Yoga für Senioren

Yoga für Senioren
Yoga für Senioren

Stimmt der Ausspruch wirklich, dass Yoga kein Alter kennt? Und falls ja, was bedeutet das eigentlich genau? Es ist leicht vorstellbar, in der Jugend erlerntes Hatha Yoga über viele Jahre bis ins hohe Alter zu praktizieren – aber kannst Du auch noch als Senior/in mit Yogaübungen beginnen? Definieren wir aber zunächst einmal, wann der mittlere Lebensabschnitt endet und das Seniorenalter beginnt. Schon früh zu den Senioren gehören Sportprofis, nämlich je nach Sportart sogar schon mit 18, spätestens aber mit 30 Jahren. Zum Glück ist Yoga aber keine „Sportart“, unter anderem auch deshalb, weil der Wettkampfgedanke fehlt. Also könnten wir den Duden zurate ziehen, nach dessen Definition Du im Rentenalter, als Ruheständler und als „älterer Mensch“ zu den Senioren zählst. Während die ersten beiden Deutungen klar sind, lässt die Bezeichnung „ältere Menschen“ wieder alles offen. Gibt es ein festgelegtes Alter, ab dem Du beim Yoga ein Senior bist?

Warum Du mit Yoga dem Alter etwas entgegensetzen kannst

Der biologische Alterungsprozess setzt nicht plötzlich ein; er begleitet uns ein Leben lang bis zum Tod. Ganz ohne Krankheit und Einschränkungen altern, das ist erstrebenswert, bleibt aber Wunschdenken. Selbst der agilste Yogi mit jahrzehntelanger Übung wird spätestens jenseits der 70 feststellen, dass sich die biologische Uhr nicht überlisten lässt. Das gilt in besonderer Weise für Menschen, die erst im Alter mit Yoga etwas für ihre Gesundheit tun möchten. Häufig sind dann bereits altersbedingte Beschwerden vorhanden: Die Muskulatur ist erschlafft, die Kniegelenke schmerzen und an Rückgrat, Schulter und Hüfte zeigen sich Abnutzungserscheinungen. Es gibt andererseits aber keine Lebensphase, ab der diese Leiden zwangsläufig auftreten und wir sie einfach hinnehmen müssen. Dein biologisches Alter kann durchaus vom rein rechnerischen abweichen – nach unten, aber leider auch nach oben. Einige Faktoren der Alterung sind genetisch bedingt und somit nicht durch Dich beeinflussbar, andere aber lassen sich durch Deine Lebensweise aktiv regulieren. Zu spät ist es dafür theoretisch nie – solange Du lebst, kannst Du in gewissem Maße gegensteuern.

Wie Du als Späteinsteiger mit Hatha Yoga beginnst

In jüngeren Jahren hilft Yoga, Bewegungseinschränkungen entgegenzuwirken. Wenn Du erst als Senior/in mit alterstypischen „Zipperlein“ Yoga für Dich entdeckst, lernst Du, Deinen Körper zu achten und dessen Signale besser zu erkennen. In einer Übungsstunde für Senioren sorgen leicht abgewandelte Asanas dafür, dass die speziellen Bedürfnisse der jeweiligen Lebensphase berücksichtigt werden. So wird sich eine Stunde für die häufig als „Best Ager“ bezeichneten über 50-Jährigen deutlich von einem Übungsprogramm für über 70-Jährige unterscheiden. Ein klares Indiz dafür, dass auch Ältere von Yoga gesundheitlich profitieren, sind die Angebote der Krankenkassen: Viele fördern die Teilnahme an Yogakursen und Bewegungsprogrammen für Senioren – meist ab 55 Jahren. Denn gerade für diese Gruppe bieten sich entlastende und ausgleichende Yogaprogramme ideal an, um Altersbeschwerden zu lindern. Eine sanfte Form von Yoga eignet sich auch für Menschen mit Vorerkrankungen wie Arthritis, Osteoporose, Herzerkrankungen und chronischen Schmerzen sowie für Frauen nach der Menopause. Die Prävention kommt hinzu, denn speziell ausgewählte Asanas kräftigen den ganzen Bewegungsapparat und beugen Problemen vor. Da Yoga mehr ist als eine gymnastische Übungsreihe, werden auch Psyche und Geist gestärkt – vor allem durch das verbindende Element der Begegnung mit Gleichaltrigen.

Setze altersgerechte Schwerpunkte beim Yoga!

Viele Asanas lassen sich unter Beibehaltung des Grundgedankens schonend so abwandeln, dass ältere Yogis sie trotz körperlicher Einschränkungen schmerzfrei durchführen können. Durch die langsamen Bewegungen mit bewusster Atmung sowie die eine leichte Dehnung gelingt es nach und nach, die körperliche Anpassungsfähigkeit zu stimulieren. Viele ältere Menschen berichten, dass sie diese Steigerung der Beweglichkeit und Flexibilität nicht für möglich gehalten hätten. Eine Senioren-Yogastunde sollte nicht auf körperliche Höchstleistung und Anstrengung ausgerichtet sein, sondern der Schwerpunkt sollte sich zunehmend auf Meditations- und Entspannungsübungen verlagern.

©iStock.com/lisafx

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