Shitali Pranayama Kühlung im Atem entdecken

Shitali Pranayama ist eine von vielen Atemübungen, die uns das Yoga schenkt. Sie wird zu den grundlegenden Pranayama-Varianten gezählt, die unter der Bezeichnung Mahakumbhakas bekannt sind. “Pranayama” ist Dir als Begriff sicher bekannt. Er verbindet “Prana”, die Lebensenergie, mit “Ayama”, der Kontrolle. Wenn wir den Atem führen, ist Lebensenergie kontrollierbar. Wir beeinflussen, wann wir einatmen, den Atem anhalten und wieder ausatmen. Wir beeinflussen aber auch, in welche Körperregionen wir unseren Atem schicken. Hier erfährst Du, wie Shitali Pranayama wirkt, wie Du diese Atmung korrekt ausführst und was sie von anderen Pranayama-Formen unterscheidet.

Die Zunge im Fokus

Shitali Pranayama ist eine Atemform, bei der die Zunge längs gerollt wird. Dies spielt bei dieser Form Atmung eine ganz besonders wichtige Rolle. Das Längsrollen sorgt dafür, dass die Einatmung mit einem zischenden Laut erfolgt. Intensiviert wird dies, indem die Zunge ein klein wenig über die Lippen hinausragen darf. Eingeatmet wird über den Mund, das Ausatmen erfolgt über die Nase. In der Zwischenzeit soll der Atem gehalten werden, solange es Dir bequem möglich ist und Du noch sanft ausatmen kannst.

Mit Lehrer lernen

Atemübungen des Pranayama sollten immer mit einem Yogalehrer erlernt und eingeübt werden, bevor Du die Praxis zu Hause bei Dir weiterführst. Nur dann kannst Du sicher sein, die positiven Wirkung in vollem Umfang für Dich nutzen zu können. Wenn Du geübt bist, kannst Du Shitali Pranayama bis zu 20 Minuten üben. Die beste Zeit dafür ist morgens.

Bequem sitzen und atmen

Wenn Du Shitali Pranayama praktizieren willst, sich Dir einen Sitz aus, in dem Du eine Zeit verharren kannst, ohne dass Dich etwas einschränkt oder stört. Kreuzbeinige Haltungen sind dabei zu bevorzugen. Beispiele hierfür sind der Lotussitz (Padmasana) oder Siddhasana.

Kühlung durch den Atem

Von Hunden kennst Du das sicherlich: Sie hecheln und kühlen ihren Körper durch die Zunge, die aus dem Maul heraushängt. Ähnlich funktioniert Shitali Pranayama. Das zischende Einatmen über die gerollte Zunge verschafft Dir und Deinem Körper Kühlung. Kühlung steht immer für Beruhigung. Shitali Pranayama schenkt das für Körper, Geist und Seele. Energien, die im Überschwang vorhanden sind, werden auf ein normales Maß herabgekühlt. Shitali Pranayama ist in diesem Zusammenhang auch eng mit Ayurveda verknüpft: Das Pitta und auch der Appetit werden normalisiert.

Wirkungen von Shitali Pranayama erleben

Die kühlende Wirkung dieser Atmung kannst Du Dir bei Erkrankungen zunutze machen, die mit einer Hitzeentwicklung im Körper verbunden sind. Dazu gehört Fieber, aber auch Entzündungen sind mithilfe des Atems zu kühle. Die kühlende Wohltat ist mit einer Reinigung des Körpers verbunden. Im Organismus betrifft das das Blut, aber auch die Haut und der Verdauungskraft erfahren wohltuende Wirkungen in Shitali Pranayama. Die Entgiftung des Körpers steht in dieser Atmung deutlich im Vordergrund. Zudem können eine Zeit auch Hunger und Durst gemindert werden.

Auch auf den Geist hat die Atmung beruhigende Effekte. “Shitali” bedeutet “kühlend”, aber eben gleichzeitig auch “beruhigend”. Die Harmonie bei Wärme- oder Hitzeeinwirkung kann wiederhergestellt werden. Nicht selten wird Stress in hitzigen Gesprächen und heißen Diskussionen aufgebaut. “Cool bleiben” ist dagegen ein Ausdruck, der zeigt, das Abkühlen mit Beruhigung in enger Verbindung steht. Stress im übertragenen Sinne hat auch ein Auto, dessen Motor heißgelaufen ist und bei dem die Kühlung vielleicht nicht mehr ganz so funktioniert wie gewünscht.

Variationen von Shitali Pranayama

Du kannst die kühlende Atmung auch in Verbindung mit Kumbhakas oder Bandhas durchführen. Kumbhaka bedeutet, dass Du den Atem nach der Ein- oder Ausatmung kurz anhalten kannst. Bandhas sind Verschlüsse, die Du in Deinem Körper setzen kannst, um Energien zu leiten. In Verbindung mit der Atmung ist das besonders effizient. Dies ist jedoch Praxis, die es vom erfahrenen Yogalehrer zu lernen gilt.