Der Erfinder des Power Yoga Bryan Kest

Der Erfinder des Power Yoga Bryan Kest
Der Erfinder des Power Yoga Bryan Kest

Aus Power Yoga, dem schweißtreibenden Yoga-Stil der 90er-Jahre, ist längst ein Yoga-Klassiker geworden. Der Amerikaner Bryan Kest hat den Grundgedanken seines „Yoga-Workouts“, das den Körper kräftigen und zugleich Geist und Seele stärken soll, bereits 1985 entwickelt. Doch erst 10 Jahre später, nach der Gründung seines eigenen Studios Santa Monica Power Yoga 1995, begann der Power-Yoga-Boom. Hollywoodschauspielerinnen wie Gwyneth Paltrow und Drew Barrymore gehören seither zu den prominenten Schülerinnen von Bryan Kest. Power Yoga zählt zu den beliebtesten Yoga-Stilen in der westlichen Welt, und sein Schöpfer hat den Status eines Star-Gurus.

Erster Kontakt mit Yoga als Jugendlicher

Bryan Kest wurde 1964 als Sohn eines Arztes geboren. Sein in Hawaii lebender Vater schätzte als Mediziner den vielfältigen gesundheitlichen Nutzen von Yoga. Bryan wuchs weit entfernt in Detroit auf und bekam von dieser Leidenschaft seines Vaters kaum etwas mit. Dass er trotzdem bereits mit 14 Jahren begann, Yoga zu praktizieren, geschah nicht aus freiem Willen. Weil er massive Schulprobleme hatte und allmählich auf die schiefe Bahn zu geraten drohte, holte der Vater Bryan zu sich und vermittelte dem widerstrebenden Sohn den Kontakt zu seinem eigenen Yogalehrer. Das war kein Geringerer als David Williams, der in den frühen 70er-Jahren nach Indien gereist war und dort als Schüler von Pattabhi und Manju P. Jois das komplexe Ashtanga-Yoga-System erlernt hatte. Nach seiner Rückkehr in die Heimat machte er Ashtanga Yoga im Westen bekannt – und unterrichtete auch Bryan Kest. Inspiriert durch seinen westlichen Lehrer beschritt er nun den Yoga-Weg aus freien Stücken und suchte ebenfalls Yogi Pattabhi Jois in Indien auf. 1985 kehrte er nach einem Jahr Aufenthalt in Mysore zurück und schrieb sich am Ryokan College in Los Angeles für ein ganzheitlich gesundheits- und ernährungswissenschaftliches Studium ein. Parallel betätigte er sich als Yogalehrer bei einem Yoga-Therapeuten für Menschen mit diversen Essstörungen. 1995 machte sich Bryan Kest mit seinem neu entwickelten Yoga-Stil selbstständig und eröffnete ein eigenes Studio – der Beginn einer bis heute andauernden Erfolgsgeschichte.

Der entscheidende Unterschied zwischen Ashtanga Yoga und Power Yoga

Power Yoga klingt nach Yoga für Fortgeschrittene – aber eigentlich hat Bryan Kest damit das sehr anspruchsvolle Ashtanga Yoga so modifiziert, dass auch Anfänger angesprochen werden. Denn während im Ashtanga Yoga sämtliche Bewegungsabläufe und Stellungen exakt vorgeschrieben sind, sind im Power Yoga Abwandlungen möglich, je nach Leistungsstand der Praktizierenden. Sich bewusst atmend langsam, aber stetig herantastend an die eigenen Grenzen – das ist beim Ashtanga Yoga nicht möglich. Power Yoga ist keine Sportart im klassischen Sinne, da Yoga nicht auf den sportlichen Aspekt reduziert werden kann. Dynamische Bewegungsabläufe trainieren in Verbindung mit Atemtechniken und Entspannungsübungen, Beweglichkeit und Körperkraft ebenso wie den Gleichgewichtssinn und die innere Balance.

Power Yoga – die undogmatische Variante des Asthanga Yoga

Die Bezeichnung Power Yoga leitete Bryan Kest „empowering“ ab, was sich mit „ermächtigend“ übersetzen lässt. Kraft im Sinne von „Power“ bedeutet hier nicht nur die physische Stärke, sondern schließt die mentale Ebene als Widerstandskraft ein. „Auspowern“ ist nicht das Ziel, auch wenn die Übungen anstrengend sind, im Gegenteil: Power Yoga beinhaltet auch Einsichtsmeditationen nach dem Vorbild der Vipassana-Praxis. Es gilt die Regel der Selbstbestimmung: Der Lehrer gibt lediglich Anregungen, die Schüler praktizieren ihre Übungen aber eigenverantwortlich, loten körperliche Grenzen aus und erkennen diese an. In diese Regionen vorzustoßen ist schweißtreibend, aber niemals überlastend. Konzentriertes Atmen ist ebenso wichtig wie die Versenkung in sich selbst. Kests Geschäftsmodell ist außergewöhnlich: In seinen Yogaklassen in Santa Monica gibt es keine Gebühren, sondern jeder, der teilnimmt, spendet einen Betrag. Die Höhe ist – mit der Empfehlung für eine Mindestsumme – freigestellt. Und das funktioniert auch ohne Kontrolle bestens. Für Workshops reist der Yogalehrer mit Kultstatus um die Welt. Regelmäßig stattet er auch Power Yoga Schulen in Deutschland einen Besuch ab und bildet dort andere Lehrer aus.

Bild © rangizzz

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