Auswirkungen der Jahreszeiten und Yoga auf den menschlichen Körper

Wenn Du zu den Menschen gehörst, die sehr feinfühlig sind, wirst Du wissen, dass sich die Jahreszeiten oftmals stark auf das eigene körperliche Wohlbefinden auswirken können. Um diese jahreszeitlichen Schwankungen auszugleichen, ist es bedeutend, dass Du dir die Zeit nimmst, in deine Gefühlswelt einzutauchen und dir im Klaren zu werden, was Du brauchst. Anders gesagt: Du darfst lernen, deine Gefühle und Bedürfnisse klar zu erkennen – und die fallen je nach Jahreszeit komplett anders aus. Yoga kann dir in vielen Moment helfen, einen Ausgleich zu schaffen. Alle bedeutenden Informationen, die mit diesem Thema einhergehen, klären wir in diesem Beitrag.

Auswirkungen der Jahreszeiten und Yoga auf den menschlichen Körper
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Die Jahreszeiten und der Mensch

Du bist ein sehr feinfühliges Wesen und stehst in direkter Verbindung mit der Natur. Demnach ist es logisch, dass sich die Jahreszeiten auf das Individuum auswirken und sich die Stimmung verändert. Gewisse Verhaltensweisen sind demnach typisch für einen bestimmten Zyklus und werden instinktiv ausgeführt. Im Prinzip ist es normal, dass sich das menschliche Verhalten (zum Beispiel auch die Nahrung, Schlaf usw.) je nach Zeit im Jahr verändert.

a) Anderes Hungergefühl und Fokus auf saisonale Lebensmittel

Ein bedeutendes Phänomen, das viele wahrnehmen können, vielleicht auch Du, ist, dass das Hungergefühl beispielsweise im Winter ein ganz anderes ist als im Sommer. Die Ernährung darf demnach nach den Jahreszeiten umgestellt werden. Aufgrund des stets vorhandenen Angebots an Nahrungsmitteln weiß der Großteil der Menschheit in Industrieländern gar nicht mehr, welche Lebensmittel derzeit in Saison sind. Erst wenn Du dich mit diesem Thema wieder auseinandersetzt, wirst Du merken, dass die Veränderung im eigenen Wesen sowie Körper groß ist, wenn Du plötzlich nach der Saison isst.

Lebensmittel, die saisonal angebaut und dann verköstigt werden, haben laut Ayurveda sowie anderen Ernährungslehren einen ganz anderen Einfluss auf den Körper. Demnach ist es essenziell, dass Du deinen Speiseplan danach ausrichtest. Am besten ist es, wenn Du dich zu den jeweiligen Monaten und deren saisonalem Angebot informierst. Eine Gurke oder eine Erdbeere, die Saison hat, schmeckt komplett anders und versorgt dich mit deutlich mehr Nährstoffen als ein Produkt aus dem Gewächshaus oder eines, das tausende Kilometer auf den Buckel hat.

Grundsätzlich gilt:

  • Im Sommer darf die Küche deutlich leichter sein als im Winter. Der Fokus richtet sich auf Lebensmittel, die im Garten wachsen. Frisches Obst wie Nektarinen, Pflaumen, Erdbeeren, Heidelbeeren, Aprikosen usw. und Gemüse aus dem Garten wie Spinat, Gurken, Tomaten, Zucchini sowie Karotten dürfen täglich gegessen werden. Der Speiseplan besteht vorwiegend aus Gerichten, die kalt sind und den Körper kühlen.
  • Der Winter wirkt sich anders auf den Geist sowie Körper aus. Die Zutaten in den Gerichten sind nicht mehr so leicht, sondern eher deftig. Suppen, selbst gemachtes Sauerkraut, Eintöpfe usw. stehen auf dem Tisch. Eine Ernährung, die warm ist und sich wohltuend auf den Körper auswirkt ist ideal.
  • Im Herbst und Frühling gibt es eine Mischung zwischen den oben genannten Ernährungsformen.

Wichtig ist, dass jeder auf seinen Rhythmus im Leben achtet sowie auf seine Gelüste. Diese geben dir nämlich eine Richtlinie, wie Du dich im Alltag ernähren solltest. In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll, seinen Ayurveda-Dosha-Typen zu kennen: Es gibt Vata, Pitta und Kapha. Dieser kann ganz einfach mittels eines Tests bestimmt werden – wenn Du das Ergebnis kennst, dann kannst Du dich entsprechend den Vorgaben bzw. ayurvedischen Empfehlungen ernähren. In Indien beispielsweise kennt fast jeder seinen Typen und kann damit die ganze Ernährung nach den Doshas ausrichten.

b) Schlafrhythmus

Auch der Schlaf verändert sich über das ganze Jahr. Im Winter brauchen wir tendenziell mehr Ruhe, sodass sich dies natürlich auch auf das Schlafverhalten auswirkt. Es wird früher dunkel und viele gehen tendenziell früher ins Bett. Am Morgen fällt das Aufstehen deutlich schwerer. Im Sommer hingegen ist es lange hell und am Morgen wirst Du bereits von Vogelgezwitscher geweckt. Dies hat natürlich einen ganz anderen Einfluss auf den Schlaf. Der Grund, warum wir müde werden, wenn es dunkel wird, liegt an der Ausschüttung von Melatonin.

Im besten Fall passt Du deinen Schlafrhythmus an deine Gewohnheiten an und achtest dabei darauf, dass Du genügend schläfst. So ist deine Psyche besser im Gleichgewicht.

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c) Unsere Psyche im Laufe des ganzen Jahres

Natürlich verändert sich der psychische Zustand über das ganze Jahr. Bei genau diesem Punkt kann Yoga oder Meditation für innere Ruhe sorgen. Je nach Monat ist das psychische Empfinden ein anderes. Während der Winter eher im Zeichen des Rückzugs und der Ruhe steht, ist das Gefühl im Frühling, wenn all die Blumen blühen und das Gras wieder wächst, ganz anders. Die Erde kommt wieder zum Vorschein und gleichzeitig entstehen im Menschen wieder zahlreiche Glücksgefühle, die sich positiv auf das eigene Wohlbefinden auswirken. Der Sommer steht für das Hochgefühl und zeichnet sich durch eine stets gute Laune aus – die Sonne hat sehr viele positive Auswirkungen auf die Seelengesundheit. Der Herbst führt zur Einkehr und lässt Zeit zum Reflektieren und In-sich-gehen. Die Folge ist, dass viele Personen, die im Einklang mit den Jahreszeiten leben, deutlich glücklicher und zufriedener sind.

Yoga und Jahreszeiten – was darfst Du beachten?

Eines vorneweg: Du darfst natürlich immer diese Übungen machen, die dir gerade guttun. Dennoch gibt es spezielle Ausführungen, die den menschlichen Körper, den Geist sowie die Seele auf eine besondere Art und Weise unterstützen.

Im Sommer beispielsweise darf auf der Yogamatte der Milz- und Magenmeridian aktiviert werden. Das können Übungen wie der Fersensitz, die liegende Haltung mit Knie zur Brust oder der Frosch. Auch das Kamel ist dienlich. Mit diesen Asanas tankst Du neue Kraft.

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Im Winter kannst Du folgende Übungen einbauen:

  • Umgekehrtes Dreieck (Utthita Trikonasana)
  • Kobra (Bhujangasana)
  • Bogen (Dhanurasana)
  • Heuschrecke (Shalabhasana)

Daneben dürfen natürlich die Atemübungen nicht fehlen. Der Feueratem, bei dem sehr schnell ein- und ausgeatmet wird oder die Einatmung durch das rechte Nasenloch können dienlich sein. Eine morgendliche Meditation auf dem Meditationskissen hilft im Winter, gut durch den Tag zu kommen.

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Im Frühling sind der Sonnengruß sowie andere fließende Bewegungen (beispielsweise Vinyasa Flows) perfekt. Zudem ist es gut, die Leber-Gallen-Energie zu stärken. Der Herbst ist die Jahreszeit des Loslassens, deshalb sind hier besonders jene Asanas beliebt, die diesen Vorgang unterstützen. Das wären beispielsweise: Vorbeugen, hüftöffnende Asanas, Seitneigungen, Krokodil usw.

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Welche Übungen integrierst Du während der verschiedenen Jahreszeiten?