Was ist Yogilates?

Was ist Yogilates?
Was ist Yogilates?

Bei Yogilates handelt es sich, wie der Name bereits verrät, um eine Kombination aus Yoga und Pilates. Zum Einsatz kommen körper- und mentalorientierte Übungen, die zu einem ganzheitlichen Ansatz verbunden werden. Das Ziel der Yoga-Übungen besteht in einer Entspannung, Stärkung der Ausdauer und des Kreislaufs sowie einer Anregung der Durchblutung. Im folgenden Ratgeber erfährst Du, was Yogilates genau ist, wie es funktioniert, welche Vorteile Du damit erzielen kannst und worauf geachtet werden sollte.

Was ist Yogilates?

Der Yoga-Stil wurde von Jonathan Urla entwickelt. Er hat selbst Yoga praktiziert und Pilates unterrichtet. Bei Yogilates sind Elemente aus Yoga und Pilates kombiniert. Dies ermöglicht ein wunderbares Workout für den Körper und die Seele. Beides kann maßgeblich von den Übungen profitieren. Immerhin ließ sich Joseph Pilates, der Erfinder von Pilates, bei der Entwicklung der Trainings-Methode ebenso vom Yoga inspirieren und sah in den beiden Methoden eine Verbindung. Er hat sich umfassend mit der Yoga-Lehre auseinandergesetzt, bevor er die Übungen entwickelt hat. So sind in Yogilates die positiven Effekte von Yoga und Pilates vereint. Die Yoga-Form umfasst entspannende Yoga-Elemente mit den körperstraffenden und rückenstärkenden Pilates-Übungen.

Das Training besteht aus folgenden Elementen:

  • Leichte Übungen zum Vorwärmen, um den Körper auf die anspruchsvolleren Elemente vorzubereiten
  • Bewegungen zum Ausdehnen
  • Meditation

Das Ende jeder Unterrichtsstunde bildet die Entspannungs- und Meditationsphase. Der Praktizierende besinnt sich dabei auf sich selbst und lässt bewusst los.

Wie funktioniert Yogilates?

Die Haltungen sind denen ähnlich, die im Hatha Yoga durchgeführt werden. Dabei geht es um Kraft, Dehnung, Bewegungskontrolle, Koordination, Atem und Balance. Dabei umfasst das Training den gesamten Körper. Die fließenden Bewegungen erstrecken sich auf alle Körperbereiche. Die Übergänge zwischen den Bewegungen sollten in einer leichten und flüssigen Art durchgeführt werden, damit sie den Körper nicht belasten. Ein wichtiger Punkt ist zudem die tiefe Entspannung, die sich nach den Übungseinheiten einstellt. Für Yogilates werden keine Geräte oder sonstige Hilfsmittel benötigt. Eine Matte und bequeme Kleidung genügen. Übungsbänder kannst Du jedoch verwenden, um Positionen beizubehalten oder mehr Widerstand zu ermöglichen. Eine Übungseinheit umfasst gewöhnlich 75 Minuten. Die Übungen werden häufig von sanfter Musik begleitet, denn dadurch kann der Entspannungseffekt erhöht werden.

Was kannst Du durch Yogilates erreichen?

Yoga konzentriert sich auf eine bewusste Atmung, innere Ruhe, Entspannung, Ausgeglichenheit und Beweglichkeit, während Pilates Kraft schenken sowie den Körper stärken und straffen kann. Durch die regelmäßige Praxis kannst Du ein körperliches und geistiges Wohlbefinden erreichen. Da die Atmung bewusst eingesetzt wird, können auch mehr Ausdauer, Gelassenheit und Energie im Alltag erzielt werden. Doch auch auf der körperlichen Ebene kannst Du profitieren. Yogilates zentriert den Körper und verleiht ihm Kraft aus der Körpermitte und dem Rücken heraus. Ein starker Rücken ist grundsätzlich sehr wichtig, denn er hilft beim aufrechten Gehen, was sowohl körperlich als auch geistig gilt, sowie bei der Korrigierung von Fehlhaltungen. Die Muskeln können kräftiger und schlanker werden, was auch für die tiefer liegenden Muskeln gilt. Dieses Training soll viel nachhaltiger und effektiver wirken als ein Krafttraining, da die positive Wirkung von innen heraus kommt.

Fazit

Yogilates kombiniert Yoga und Pilates. Das Konzept verbindet körper- und mentalorientierte Übungen. Die Stärken beider Übungsmethoden, die vieles gemeinsam haben, werden somit sinnvoll vereint. Die Bewegungen kommen aus der Mitte, dem sogenannten Powerhouse. Durch Yogilates kannst Du Deinen Körper stärken und zu mehr innerer Ruhe und Ausgeglichenheit gelangen. Es wirkt gegen Stress und kann als Schmerzprävention dienen, die Körperhaltung verbessern, Muskulatur aufbauen, Leistungsfähigkeit erhöhen und im Allgemeinen zur Entwicklung eines gesunden und ausgeglichenen Körpers beitragen. Neueinsteiger sollten sich von einem ausgebildeten Lehrer oder Trainer an Yogilates heranführen lassen, um die Positionen nicht falsch zu erlernen und Verletzungen zu vermeiden. Yogilates ist für nahezu jeden geeignet, denn die Übungen können mit einer für den Praktizierenden angemessenen Intensität ausgeführt werden. Wer unter Bluthochdruck, Kreislauf- oder Bandscheibenproblemen leidet, sollte seinen Arzt fragen, ob der Yoga-Stil für ihn sinnvoll ist.

Bild © satyrenko / 123rf.com

Was ist Pilates?

Was ist Pilates?
Was ist Pilates?

Die Gymnastik-Methode Pilates erhielt ihren Namen nach dem in Gladbach (Preußen) geborenen Joseph Hubertus („Joe“) Pilates (1883-1967). Tatsächlich gab es in den 1990ern einen mehrjährigen Rechtsstreit um die Frage, wer seine Übungsanleitungen oder -geräte „Pilates“ nennen darf; 2000 wurde in New York entschieden, dass die Bezeichnung „Pilates“ bezüglich eines Bewegungsprogrammes und seines Equipments nicht weiter als Marke zu gelten hat. Nach diesem Urteil konnten zahlreiche seriöse Pilates-Lehrer die von ihnen gelernte Methode an ihre Schüler weitergeben, ohne entsprechende Lizenzgebühren zahlen bzw. die Übungen umbenennen zu müssen. Nicht wenige der Persönlichkeiten, die noch direkt von Joseph Pilates unterrichtet worden waren, entwickelten die originale Methode aber auch gemäß ihren eigenen Kenntnissen und Erfahrungen fort. Nachfolgende Lehrer brachten ebenfalls neues anatomisches Wissen ein, und so gibt es mittlerweile durchaus unterschiedliche Pilates-Stile. Das betrifft nicht zuletzt die in Europa populärste Art, Pilates zu betreiben: das sogenannte Mattentraining. Allerdings hat bereits Joseph Pilates selbst die Gestaltung seiner Lehrstunden an die jeweilige Konstitution seiner Schüler angepasst; Flexibilität im Umgang mit seiner Methode steht daher, wenn sie zugunsten der Ausführenden ist, nicht im Widerspruch zu den Lehrprinzipien des „Urvaters“.

Die Biographie dieses „Urvaters“ ist beeindruckend: In seiner Kindheit litt er unter Asthma und anderen Erkrankungen, resignierte jedoch nicht, sondern übernahm die Begeisterung seines Vaters für Turnen, Ringen und Boxen. Er widmete sich auch den Disziplinen Skifahren, Tauchen und Yoga. Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges befand er sich als Trainer und Artist gerade in England, und während seiner Internierungszeit entwickelte er erfolgreich Körperübungen – teilweise mit Apparaturen aus dem, was zur Verfügung stand, z. B. Stahlfedern – für die Genesung und Gesunderhaltung von Mithäftlingen. (Der damals grassierenden Spanischen Grippe soll keiner seiner Schützlinge zum Opfer gefallen sein, was auf dieses Kräftigungstraining zurückgeführt wurde.) Bis zu seinem Umzug nach Hamburg 1923 war J. Pilates zudem aktiver Boxsportler, wurde dann Selbstverteidigungs-Lehrer für Hamburger Polizisten. Zugleich begann, der Legende nach, seine Verbindung mit der Welt des Tanzes, zunächst durch Rudolf von Laban. Sicher jedenfalls ist, dass Pilatesübungen heute zum Ergänzungstraining vieler Ballettschulen gehören und von professionellen Tänzern oftmals in Rehabilitationszeiten eingesetzt werden, mit und ohne Gerätschaften. Im weiteren Verlauf seines Lebens zog J. Pilates nach New York und führte dort ab 1928 mit seiner Frau Clara (die er auf der Schiffsreise nach Amerika kennengelernt hatte) ein immer beliebter und berühmter werdendes Fitness-Studio, im gleichen Haus, in dem auch das New York City Ballet trainierte. Dessen Mitbegründer George Balanchine und Martha Graham, die Grande Dame des Modern Dance’, gehörten zu den Besuchern J. Pilates’, und sicher fand eine gegenseitige Inspiration statt. Und schließlich wurde sein Studio auch zum Ausbildungsort jener Lehrer, denen es zu verdanken ist, dass seine Methode nach 1967 nicht in Vergessenheit geriet, sondern sich international als effektives Körpertraining etablieren konnte. J. Pilates selbst nannte sie übrigens „contrology“ oder „art of control“; als Schriftwerke hinterließ er die beiden Bücher „Your Health“ (1934) und „Return to Life through Contrology“ (1945).

Säulen der Pilates-Methode

1) Kontrolle: Sie ist eine der grundlegenden Prinzipien bei der Pilates-Methode und bedeutet: Führe deine Bewegungen stets bewusst aus, konzentriere dich auf sie, vermeide Nachlässigkeit und bewahre so die Kontrolle in der Übungsausführung.
2) Präzision: Die Kontrolle wird dir die angestrebte Genauigkeit der Bewegung ermöglichen.
3) Bewegungsfluss: Strebe es an, die Übungen sowie die Übergänge zwischen ihnen fließend und harmonisch auszuführen, in einer tänzerischen Qualität.
4) Atmung: Das klassische Pilates ist bekannt für teilweise sehr präzise Atemanweisungen. Doch nicht jeder Schüler kommt gut damit zurecht; letztendlich ist es eine Frage des eigenen Wohlbefindens bei Training mit Atemanweisungen, inwieweit Letzteren gefolgt werden möchte.
5) „Powerhouse“: So nannte J. Pilates zusammenfassend jene Muskeln des Rückens, Unterleibes, Pos und der Beine, die den Körper stabilisieren und deren Kräftigung er als eine Quelle für die Gesundheit erkannte.
6) Ausgewogenheit zwischen Anspannung und Entspannung.

Der Effekt

Die regelmäßige Durchführung von individuell passenden Pilates-Übungen verspricht eine verbesserte Haltung, die Stärkung von Gesundheit und Fitness allgemein sowie eine attraktivere Erscheinung durch die Bildung von geschmeidiger Muskulatur bei den beanspruchten Körperpartien. Da Pilates eine modifizierbare Trainingsform ist, ist sie grundsätzlich für fast alle geeignet; nichtsdestotrotz ist natürlich auch bei Pilates eine Achtsamkeit gegenüber der eigenen Belastbarkeit erforderlich. Muskelaufbau ist in allen Altersstufen möglich, aber es gilt, diesen behutsam und ohne Überforderung zu bewirken. Und insbesondere Menschen mit entzündlichen Gelenkerkrankungen oder Bandscheibenschäden müssen vorsichtig sein und sollten sich fachlichen Rat einholen, ob und welches Training für sie geeignet ist.

Bild © elizabetalexa