtungen untermalt.
  • Pilates übt die Tiefenmuskulatur und setzt dafür gezielt die Atmung ein, ist recht anstrengend und sollte genau ausgeführt werden; anfangs am besten unter Traineranleitung. Sanfte Musik kann als Begleitung dienen, gibt aber nicht den Übungsrhythmus vor.
  • Yoga ist eine Lebenseinstellung und arbeitet mit speziellen Bewegungen (auch Augen, Gesicht), Atemübungen (die bevorzugt allein ausgeführt werden), Fingermudras sowie Meditation. Im Weiteren wirkt sie sich auf Psyche, Ernährung sowie grundsätzliche Einstellungen und Verhaltensweisen aus. Musik gibt es normalerweise keine, alternativ meditative Klänge zum Trainingsausklang in der Ruhestellung.

Hierzu ist zu sagen, dass eine solche Gymnastikdefinition von einfachen Übungen wie Rückentraining, Knie- und Rumpfbeugen ausgeht. Wer jemals die Wettkämpfe der Rhythmischen Sportgymnastik angeschaut hat, wird zugeben, dass Gymnastik je nach Niveau mehr ist als einfache Übungen und ganz sicher die Tiefenmuskulatur beansprucht. Die Definition hängt also von deiner Zielsetzung und deinem Standpunkt ab. Einfache Gymnastik dient tatsächlich der Mobilmachung und Beweglichkeit, aber dies ist auch ein Ziel von Pilates und Yoga.

Historisch sind wir Lebewesen, denen die Bewegung in die Menschheitswiege gelegt wurde.

  • Gezielte Gymnastik ist mindestens seit der Antike bekannt, versteht sich weltweit als teilweise ganz unterschiedliche Bewegungskultur und wurde/wird auch rituell eingesetzt. Du kennst sicher Übungen aus dem Schulturnen, der Schwierigkeitsgrad lässt sich problemlos steigern.
  • Yoga ist eine uralte fernöstliche Tradition, die wir adaptiert und für westliche Verhältnisse angepasst haben. Es ist aktuell fast als elitärer Modetrend zu sehen. Meditationen machen meist den kleinsten Übungsteil aus, ebenso Augentraining oder Atemübungen. Viele betrachten Yoga als Sportprogramm, wenn vielleicht auch mit anderem Anspruch.
  • Pilates wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts von einem Deutschen „erfunden“, wobei Elemente von Yoga und Gymnastik kombiniert werden. Wie beim Yoga wird viel Wert auf höchste Konzentration gelegt, um die Übungen richtig auszuführen. Hauptsächlich geht es um die kleinen Muskeln in Becken, Bauch und Rücken in Verbindung mit dem „Powerhouse“, der stabilen Mitte. Pilates wird in unzähligen Varianten unterrichtet, da es keinen Markenschutz und somit keine verbindlichen Vorgaben gibt.

Wenn du dich innerlich von den Zwangsvorstellungen und Glaubensgrundsätzen befreist, dass nur diese oder jene Variante sinnvoll oder angesagt sei, kannst du die Übungen auswählen, die für das jeweilige Tagestraining am besten zu deinem Körper passen. Sie sollen dir vor allem Spaß bereiten, anstrengen darfst du dich natürlich in jedem Fall.

Bild © Gema Ibarra

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