Pashcimottanasana: die Vorbeuge über beide Beine oder Zange

Pashcimottanasana: die Vorbeuge über beide Beine oder Zange
Pashcimottanasana: die Vorbeuge über beide Beine oder Zange

Pashcimottanasana ist eine Asana, die so selbstverständlich in den Ablauf jeder Yogastunde eingebaut wird, dass mancher Yogi vergisst, dass es sich bei dieser Übung im Hatha Yoga um eine der zwölf wichtigsten Asanas überhaupt handelt. Die Vorbeuge, auch Zange genannt, sieht mühelos aus und erweist sich dabei als eine der anspruchsvollsten und wirksamsten Übungen. Sie fordert Deinen Geist ebenso wie Deinen Körper und belohnt Dich mit einer Vielfalt an positiven Auswirkungen.

Was ist Pashcimottanasana?

Pashcimottanasana ist das Sanskrit-Wort für die einfache Vorbeuge im Sitzen. Der Begriff setzt sich aus „Pashcima“, das heißt „hinten“ oder „Westen“, „Uttana“ (= „gestreckt“) und „Asana“ (= „Stellung“) zusammen. Richtig ausgeführt ist es eine Vorwärtsbeuge über die beiden ausgestreckten Beine. Die Hände berühren die Füße. Fortgeschrittene lassen den Kopf auf die Beine sinken. Jeder Yogi kann Pashcimottanasana nach seinen eigenen Möglichkeiten üben. Kontraindikationen sind akute Rückenschmerzen. Wenn Du schwanger bist, wird Dir bei dieser Übung der gewölbte Bauch im Weg sein. In diesem Fall bitte Deine Hebamme oder einen erfahrenen Yogalehrer, dir eine schwangerenfreundliche Abwandlung zu zeigen.

So kommst Du in die Stellung

Die Ausgangsposition dieser Asana ist der Langsitz. Lege Deine Hände für einige Atemzüge entspannt neben dem Gesäß ab. Atme nun tief ein und richte Deine Wirbelsäule ganz auf, indem Du Dich von einem imaginären Faden vom Scheitel aus gen Himmel ziehen lässt. Ziehe Deine Zehen in Richtung Knie. Nimm beim nächsten Atemzug beide Arme nach oben und beuge Dich bei der Ausatmung langsam nach vorn. Wichtig ist, dass Dein Rücken gerade bleibt. Lege nun Deine Hände dort ab, wo sie sich gerade befinden. Ist es Dir möglich, den Rücken gerade zu halten und dabei die Füße zu fassen, versuche, den Oberkörper auf den Beinen abzulegen. Genieße die Dehnung für einige tiefe Atemzüge, bevor Du Dich langsam wieder aufrichtest und die Arme erneut zum Himmel streben lässt.
Nach der Asana wird die direkte Ausführung der schiefen Ebene empfohlen, welche die korrespondierende Gegenstellung darstellt und Deinem Rücken gut tun wird.
Anfänger und ältere Yogis mit wenig Erfahrung können bei dieser Übung einen Gurt als Hilfsmittel benutzen. Lege diesen um Deine Füße und fasse ihn mit beiden Händen. Nutze den Gurt, um Dich mit geradem Rücken sanft nach vorn zu ziehen und genieße die Energie, die mit der Dehnung in Dir aufsteigt.

Wie wirkt Pashcimottanasana?

Pashcimottanasana wirkt stark auf der körperlichen, energetischen und geistigen Ebene.
Bist Du ungeduldig oder fühlst Du Dich gestresst? Pashcimottanasana schult Dich intensiv in Gelassenheit, Demut und Hingabe. Nur wenn Du bereit bist, Deine Anstrengung nicht in Verbissenheit und Gewalt gegen Deinen eigenen Körper umzuwandeln, wird Dir diese Asana gelingen. Sobald Du in der Lage bist, loszulassen und geduldig zu akzeptieren, was Dein Körper Dir mitteilt, wirst Du Dein Ziel ganz von allein erreichen.
Yogis streben danach, ihr Kundalini zu erwecken. Durch die Aktivierung der Wirbelsäule-Chakren lässt Pashcimottanasana Deine Energie nach oben steigen. Visualisiere beim Einatmen die Lichtenergie, die sich in Deinem Wurzelchakra sammelt und beim Ausatmen bis ins Kronenchakra aufsteigt.
Beim Ausführen von Pashcimottanasana spürst Du unmittelbar die körperlichen Wirkungen der Übung. Am eindrücklichsten erfährst Du die Dehnung. Die Muskulatur des unteren Rückens wird bei Pashcimottanasana ebenso gedehnt wie der breite Rückenmuskel, die Gesäßmuskeln und die Wadenmuskulatur.
Die Asana regt Deine inneren Organe an, stärkt Deine Abwehrkräfte und aktiviert die Verdauung. Da sie Nieren und Leber stimuliert und so die Ausleitung von Schadstoffen unterstützt, ist sie ein unverzichtbarer Bestandteil einer jeden Fastenkur. Pashcimottanasana lässt die Bauchspeicheldrüse Insulin ausschütten. Viele Yogis üben Pashcimottanasana, um ihre Abwehrkräfte zu stärken. Diese Wirkung ist vermutlich auf die Massage der Bauchorgane zurückzuführen, die während der Ausführung der Asana ganz von allein stattfindet. Deshalb ist Pashcimottanasana insbesondere im Winter eine hervorragende Präventionsmaßnahme gegen Erkältungserkrankungen und andere Infektionen.

Bild © dimol

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