Burnout: mit Yoga aus dem negativen Kreislauf kommen

Burnout: mit Yoga aus dem negativen Kreislauf kommen
Burnout: mit Yoga aus dem negativen Kreislauf kommen

Burnout ist eine Folge der Schnelligkeit und Hektik unserer Zeit. Tagsüber gibt es eine Menge Verpflichtungen im beruflichen und privaten Bereich zu erledigen. Nachts liegen wir wach im Bett und die Gedanken kreisen schon um den nächsten Tag. Am Morgen sind wir unausgeschlafen und nicht fit. Die Folge: Der negative Kreislauf geht immer weiter und zieht Betroffene in eine Abwärtsspirale.

Hier erfährst Du, wie Burnout mit Yoga spürbar gelindert werden kann. Bei schweren Problemen solltest Du jedoch Arzt oder Psychologen um therapeutische Unterstützung bitten!

Körper, Geist und Seele regenerieren

Im Alltag werden wir als Menschen nicht mit all unseren Anteilen gesehen. Das betrifft den physisch anstrengenden Job am Bau und die einseitige Haltung am PC ebenso wie die Denkleistung, die wir dauerhaft am Manager oder im Büro leisten müssen. Auch bei den Regenerationsverfahren wird der Mensch oft nicht mit Körper, Geist und Seele angesprochen. So ist Auspowern im Fitnessstudio geeignet, den Körper zu ermüden und dem Geist eine Pause zu verschaffen. Die Seele profitiert auf dem Trimmrad aber eher weniger.

Ganz anders ist dies beim Yoga. Mit Körperübungen (Asanas), Atemübungen (Pranayama), Entspannung und Meditation bringt Dich die Yogastunde wieder ins Gleichgewicht, indem sie die drei Anteile in Dir berücksichtigt. Du wirst gestärkt und entspannt zugleich. So kannst Du Burnout mit Yoga wirkungsvoll bekämpfen.

Atem schöpfen

Du hältst im Alltag oft den Atem an, wenn es zu anstrengend und aufregend wird? Dann ist Burnout mit Yoga besonders gut zu lindern. Denn Du lernst in der täglichen Yogapraxis, den Atem wieder fließen zu lassen und harmonisch mit den Bewegungen zu verbinden. So gibt Pranayama Dir die Luft für das Leben, das zwar schön, hin und wieder aber auch ganz schön stressig sein kann. Tief durchatmen hilft oft, wenn alle gleichzeitig etwas von Dir verlangen zu scheinen.

Körpergefühl entwickeln

Wer Burnout mit Yoga bekämpft, bekommt schnell ein Gefühl dafür, wie Muskeln sich bei Stress verkrampfen können. Das macht sich häufig später mit Nackenverspannungen, aber auch mit Kopf- und Rückenschmerzen bemerkbar. Die Muskeln zu spüren und in Kraft und Dehnung zu erleben ist ein wichtiger Faktor, den Du beim Yoga lernst und immer wieder übst. So bekommst Du automatisch ein Gefühl für Haltungen und Positionen, die für Gesundheit und Wohlbefinden ungünstig sind. Yoga bedeutet, zu einer innerlich wie äußerlich besseren Haltung zu gelangen.

Abschalten beim Yoga

Die Yogastunde ist Zeit, die nur Dir allein gehört. Nicht selten beginnen Yogalehrer Stunden mit dem Satz, dass Du alles, was Dich bewegt, draußen an Tür abgeben sollst. Yoga bedeutet, dass Du im Hier und Jetzt bist. Das, was Du während des Tages erlebt hat, ist ebenso fehl am Platz wie das, was für den nächsten Tag geplant ist. So kann dem Burnout mit Yoga entgegengewirkt werden, indem es einen Freiraum darstellt, in dem Sorgen und Gedanken um Arbeit, Familie, Beziehung und Krankheit keinen Platz haben. Nur Du bist wichtig. Genau deshalb ist Burnout mit Yoga oft viel besser zu bekämpfen als beispielsweise mit Gesprächen, die sich nur um die Probleme und deren Lösung drehen. Yoga hilft bei Burnout, Dich wieder auf Dich selbst und Deine innersten Bedürfnisse zu besinnen.

Loslassen lernen

Beim Yoga lernst Du, wieder loszulassen. In der Haltung des Kindes. In Shavasana. Aber auch in anstrengenden Positionen, die Du mit Gelassenheit und Mut einnimmst und zur freudvollen Erfahrung werden lässt. Du lernst, Grenzen zu akzeptieren und diese Gabe vom Yoga in den Alltag mit hinüberzunehmen. Burnout mit Yoga angehen heißt, Dir ein Stück von Dir selbst zurückzugeben und Dich ernst zu nehmen. Genau das brauchst Du, um den Alltag zu meistern und dem Burnout Stück für Stück einen Riegel vorzuschieben.

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Yama Sittenlehre: Die fünf Yama-Stufen

Yama Sittenlehre: Die fünf Yama-Stufen
Yama Sittenlehre: Die fünf Yama-Stufen

Der Begriff “Yama” stammt aus dem Sanskrit und bedeutet übersetzt so viel wie “Selbstkontrolle” und “Enthaltung”. Bei Yama handelt es sich um einen Verhaltenskodex und die erste Stufe des Raja Yoga, der noch sieben weitere Stufen folgen.

Durch Yama ist es möglich, die Persönlichkeit weiterzuentwickeln, wobei fünf Yama-Stufen beschrieben werden: Ahimsa, Satya, Asteya sowie Brahmacarya und Aparigraha. De facto handelt es sich um eine Art Sittenlehre, in der diejenigen Normen und Regeln zusammengefasst sind, die für das (zwischen-)menschliche Handeln Relevanz besitzen. Die fünf Yamas helfen, ein Leben in Balance und Harmonie zu führen und werden im Folgenden näher erläutert.

Ahimsa (Nichtverletzen, Gewaltlosigkeit)

Das Wort “Himsa” bedeutet aus dem Sanskrit ins Deutsche übertragen “Grausamkeit” oder “Gewalt”. Bei “Ahimsa”, handelt es sich um das Antonym, es kann mit “Nicht-Gewalt” übersetzt werden. Allerdings geht die Bedeutung des Wortes über die Abwesenheit von Gewalt hinaus. Im Allgemein werden unter Ahimsa Freundlichkeit, Rücksichtnahme und Zugewandtheit subsumiert, wobei ein wohlüberlegter und verantwortungsbewusster Umgang sich selbst und allen anderen Lebewesen gegenüber impliziert wird. Ahimsa ist allerdings nicht so zu verstehen, dass sich eine Person im Falle eines Angriffes nicht verteidigen sollte oder dürfte. Zudem bezieht sich Ahimsa auch nicht auf eine übersteigerte Friedfertigkeit im Rahmen derer das Töten kleinster Lebewesen verboten ist. So könnten Angehörige des Raja-Yoga – anders als einige buddhistische Mönche – beispielsweise Gartenarbeiten durchführen, bei denen Kleinstlebewesen wie Würmer oder Insekten zu Tode kommen.

Wichtig ist stattdessen, dass Ahimsa in Taten, Worten und Gedanken praktiziert wird. Mit anderen Worten: Es sollte nicht schlecht über andere Menschen gesprochen oder gedacht werden, denn dies hätte sowohl für den Sprechenden oder Denkenden selbst als auch für die Person, über die schlecht geredet oder gedacht wird, negative Konsequenzen.

Darüber hinaus bezieht sich Ahimsa auf die Überwindung des Wunsches zu töten. Dies impliziert auch eine vegetarische Ernährung, denn das Erlangen der Erkenntnis, dass allem Leben gemeinsame Wurzeln zugrundeliegen, beinhaltet den Verzicht auf Gewaltanwendung gegenüber anderen Lebewesen. Zudem wird hierdurch das Lebensprinzip im Allgemeinen und das eigene Sein im Besonderen anerkannt.

Satya (Wahrheit, Wahrhaftigkeit)

Das Wort “Satya” bedeutet so viel wie “Wahrheit” oder “Wahrhaftigkeit”, wobei sich Satya auf Gedanken, Taten und Worte bezieht und darauf abzielt, dass immer die Wahrheit gesagt, getan und gedacht wird. Wer die Stufe Satya erreicht hat, lebt wahrhaftig und aufrichtig. Das Gebot stets die Wahrheit zu sagen, kann natürlich mit dem Gebot der Ahimsa-Stufe, nämlich nicht zu verletzen, konfligieren. Mit anderen Worten: Obschon die Wahrheit gesagt werden sollte, kann durch diese eine andere Person verletzt werden, so dass der innere Wunsch besteht, sich nicht an das Satya-Gebot zu halten. In Bezug auf diesen Konflikt im Yama-Verhaltenskodex wird dem Nichtverletzen die höhere Priorität zugesprochen, so dass es teils geboten sein kann, zu schweigen.

Asteya (Nichtstehlen)

Während der Begriff “Steya” mit “Diebstahl” übersetzt werden kann, handelt es sich bei “Asteya” abermals um das Antonym, das Wort bedeutet also das Gegenteil und impliziert, dass sich niemand etwas nehmen sollte, was ihm nicht gehört bzw. gegeben wurde. Asteya gilt sowohl für geistiges als auch materielles Eigentum.

Brahmacarya (Selbstbeherrschung)

Bei Brahmacarya handelt es sich um die Reinheit von Taten, Worten und Gedanken, wobei die Stufe die Konzentration auf das Wesentliche bzw. die Bewegung auf dieses hin, beinhaltet . In manchen Interpretationen wird Brahmacarya als die Enthaltsamkeit vor Gott beschrieben. Eine Person sollte unbefleckt und rein mit der Welt interagieren. Dies gelingt durch die Ausrichtung auf das Wesentliche. Dies wiederum ist förderlich, wenn nach höheren Weisheiten gestrebt wird.

Aparigraha (Anspruchslosigkeit)

Das Wort “Aparigraha” kann mit “Nicht-Zugreifen” übersetzt werden, wobei gemeint ist, dass eine Person sich von allem nur so viel nehmen sollte, wie sie wirklich benötigt. Das Gebot beinhaltet zudem, dass keine anderen Menschen ausgenutzt werden sollten, sich eine Person nicht in Abhängigkeiten begeben sollte und auch nichts anhäufen. Entsprechend sollte Raffgier unbedingt vermieden werden.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die fünf Yamas die Basis des menschlichen Handelns bilden. Jeder Mensch sollte sich jeden Tag jedes Yama vergegenwärtigen und darin üben.

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Jalandhara Bandha – der Kinnverschluß

Jalandhara Bandha - der Kinnverschluß
Jalandhara Bandha – der Kinnverschluß

Jalandhara Bandha steht für den Kinnverschluss. Der Namen dieser Übung setzt sich aus den verschiedenen Teilen der Bezeichnung zusammen, so steht das Wort “jal” für den Hals, während “jalan” für das Netz und “dharan” im übertragenen Sinne für Strom beziehungsweise Energie steht. Es geht bei dieser Übung folglich um einen Kehl- beziehungsweise Kinnverschluss, wodurch die Energieströme in den Nerven- und Blutbahnen des Halses und Nackens kontrolliert werden sollen. Wer Jalandhara Bandha ausführen möchte, muss sich also auf den Gedanken einlassen, dass man die Energien im Körper gezielt lenken kann – das ist auch die Grundlage vom Yoga. Weiterhin handelt es sich um eine wenig fordernde körperliche Wirkung, bei der die Atmung eine ganz besondere Rolle einnimmt.

Ausführung vom Jalandhara Bandha in der Praxis

Um in die Übung zu gelangen, musst du dich in den klassischen Meditationssitz begeben. Die Knie beziehungsweise Füße sind also verschränkt und liegen auf den Oberschenkeln auf. Die Handflächen kannst du benutzen, um diese auf den Knien abzustützen, wodurch du automatisch auch deine Arme durchstreckst. Direkt zu Beginn der Übung beginnst du mit der Atmung. Du atmest tief ein und hältst den Atem ein, die Hände sind dabei kontinuierlich auf den Knien gestützt. Nun hebst du die Schultern nach oben in Richtung der Decke oder des Himmels, während der gerade gehaltene Oberkörper ganz leicht nach vorn geneigt wird. Nun bist du bereit, dich für das Jalandhara Bandha in die nächste Stellung zu begeben.

Dafür drückst du das Kinn fest gegen die Brust beziehungsweise direkt zwischen die Schlüsselbeine. Ziel ist es, dadurch sowohl die Speise- als auch die Luftröhre fest zu verschließen. Fokussiere dich nun auf das Vishuddhi Chakra und halte deinen Atem so lange an, wie es sich für dich angenehm anfühlt. Versuche dich dabei nicht zu überbelasten, denn es ist keinesfalls Sinn der Jalandhara Bandha Übung, dass du das Gefühl hast dich zu ersticken. Andererseits sollte der Atem zumindest für so lange angehalten werden, wie es fordernd, dennoch aber angenehm ist – beispielsweise so als würdest du tauchen. Möchtest du wieder Luft holen, hebst du deinen Kopf an und führst dabei eine lange Ausatmung durch. Das Ausatmen ist abgeschlossen, sobald sich dein Kopf wieder in einer geraden Position befindet und folglich nicht mehr auf den Bereich rund um das Schlüsselbein drückt.

Diese Übung kannst du nun drei- bis fünfmal wiederholen. Gib dir selber immer genügend Zeit, um dich selbst zu finden und genügend Luft einzuatmen, bevor du erneut die Luft anhältst und dich in den Kinnverschluss begibst. Nach drei bis fünf Wiederholungen ist das Jalandhara Bandha für dich abgeschlossen und du kannst zur nächsten Übung gehen. Ideal ist das Jalandhara Bandha schon deshalb, weil es körperlich kaum fordernd ist. Hierbei muss sich niemand verrenken oder über eine ausgeprägte Muskulatur verfügen, da die gesamte Übung bequem sitzend in der Meditationshaltung durchgeführt wird. Daher ist sie perfekt für Einsteiger oder einfach für zwischendurch einmal geeignet, wenn du dich selber etwas beruhigen und “herunterfahren” möchtest.

Wofür ist das Jalandhara Bandha gedacht?

Vorweg ist zu sagen, dass du diese Übung nur dann in Erwägung ziehen solltest, wenn du keine Probleme mit der Schilddrüse und kein Asthma (oder andere Erkrankungen an der Lunge) hast. Sollte das der Fall sein, schildere die Übung deinem Arzt und frage diesen, ob es für dich okay wäre sie mehrmals in der Woche auszuführen. Die Übung soll vermeintlich die Energiezentren im Körper erwecken und sie verstärken. Weiterhin wird durch das Anhalten automatisch die Fähigkeit den Atem anzuhalten trainiert, so wie das auch bei Tauchern der Fall ist. Angeblich ist es möglich, dass die Übung die Funktion der Schilddrüse anregt und/oder eine heilende Wirkung auf unterschiedliche Halskrankheiten einnimmt.

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Jnana Yoga – Yoga des wahren Wissens

Jnana Yoga - Yoga des wahren Wissens
Jnana Yoga – Yoga des wahren Wissens

Jnana Yoga – auch Gyana Yoga genannt – befasst sich mit der Suche nach Erkenntnis und Erlösung. Es wird daher auch als “Yoga des wahren Wissens” bezeichnet. Jnana Yoga ist somit die höchste Stufe der Yogawege, so dass beispielsweise Bhakti Yoga oder Karma-Yoga “nur” als vorbereitend angesehen werden, um Deinen Geist zu reinigen. Es ist des Weiteren Bestandteil der Lehre des “Advaita Vedanta”. Hierbei geht es darum zu erkennen, das es keine Dualität von Subjekt und Objekt gibt. Dies bedeutet, dass keine Unterscheidung zwischen dem Menschen, der Welt und Gott existiert. Vielmehr bildet alles eine Einheit und die Welt in die wir mit einem Körper und Gedanken geboren werden ist eine reine Illusion. Die Methode dieser Erkenntnis stellt das Jnana Yoga dar.

Beim Jnana Yoga geht es also letztlich darum, in ritualisierter Weise zu erkennen, wer Du bist, was der Ursprung allen Seins und damit die unveränderliche Realität (Brahman) ist. Ein weiteres Ziel ist die Überwindung des Nichtswissens (Avidya). Du sollst zu dir selber finden und alle erlernten, traditionellen Unwahrheiten, wie etwa dass einige Menschen mehr wert sind oder dass Geschlechterrollen existieren, abwerfen. Auf diese Weise gelangst Du zu Deinem Selbst, zu einem veränderten Selbstbewusstsein und zu innerem Frieden. Du sollst Deine Stärke, Deinen Mut sowie Freude erfahren. Im Hinduismus geht es zudem darum, von der Wiedergeburt erlöst zu werden, welche durch Nichtwissen im vorherigen Leben erfolgt.

Wie wird Jnana Yoga durchgeführt?

Jnana Yoga wird üblicherweise in vier Schritten vollzogen: Zunächst werden dir die Gedanken, welche hinter dem Yogaweg stehen, durch einen Yogalehrer vermittelt. Dies wird als Phase des Zuhörens bezeichnet (Shravana). Im zweiten Schritt solltest Du über das Gesagte nachdenken (Manana) und bei Zweifeln in einen Dialog mit Deinem Yogalehrer treten. Sodann erfolgt die Meditationsphase (Nididhyasana), durch welche ein Zustand der Erkenntnis erreicht werden soll. Der vierte Schritt (Anubhava) stellt die Vollendung, also die Erkenntnis des Selbst, dar. Schaffst Du es bis zu Anubhava, so bist Du bei der Wahrheit angelangt.

Der Gelehrte Swami Sivananda berichtete über diese Wahrheit in seinem Buch “Yoga im täglichen Leben”. Hierin beschreibt er, dass Du durch Jnana Yoga ein Gefühl der Unbesiegbarkeit und Unsterblichkeit erlangen sollst. Am Ende steht die Befreiung von allen Alltagssorgen bis hin zur Angst vor dem Tod. Denn Erkenntnis bedeutet auch, zu sehen, dass Sterblichkeit nicht existiert.

Mittel der Erlösung

Während des Vier-Phasen-Prozesses stehen dir verschiedene Mittel zur Erkenntnis und Erlösung offen. Dazu zählt zunächst das Wissen darüber, was Realität und Illusion ist (Viveka). Ferner unterstützt “Vairagya” den Weg zur Erkenntnis. Hierbei geht es darum, allem Weltlichen zu entsagen. Hierzu zählt etwa der Geschlechtstrieb. Auch das Sanskrit “Neti neti”, was so viel wie “Nicht dies, nicht jenes” bedeutet, hilft bei der Erkenntnisgewinnung, denn hierdurch verstehst Du, was nicht Brahman ist. Zudem muss ein starker Wunsch nach Befreiung (Mumukshutva) während des Gyana Yoga bestehen.

Bei der Mediatation geht es dann zunächst um die richtige Atmung. Des Weiteren sollte diese aber auch aus mehreren verschiedenen Formeln bestehen, die Du täglich wiederholen solltest. Zu diesen Formeln zählt etwa der Ausspruch “OM-Barmherzigkeit” oder “OM-Geduld”. Dadurch sollen dir diese und weitere Tugenden wie Nächstenliebe und Mut in Fleisch und Blut übergehen (“Shad-sampat”). Du sollst eine Verkörperung dieser Tugenden sein. Weitere Formeln betreffen den Gedanken hinter Vedanta. Typische Wendungen sind zum Beispiel “Du bist Das”, “Ich bin nicht dieser Körper”, “Alles ist nur ein langer Traum” oder “Ich bin unsterblich”. Ein weiterer Gedanke, den Du in Deine Mediatation einbinden kannst, ist jener über Einheit und Verschiedenheit. Sehe dich nicht als Individuum, sondern als Teil einer Einheit. Hier existieren keine Unterschiede, Zwietracht oder mehrere Gedanken, vielmehr herrscht Harmonie und Einigkeit. Hierzu kannst Du Formeln wie “Die ganze Welt ist mein Zuhause”, “Alles ist Eins” oder “Ich sehe durch alle Augen” aufsagen.

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Am Anfang steht Einfachheit

Am Anfang steht Einfachheit
Am Anfang steht Einfachheit

Wie immer du dich auch in Sachen Yoga-Start entscheidest, deine Ausrüstung darf ruhig einfach sein. Als Anfänger brauchst du nicht mehr als leichte Funktionskleidung: ein Shirt, eine Leggings oder Shorts, eventuell ein paar Wollsocken. Für dein Training zu Hause gilt: Eine schlichte Gymnastikmatte ist besser als der Fußboden oder eine Decke, aber zur Not tut es auch ein Teppich. Bei der Wahl der Unterlage geht es in erster Linie darum, dass du einen festen Stand hast und nicht wegrutschst. Wenn du einen Kurs besuchst, sind in den jeweiligen Räumlichkeiten oft schon Matten vorhanden. Ansonsten investiere in ein schlichtes Modell. Es ist preiswert, in allen Farben zu haben und lange haltbar. Stellst du irgendwann fest, dass Yoga DEINE Sportart ist, dann kannst du dir eine echte Yogamatte kaufen oder schenken lassen und dich um weiteres Zubehör kümmern.

Bevor du mit dem Training in den eigenen vier Wänden anfängst, sorge für eine wohltuende Umgebung. Für die meisten Menschen heißt das: viel Ruhe. Das ist je nach Wohnlage nicht immer einfach. In schwierigen Fällen schließe alle Fenster, setze dich bequem auf deine Matte oder einen Stuhl und schließe die Augen. Versuche, innerlich ruhiger zu werden, lass die Gedanken kommen und gehen, betrachte sie nur, aber halte sie nicht fest. Wenn es dir hilft, lege eine CD mit meditativen Klängen ein. Manch einer trainiert gern damit, andere wiederum brauchen die Stille. Finde heraus, was am besten zu dir passt. In den Kursen wird meist ohne Musik trainiert, dafür erfährst du durch die Gruppe eine andere Präsenz.

Beginne mit einfachen Übungen. Du wirst nicht über Nacht zum erfahrenen Yogi. Geduld ist hier eine der wichtigsten Tugenden. Du entscheidest jeden Tag neu, welche Übungen du angehen möchtest. Worauf soll das Hauptaugenmerk liegen? Auf den Asanas, also den Körperübungen? Auf den Atemübungen? Auf den Mudras, den kleinen Fingerübungen? Du kannst Übungen für das Gesicht und solche für die Füße machen. Kraft oder Ausdauer? Gleichgewicht oder innere Versenkung? Manch einer stellt sich eine Folge an Übungen zusammen, die er regelmäßig trainiert, um darin immer besser zu werden. Andere mögen die Abwechslung und brauchen immer wieder neue Anregungen. Finde heraus, was dir am meisten Spaß macht. Es ist hier wie bei allen anderen Hobbys: Es soll dir Freude machen. Nur dann bleibst du dauerhaft dabei.

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und du wirst viel Übung brauchen. Dennoch wirst du deine Yogazeit von Anfang an genießen, denn die angesprochene innere Ruhe erdet dich. Sie bringt dich zu dir selbst. Es ist, als würdest du eine Pause vom Alltag einlegen, eine Mini-Auszeit in einer geschäftigen Zeit. Es gibt einige Menschen, die diesen Punkt in sich nicht finden und mit Yoga nicht viel anfangen können. Sie werden eher unruhig, wenn es um die Stille in ihrem Inneren geht. Für alle anderen ist es meist nur ein Angang, das Training zu beginnen; sind sie erst einmal dabei, ist alles gut. Wie geht es dir bei deinen ersten Übungseinheiten?

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Yoga lernen, aber richtig

Yoga lernen, aber richtig
Yoga lernen, aber richtig

Wer seinen privaten Draht zum Yoga gefunden hat, wird sich nur von sehr wenigen Umständen vom Training abhalten lassen. Selbst enge Terminkalender bieten doch hin und wieder eine Lücke. Mancher ist ein Morgenmuffel und trainiert daher lieber abends, direkt nach der Arbeit. Andere starten am liebsten morgens mit ein paar Übungen in den Tag.

Wer in dieser Form übt, sollte sich mit Yoga etwas auskennen. Gerade morgens musst du aufpassen, weil die Muskeln und Gelenke noch nicht ganz wach sind. Überdehnungen können Probleme mit sich bringen. Riskiere nicht zu viel, sonst kann es zu Zerrungen oder Bandscheibenvorfällen kommen. Hier ist ein langes, sanftes Dehnen die erste Voraussetzung vor den eigentlichen Asanas. Dadurch verlängert sich eventuell die gesamte Übungszeit. Also stelle den Wecker auf eine frühere Zeit ein, damit du nicht hetzen musst. Unter stressigen Umständen ist Yoga ungeeignet. Wird es zu spät, ist es sinnvoller, sich ein paar ruhige Minuten beim Frühstück zu gönnen, statt mit Gewalt noch drei Yogaübungen einzuschieben.

Wer zu Hause trainieren möchte, sollte, wie erwähnt, etwas Yogaerfahrung haben. Ohne Spiegel siehst du nicht, ob du richtig trainierst. Wenn du ein gutes Körpergefühl hast, kannst du dich danach richten. Es sagt dir, wann du verharren solltest und wo eventuell noch ein bisschen weiter gedehnt und gearbeitet werden kann. Für alle anderen angehenden Yogis gilt: Ein paar Stunden bei einem guten Lehrer sind immer eine lohnende Investition. Es gibt preiswerte Kurse an den Volkshochschulen. Weiterhin laden private Studios zu verschiedenen Kursen ein. Diese sind in der Regel etwas teurer. Im direkten Miteinander erfährst du viel Neues und Interessantes. Außerdem macht dir das Training in der Gruppe vielleicht Spaß. Ansonsten kannst du Einzelstunden buchen, die allerdings auch am meisten kosten.

Eine weitere Möglichkeit, dich selbst zu schulen, sind Internet, DVDs und Fernsehsendungen. Es gibt TV-Yogasendungen, die dir in einer Viertelstunde oder mehr einige Yogaübungen vorführen. Wer dafür keine Zeit hat, nimmt sie auf und spielt sie zu einem günstigeren Zeitpunkt ab. Alternativ gibt es fertige DVDs. Hier ist darauf zu achten, dass du solche kaufst, die deinem Yoga-Stand entsprechen. Am besten probierst du mehrere DVDs aus, denn jeder Lehrer trainiert anders und nicht jeder ist der Richtige für dich. Du kannst natürlich auch ein Internetvideo benutzen und hier mittrainieren. Der Vorteil: Es steht dir jederzeit zur Verfügung.

Nicht zuletzt gibt es eine Fülle an Büchern, die sich mit Yogaübungen beschäftigen. Das Schöne an dieser Lektüre ist, dass dir meist auch einiges über die Yoga-Philosophie vermittelt wird. Wenn du Anfänger bist, musst du bei einer gedruckten Anleitung besonders gut darauf achten, dass du keine Fehler machst. Niemand korrigiert deine Haltung und du hast im besten Fall nur Bilder, die dir die optimale Haltung zeigen. Das ist etwas anders als bei bewegten Bildern im Internet oder über den Fernsehbildschirm.

Sehr schön ist es, wenn du mit jemandem zusammen üben kannst. Dann könnt ihr auf die Weise starten, die euch am meisten liegt.

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Yoga: der konzentrierte Start

Yoga: der konzentrierte Start
Yoga: der konzentrierte Start

Yoga macht Spaß und ist immer eine Herausforderung. Du kannst in jedem Lebensalter damit beginnen. Ob Kind oder Senior: Es gibt ganz einfache Körperübungen, die scheinbar problemlos gelingen. Dennoch ist auch hier die volle Konzentration gefordert. Jede Übung sollte gleichermaßen spielerisch wie aufmerksam unternommen werden, damit sich keine Fehler einschleichen. Das klingt fast widersprüchlich, aber Anstrengung und Vergnügen liegen hier nah beieinander. Wer orthopädisch eingeschränkt ist, geht natürlich nur so weit, wie es der Körper zulässt. Mit der Zeit reagiert der Körper auf die Übungen, er wird dehnbarer und verändert sich langsam. Vielleicht geht es deshalb beim nächsten Mal schon etwas besser.

Zeitlos in der Konzentration

Yoga braucht etwas Zeit – und lässt sich Zeit. Es geht nicht darum, in einer halben Stunde möglichst viele Übungen zu absolvieren. Die Bewegung, die jetzt gerade, in diesem Augenblick, praktiziert wird, sollte mit höchster Aufmerksamkeit verfolgt werden. Häufig verweilst du für einen Moment in einer bestimmten Stellung. Anschließend wird die Position genauso allmählich wieder aufgelöst. Das Tempo gibst du selbst vor. Ein guter Yogalehrer lässt der Gruppe immer etwas Zeit. Wenn du also etwas länger brauchst als andere, macht das gar nichts. Und wenn du nicht so biegsam bist wie andere, ist das ebenso in Ordnung. Um es in aller Deutlichkeit zu sagen: Yoga hat nichts mit Wettbewerb zu tun. Vielleicht bist du nur in der falschen Gruppe. Dennoch darfst du ein bisschen Ehrgeiz mitbringen, um die Übungen so gut wie möglich zu absolvieren. Du wirst sehen, wie gut dir Yoga tut, egal auf welcher Stufe.

Yogamatten und mehr

Wer mit Yoga beginnt, bucht meist einen Kurs bei der Volkshochschule oder in einem Studio. Unter der fachkundigen Anleitung des Lehrers schleichen sich keine Fehler ein. Gerade als Anfänger kannst du viel falsch machen, und damit wäre das Ziel der Übungen verfehlt. Außerdem werden notwendige Utensilien bereitgestellt. Für viele Kurse stehen Bodenmatten bereit. Falls nicht, ist die Anschaffung einer eigenen Gymnastik- oder Yogamatte nötig. Diese ist nicht teuer und kann dir auch zu Hause nützlich sein, wenn du nebenbei noch etwas trainieren möchtest. Die Matte ist leicht und lässt sich zusammengerollt einfach transportieren. Wer gleich von Anfang an mehr investieren möchte, ist mit Spezialmatten gut beraten. Es gibt Yogamatten aus den unterschiedlichsten Materialien, in vielen Farben und in teils wunderschönen Ausführungen. Eine Matte mit einem gestickten Symbol sieht nicht nur attraktiv aus, sie ist auch ein tolles Geschenk. Setze sie einfach auf deinen Wunschzettel für Weihnachten oder Geburtstag.

Wer sich länger mit Yoga beschäftigt, wird sich wahrscheinlich im Laufe der Jahre weitere Produkte wünschen. Dazu gehören beispielsweise Yogakissen, die es ebenfalls in den unterschiedlichsten Ausführungen gibt. Für die Atemübungen und zur Meditation sind sie eine Alternative zu Stühlen und Matten. Du sitzt bequem mit aufrechtem Rücken und kannst auch eine Weile in dieser Haltung verharren. Schließlich soll die Konzentration nicht durch unbequeme Umstände gestört werden.
Für Fortgeschrittene gibt es beispielsweise Yogablöcke, die bei schwierigen Stellungen eine wertvolle Unterstützung leisten. Ebenso sind Yogagurte gefragt, die dir ein längeres Verweilen in einer bestimmten Position ermöglichen. Diese Hilfsmittel dienen dazu, deine Dehnungen zu optimieren.

Ist Yoga etwas für dich?

Doch all diese Hilfsmittel sind erst gefragt, wenn du dich eine Weile für Yoga begeistert hast. Yoga kann zwar von jedem praktiziert werden, aber nicht jeder hat Spaß daran. Mancher findet keinen Draht zu dieser Form des Körpertrainings oder zu der Philosophie, die dahinter steht; manch einer startet mit Begeisterung, aber schon nach kurzer Zeit ist die Freude dahin und das Training wird eingestellt. Darum teste erst eine Weile aus, ob du die richtige Entscheidung getroffen hast.

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Die Einheit von Körper, Geist und Seele

Die Einheit von Körper, Geist und Seele
Die Einheit von Körper, Geist und Seele

Yoga lässt sich als Sport oder als eine Gesamthaltung ansehen. Wer sich auf die philosophischen Aspekte einlässt, findet vielleicht einen ganz neuen Weg für sich. Im besten Fall beeinflusst Yoga den Körper, den Geist und die Seele. Der sportliche Aspekt sorgt für kräftige Muskeln, eine bessere Beweglichkeit und geschmeidige Gelenke. Der Geist wird fokussiert, die Konzentrationsfähigkeit steigt. Das alles ist Balsam für die Seele, die in stressigen Zeiten oft aufgewühlt ist, dadurch leichter verletzt werden kann und nun gelassener wird. Yoga ist kein Allheilmittel für alles, was uns im Leben begegnet, aber er kann uns helfen, mit den Problemen angemessener umzugehen. Ist der Geist ruhiger, finden wir bessere Lösungen, sind kreativer und wacher.

Den eigenen Weg wählen

Wie weit wir gehen, wenn es um Veränderungen in unserem Leben geht, hängt von jedem Einzelnen ab. Probiere es eine Weile mit vegetarischer Kost, unternimm Spaziergänge in der Natur und fahre mehr mit dem Rad als mit dem Auto. Versuche, mit weniger Dingen auszukommen. Dies alles sind mögliche Wege, unser Leben in Zusammenhang mit Yoga neu zu ordnen. Es gibt unzählige weitere.

Natürlich ist dies alles kein Muss, aber den Überfluss in unserem Leben immer mal wieder zu überdenken, ist eine sinnvolle Sache. Yoga kann zu neuen Einsichten führen. Vielleicht kommst du dadurch auch auf andere Entspannungsideen: beispielsweise heute ein Wannenbad, am nächsten Wochenende ein Saunabesuch, zwischendurch ein gutes Buch und eine leckere Tasse Tee … Vielleicht änderst du deinen Kleidungsstil, suchst dir andere Urlaubsziele und hörst intensiver auf deine inneren Wünsche. Yoga ist eine Art Selbstpflege im besten Sinne. Und so kann es passieren, dass du dich in Zukunft deutlich besser um dich selbst kümmerst, als dies bisher der Fall war.

Gesund und lecker essen

Ein wichtiger Aspekt ist die Ernährung. Auch sie wirkt auf den Körper, ebenso auf Geist und Seele. Nun hat allerdings jeder andere Lieblingsspeisen. Auch verträgt der eine dies, der andere jenes besser. Kein Körper ist wie der andere. Also gibt es auch nicht die eine wahre Kost für jedermann. Es ist wichtig herauszufinden, was dir persönlich gut tut. Solch ein Prozess kann durchaus eine Weile dauern. Und wenn du aktuell nichts in deinem Leben ändern möchtest, ist das auch völlig in Ordnung.

Wer sich leichter und gesünder ernähren möchte, ist beispielsweise in der asiatischen Küche gut aufgehoben. Hier warten viele Suppen, die die nötige Flüssigkeitszufuhr gewährleisten. Zudem kannst du dich satt essen, ohne das typische Völlegefühl zu haben, dass schwere Fleischkost verursacht. Asiatisches Essen wird leichter verdaut, selbst wenn du Gerichte mit Ente isst. Zudem führst du deinem Körper durch die zahlreichen Gemüseanteile notwendige Vitamine und Mineralstoffe zu. So bekommst du viel Abwechslung auf den Teller und bist mit der asiatischen Küche gleichzeitig nah an der regionalen Quelle des Yoga.

Selbstverständlich kannst du auch andere Küchen testen und probieren. Wie wäre es mit mediterraner Kost? Hier warten ebenfalls zahlreiche bunte Gemüsesorten darauf, von dir zu feinen Salaten und Gerichten verarbeitet zu werden. Ebenso kannst du dich mit unserer heimischen Küche gesund ernähren.

Mancher kann aus Zeitgründen oder aufgrund örtlicher Umstände nicht auf dem Markt einkaufen; anderen ist der Bioladen zu teuer. Wenn du in einem normalen Supermarkt einkaufst oder zum Discounter gehst, kannst du auch hier darauf achten, was du auswählst. Nimm unterschiedliche Sorten und abwechslungsreiche Farben: rote Tomaten, grüne Salatsorten und gelbe Paprika; orangefarbenen Kürbis, weißen Blumenkohl und schwarze Oliven … Es gibt eine Fülle leckerer Sorten und jede Farbe bietet besondere Inhalte und bereichert deinen Speisezettel. Kaufe dazu Basmatireis und vergiss die Gewürze nicht: Salz und Pfeffer, Paprikapulver und Curry sind nur eine kleine Auswahl. Schon hast du viele wichtige Zutaten für eine leckere Mahlzeit.

Hast du ein gesundes Lieblingsgericht? Dann schicke es uns. Wir freuen uns über deine Post.

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