Ich bin zu alt?! – Keine Angst vor Seniorenyoga

Ich bin zu alt?! – Keine Angst vor Seniorenyoga
Ich bin zu alt?! – Keine Angst vor Seniorenyoga

Es gibt fast niemanden, der nicht mit Yoga beginnen kann: Ob Kind oder Senior, Gesunder oder Kranker, Yoga ist immer anpassbar an die jeweiligen Voraussetzungen, die du mitbringst: an deine Beweglichkeit, Kondition und Konstitution und an deine Erfahrung mit Yoga beziehungsweise ganz allgemein mit Sport. Wobei die Bewegungen teilweise durchaus mit Gymnastik verschmelzen können.

Mit Yoga stückweise zu mehr Beweglichkeit

Sicher hast du schon davon gehört, dass Yoga eine Lebenseinstellung und weniger ein Leistungssport ist. Es geht also nicht darum, ob du deine Zehen im Sitzen noch besser als dein Trainingsnachbar auf der Yogamatte erreichen oder länger mit geschlossenen Augen auf einem Bein stehen kannst. Wie kaum eine andere Bewegungsform – um den Begriff Sport zu vermeiden – führt dich Yoga ganz auf dich selbst zurück. Du lernst dich, deinen Körper, deine Psyche und deine Möglichkeiten sehr genau kennen. Das kann manchmal schmerzlich sein, wenn du erfahren musst, dass nicht alles so rasch gelingt oder eventuell auch gar nicht möglich ist, wie du es dir gewünscht hast. Aber zu der Gelassenheit, die wir mit den Yogabewegungen und Meditationsübungen trainieren wollen, gehört auch das Akzeptieren der Realität.

Aufgeben ist etwas ganz Anderes. Indem wir die Realität akzeptieren, können wir uns Stück für Stück in unserem sehr persönlichen Rahmen weiterentwickeln – wohlgemerkt nicht in dem Rahmen, den uns der Anspruch eines anderen Menschen setzt. Wer aufgibt, versucht dagegen gar nichts mehr, verharrt im Status quo – und wird sich auf Dauer sogar wieder rückwärts entwickeln. Ja zum Jetzt zu sagen erlaubt dagegen den Schritt nach vorn. Und dann noch einen, und noch einen … So dehnen wir Muskeln, Bänder und Sehnen, die seit Ewigkeiten nicht mehr bewegt wurden. Ganz sanft, ganz behutsam und über lange Zeiträume. Sie alle brauchen naturgemäß ihre individuelle Zeit, da hilft Gewalt überhaupt nicht. Das ist der Unterschied von Yoga und „normalem“ Sport.

Jetzt anfangen

Senioren haben nicht mehr so viel Zeit? Dann wird es höchste Zeit anzufangen und besonders viel Sorgfalt auf jede einzelne Handlung zu verwenden. Du wirst eines Tages, wenn du zurückblickst, erstaunt sein, wie weit du es schon gebracht hast, obwohl die Einzelerfolge dir vielleicht absolut winzig erschienen sind.

Eine erste Stunde lässt sich über die VHS oder ein privates Yogastudio heraussuchen. Vielleicht kannst du auch an der Seniorengruppe eines betreuten Wohnblocks oder über kirchliche Träger teilnehmen. Bequeme Yogakleidung ist die Grundvoraussetzung, damit du dich wohlfühlst und so beweglich wie möglich bist: Shirt und Leggings sowie gut sitzende Socken sind ein guter Anfang. Eine Matte steht normalerweise vor Ort zur Verfügung, aber frage lieber nach. Auch eine warme Decke für abschließende Ruheübungen solltest du mitbringen oder sie vorher anfragen. Speziell für Seniorenyoga ausgebildete Trainer wird es in Zukunft immer mehr geben, denn unsere Gesellschaft wird durchschnittlich älter und wir alle brauchen Bewegungsformen, die Körper und Geist möglichst lange geschmeidig und jung erhalten. Sie achten intensiv auf deine persönlichen Einschränkungen und deinen Kenntnisstand.

In jeder (Lebens-)Lage trainieren

Wer bereits Erfahrung mit Yoga hat, kann selbst nach jahrelangen Pausen jederzeit wieder zu Hause damit anfangen. Gutes Aufwärmen ist selbstverständlich und bereits der Anfang aller Übungen: Arm- und Schulterkreise, ganz vorsichtige Kniebeugen, Hüftkreisen und die Arme nach oben strecken, um dann anschließend in die Rumpfbeuge zu gehen, sind einige Möglichkeiten. Ein strammer Spaziergang ist ebenfalls eine gute Vorübung.

Welche Übungen infrage kommen, hängt von deinen Möglichkeiten ab. Wer nicht knien kann, setzt sich auf einen Stuhl; wer nur liegen kann, bewegt Kopf, Arme und Beine, dreht die Hüfte, streckt die Rückenmuskeln und trainiert Zehen und Finger. Der Mensch besitzt 656 Muskeln. Irgendwelche davon kann jeder bewegen, wenn er denn möchte. Bücher und Videos geben Anleitungen für Seniorenyoga.

Bild © aletia

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